wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Schadensersatzrecht und Verbraucherrecht | 25.09.2019

Restaurant­besuch

Reservierungs­streit und lange Wartezeiten: Rechte von Gästen und Wirten in der Gastronomie

Antworten auf Rechts­fragen rund um den Restaurant­besuch

Gastronomen ärgern sich, wenn reservierte Tische leer bleiben - zu Recht. Manche Restaurants fordern dafür allerdings Strafen. Ist das zulässig?

Werbung

Im Hasenfilet steckte noch eine Schrotkugel. Das konnte der Gast des Restaurants natürlich nicht wissen und biss in das Fleisch. Danach hatte er einen Zahn weniger, bekam vor Gericht aber Schmerzens­geld zugesprochen.

Nicht immer geht es bei Streitig­keiten im Restaurant um solche körperlichen Schäden. Oft sind es lange Wartezeiten oder lauwarme Speisen, die Gäste verärgern. Gastronomen wiederum sind zornig, wenn Reser­vierungen platzen.

Reservierungen als Streitobjekt

Manche Restaurants bitten sogar zur Kasse. Für eine verbindliche Reservierung müssen Gäste dann eine Kredit­karten­nummer angeben. Wird die Reservierung ohne Absage nicht wahr­genommen oder diese weniger als 48 Stunden vor Termin storniert, wird eine Gebühr im zwei- bis drei­stelligen Bereich fällig.

Aufwand für das Restaurant

Stefanie Heckel vom Deutschen Hotel- und Gaststätten­verband erklärt die Sicht der Gastronomen: Wenn Gäste eine Reservierung ohne Absage einfach nicht wahrnehmen, seien sie sich oft nicht bewusst, was für ein Aufwand die Auslastungs­planung für ein Restaurant bedeutet.

Für bestimmte Restaurants seien leere Tische besonders ärgerlich, führt die Dehoga-Sprecherin aus. Zum Beispiel Lokale mit nur wenigen Plätzen oder einem sehr hoch­wertigen Angebot.

Dass bei den sogenannten „No-Shows“ dem Gastronom generell ein Schaden­ersatz zusteht, ist unter Juristen unstrittig. Allerdings kommt es nach Ansicht der Düsseldorfer Rechtsanwältin Katia Genkin auch darauf an, wie genau die Reservierung aus­gestaltet war.

Wirt muss entgangenen Gewinn beweisen

Denn: „Wer einen Schaden­ersatz haben will, muss seinen Schaden beweisen können. Wurde einfach ein Tisch für zehn Leute reserviert, könnte es auch sein, dass die zehn Gäste den ganzen Abend nur jeweils ein Glas Mineral­wasser konsumiert hätten“, so Rechtsanwältin Katia Genkin. „Entsprechend gering wäre die Basis, um einen entgangenen Gewinn zu berechnen. Anders sieht es aus, wenn etwa für zehn Gäste ein bestimmtes Menü zu einem festen Preis vereinbart wurde.“

Zudem habe der Gastronom eine Schaden­minderungs­pflicht. Er müsse sich bemühen, anderweitig den Tisch vollzukriegen, erläutert Rechtsanwältin Katia Genkin.

Werbung

Lange Wartezeiten

Doch nicht nur eine geplatzte Reservierung kann im Rechts­streit enden. Ein weiterer Grund für Ungemach ist, wenn das Essen lange auf sich warten lässt. 30 Minuten sollte ein Gast hinnehmen. Danach kann man eine Frist von 10 bis 15 Minuten setzen.

Kommt bis dahin immer noch nichts, ist es möglich, seine Bestellung zurückzunehmen oder am Ende weniger zu zahlen. Eine Minderung von 30 Prozent auf die Speisen hat etwa das Landgericht Karlsruhe einmal für angemessen erachtet, weil Gäste eineinhalb Stunden darauf warten mussten (Landgericht Karlsruhe, Urteil vom 12.05.1993, Az. 1 S 196/92).

Angebrannte Kartoffeln oder lauwarme Süppchen

Angebrannte Kartoffeln oder lauwarme Süppchen kann der Gast reklamieren - das muss er aber sofort machen und nicht erst, wenn er aufgegessen hat. Sind Speisen ungesund, haben Gäste unter Umständen Schmerzens­geld­ansprüche. So bekam ein Mann 500 Euro zugesprochen, weil er sich an einer Schrotkugel im Wildhasen­filet einen Zahn ausgebissen hatte (Amtsgericht Waldkirch, Urteil vom 27.01.2000, Az. 1 C 397/99).

Das Märchen von der Zechprellerei

Wollen unzufriedene Gäste das Restaurant verlassen, ohne zu zahlen, drohen Gastwirte mitunter mit einer Anzeige wegen Zech­prellerei. Den Straftat­bestand gibt es in Deutschland aber nicht - in Betracht kommt allerdings der Vorwurf des Betruges. Zudem kann ein Gastwirt von der Polizei die Personalien feststellen lassen und einen Gast vor dem Zivil­gericht verklagen, wenn dieser nicht bezahlt hat. Strafbar verhält man sich jedoch nur, wenn man schon beim Bestellen beabsichtigt hat, nicht zu bezahlen.

Werbung

Kellner bringt trotz mehrmaliger Aufforderung die Rechnung nicht

Ewig warten muss man auf seine Rechnung indes nicht, erklärt der Verbraucher­zentrale Bundes­verband. Der Rat: Reagiert der Kellner auf mehrmalige Bitten nicht, zahlt man an der Theke. Und: „Wer das Lokal ohne zu zahlen wütend verlässt, sollte wenigstens Name und Anschrift hinter­lassen, damit der Wirt die Rechnung zuschicken kann.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 3 (max. 5)  -  4 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#6836

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d6836
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!