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Steuerrecht | 16.08.2018

Einkommen­steuer­erklärung

Rentner können Krankheits­kosten von der Steuer absetzen

Ausgaben für die Gesundheit sind als außergewöhnliche Belastungen absetzbar

Auch Rentner müssen mitunter eine Steuer­erklärung machen. Dabei können sie auch Ausgaben absetzen - zum Beispiel Gesundheits­kosten. Hilfreich ist es, hierfür eine genaue Aufstellung zu machen.

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Von den Renten aus der gesetzlichen Renten­versicherung ist zwar nur ein Teil steuer­pflichtig. Die jährliche Renten­erhöhung unterliegt aber vollständig der Besteuerung. „Das führt dazu, dass immer mehr Rentner, die zu Beginn des Ruhestands nicht verpflichtet waren, eine Einkommen­steuer­erklärung abzugeben, durch die Renten­erhöhungen doch in diese Pflicht kommen“, erklärt Erich Nöll vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin. Aber auch Rentner haben die Möglichkeit, Kosten abzusetzen. Einen nicht un­erheblichen Posten bilden oft die Krankheits­kosten, die als sogenannte außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden können.

Diese Kosten können absetzt werden

Dazu zählen die Zuzahlungen zu verschreibungs­pflichtigen Medikamenten, Behandlungen wie zum Beispiel Physio­therapie und Krankenhaus­aufenthalte. Das können aber auch Zuzahlungen zur Akupunktur, Osteopathie und zu homöopathischen Anwendungen sein.

Auch Zuzahlungen zu Zahnersatz, Brillen und Kontakt­linsen, Hör­geräten, orthopädischen Einlagen oder Schuhen sowie für Gehhilfen und Prothesen oder zu sonstigen medizinischen Hilfs­mitteln, die nur dem Kranken dienen, zählen dazu. Ebenfalls angesetzt werden können die Fahrtkosten zu Ärzten, zu Behandlungen und zur Apotheke. Erich Nöll empfiehlt: „Dazu sollte eine genaue Aufstellung angefertigt werden, wann man welchen Arzt oder welche Behandlung besucht hat und welche Entfernung zurück­gelegt wurde.“

Auch frei verkäufliche Medikamenten können absetzbar sein

Wichtig zu beachten: Frei verkäufliche Medikamenten sind grund­sätzlich nur dann als außergewöhnliche Belastungen abziehbar, wenn aus einem ärztlichen Attest hervorgeht, dass die Einnahme medizinisch notwendig ist.

Problematisch sind daher mitunter die Auf­stellungen, die Apotheken für ihre Kunden anfertigen, aus denen hervorgeht, welche Arznei­mittel bezogen und welche Zahlungen pro Jahr geleistet wurden. Dabei wird oft nicht zwischen ver­schriebenen und frei verkauften Arznei­mitteln unterschieden. „Steuer­pflichtige, die regelmäßig auf frei­verkäufliche Medikamente angewiesen sind, sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen und klären, ob ein entsprechendes Privat­rezept ausgestellt werden kann. Dann sind diese Kosten problemlos als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen“, rät Erich Nöll.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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