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Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht | 21.01.2020

Renten­information

Renten­ansprüche: Durchblick bei der Renten­information

Fragen und Antworten zur Renten­information im Überblick

Jedes Jahr erhalten Millionen Arbeit­nehmer Post von der Renten­versicherung. Die Schreiben geben Auskunft zur künftigen Höhe der Rente. Wer die Informationen achtlos weglegt, verschenkt eventuell Geld.

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Ist die Rente sicher? Wie viel eigene Vorsorge ist notwendig? Wer darauf Antworten finden möchte, sollte wissen, welche gesetzlichen, betrieblichen und privaten Ansprüche überhaupt bestehen. Renten­informationen liefern wichtige Hinweise.

Wer bekommt die Renteninformation - und wann?

Die Info der gesetzlichen Deutschen Renten­versicherung (DRV) bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist. Selbst kümmern müssen Versicherte sich nicht. „Die Information wird automatisch verschickt“, sagt DRV-Referentin Gundula Sennewald. Und zwar jedes Jahr. Private Renten­anbieter versenden ebenfalls jährlich eine Stand­mitteilung.

Bei Betriebs­renten gibt es zwei Wege: Wer über Pensions­kasse, Pensions­fonds oder Direkt­versicherung Ansprüche erwirbt, erhält die Unterlagen ebenfalls jährlich. Bei Unterstützungsk­assen oder Direkt­zusagen gibt es dagegen keine solche Pflicht.

Allerdings haben Arbeit­nehmer einen Anspruch auf eine Renten­berechnung. „Diesen müssen sie gegenüber ihrem Arbeitgeber geltend machen“, erklärt Klaus Stiefermann von der Arbeits­gemeinschaft für betrieb­liche Alters­versorgung (aba). Seiner Erfahrung nach informieren große Firmen oft freiwillig, zum Beispiel über ihre Portale.

Die sogenannten drei Säulen der Alters­versorgung - gesetzliche, betrieblich und private - arbeiten auf Betreiben der Bundes­regierung an einem über­greifenden System, um mehr Transparenz zu schaffen.

Was beinhalten die DRV-Informationen?

Sie geben mindestens einen Überblick über bislang erworbene Anwartschaften, spiegeln also einen Status wider. Das Dokument zeigt außerdem den Beginn der Regel­altersrente und die Höhe der Zahlung, die dann zu erwarten ist. Die DRV listet zudem auf, wie viel Geld Versicherte bei Erwerbs­minderung bekämen. Die Berechnungen basieren auf den Daten, die auf dem individuellen Versicherungs­konto gespeichert sind.

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Was ist bei Betriebs- und Privatrenten zu beachten?

Betriebs- und Privat­verträge weisen üblicherweise den Auszahlungs­betrag bei Ablauf, bei Kündigung des Vertrags, eine eventuelle Überschuss­beteiligung und das garantierte Kapital aus, sagt Anke Puzicha. Sie ist Alters­vorsorge­spezialistin der Verbraucher­zentrale Hamburg. Anhand dieser Zahlen lasse sich die Güte des Vertrags bewerten, also bestimmen, ob die Vorsorge lohnt.

Wie zuverlässig sind die Angaben?

Hundert Prozent sicher sind die Zahlen nicht. Denn sowohl DRV als auch Betriebs- und Privat­renten­anbieter arbeiten mit Hoch­rechnungen.

Die gesetzliche Rente kalkuliert zum Beispiel auf Grundlage der jeweils letzten fünf Kalender­jahre. Diese Angaben sind weder rechtsverbindlich noch einklagbar, wie der Renten­berater und Buchautor Joachim Fox aus Bonn erläutert. Er nennt einen weiteren Knackpunkt, der die Verlässlichkeit beeinflusst: „Maßgeblich ist das Recht, das zu Renten­beginn gilt.“

Andere Versicherungs­träger legen prognostizierte Leistungen zugrunde, etwa in Bezug auf Über­schüsse. Aber: „Es können sich Unwägb­arkeiten ergeben“, erklärt Klaus Stiefermann. Deshalb enthielten die Infos Hinweise wie „Irrtümer vorbehalten“, „fiktive Hoch­rechnung“ oder „unverbind­liche Auskunft“. Anke Puzicha betont, solche Berechnungen seien vollkommen unverbindlich. „Nur garantierte Leistungen zählen. Darauf besteht ein Rechts­anspruch.“

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Was sollten Versicherte mit der Standmitteilung machen?

Auf keinen Fall ungelesen in die Schublade legen. Stattdessen sollten sie sehen, ob in Sachen Alters­vorsorge Handlungs­bedarf besteht. Die Stand­mitteilung „dient auch dazu, den Empfänger zu sensibilisieren“, meint Joachim Fox. Er rät außerdem, anhand des Schreibens zu prüfen, ob die DRV alle Zeiten gespeichert hat, die für die Rente direkt oder indirekt mitzählen. Dazu gehören unter anderem Berufsaus­bildung, Studium, Praktika oder der Bezug von Arbeitslosengeld und Unterhalt.

Die Prüfung erfolgt über die sogenannte Konten­klärung. Diese wird bei der DRV beantragt. Das sollte möglichst früh passieren. Je länger Versicherte warten, desto schwieriger werde es erfahrungs­gemäß, erforderliche Nachweis-Unterlagen wie Zeugnisse beizubringen, um Lücken im Versicherungs­verlauf zu füllen, so Joachim Fox. Erst am Ende steht die Renten­auskunft, die - hoffentlich - sämtliche Zeiten beinhaltet und verbindlich ist.

Was passiert mit der Betriebsrente, wenn Arbeitnehmer gehen?

Bei Ausscheiden aus der Firma teilen Unternehmen ihren Mitarbeitern üblicherweise mit, dass ihre Anwartschaft auf Betriebs­rente nicht verfällt und nennen deren Höhe. Geht der Mitarbeiter irgendwann in Rente, muss er laut Klaus Stiefermann seinen Anspruch auf Zahlung geltend machen.

Deshalb sollte zumindest die letzte Stand­mitteilung des Ex-Arbeit­gebers immer aufbewahrt werden, rät Klaus Stiefermann. „Man braucht ja die Adresse des Arbeit­gebers oder der Versorgungs­einrichtung, um den Anspruch einzureichen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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