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Verwaltungsrecht | 17.04.2019

Alters­vorsorge

Risiko Altersarmut: Warum Selbstständige selbst vorsorgen müssen

Selbständigen verdienen oft nicht genug, um einen ausreichenden Betrag zu sparen, der ein Alters­einkommen auf dem Niveau der Grund­sicherung garantierte

Für das Alter vorzusorgen, ist für viele Selbstständige bisher keine gesetzliche Pflicht. Die Folge: Etliche sind unter­versichert. Private Vorsorge sollte daher Standard sein.

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Absicherung der pflichtversicherten Selbstständigen unzureichend

Was haben selbstständige Erzieher, Lehrer oder Pflege­kräfte gemeinsam? Sie sind ebenso wie einige Handwerker gesetzlich verpflichtet, für das Alter vorzusorgen. Dieser Personen­kreis der pflicht­versicherten Selbstständigen zahlt in der Regel 18,6 Prozent ihres Einkommens in die Renten­versicherung.

Bei Selbstständigen mit unsicheren oder wechselnden Einkünften kann das eine Belastung sein. Zudem ergibt auch dieser Betrag nur eine geringe Rente. „Die Absicherung der pflicht­versicherten Selbstständigen ist oftmals nur unzureichend, denn der Regel­beitrag führt häufig nur zu einer Rente in Höhe von 900 Euro“, sagt Sally Peters vom Institut für Finanz­dienst­leistungen (iff).

Versorgungswerke für Freiberufler

Frei­berufler, die in sogenannten Kammer­berufen arbeiten, sind dort pflicht­versichert. Dazu gehören Ärzte, Apotheker, Architekten oder Rechts­anwälte. „Angehörige dieser Berufe zahlen einkommens­abhängige Pflicht­beiträge und bauen damit über die Jahre in der Regel auskömmliche Alters­renten auf“ erklärt Sally Peters vom Institut für Finanz­dienst­leistungen (iff).

Anders als die gesetzliche Renten­versicherung legen Versorgungs­werke die Beiträge ihrer Mitglieder am Kapital­markt an. „Dabei zahlt jeder Versicherte für seine eigene Rente ein“, erklärt Sara Zinnecker vom Verbraucher­portal Finanztip. Wenn die Niedrigzins­phase anhält, könnten die Renten aus den Versorgungs­werken niedriger ausfallen.

Altersvorsorgepflicht für Selbstständige ist vorgesehen

Eine deutlich höhere Anzahl von Selbstständigen muss sich freiwillig versichern. Ihnen bleibt es selbst überlassen, ob sie ihre Vorsorge frei gestalten oder in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlen. Künftig soll sich das ändern: Bundes­arbeits­minister Hubertus Heil(SPD) will eine Alters­vorsorge­pflicht für nicht abgesicherte Selbstständige einführen und dafür Ende des Jahres einen Gesetz­entwurf vorlegen.

Derzeit gilt:

„Selbstständige, die sich für die gesetzliche Rente entscheiden, haben die Wahl“, erklärt Katharina Henrich von der Stiftung Warentest. „Sie können sich freiwillig in der Renten­versicherung versichern oder auf Antrag pflicht­versichern„.

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Die Vor- und Nachteile

Wer sich in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versichert, erhält Riester-Förderung, und seine Beitrags­zeiten zählen ohne Einschränkungen für eine Frührente. Außerdem sichert er sich Ansprüche auf eine Erwerbs­minderungs­rente. Diese sei besonders interessant für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen privaten Berufs­unfähigkeits­schutz bekommen, sagt Henrich.

Dafür fehlt Flexibilität: Der Antrag auf Pflicht­versicherung kann nur innerhalb der ersten fünf Jahre der Selbst­ständigkeit gestellt werden. Zudem ist der Beitrag fix - entweder 18,6 Prozent des Arbeits­einkommens oder der Regel­beitrag. Und es gilt: einmal in der Pflicht, immer in der Pflicht. Wer sich einmal für die Pflicht­versicherung entschieden hat, muss darin bis zum Abschluss seiner Selbst­ständigkeit bleiben.

Nur mit freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenkasse können sich Versicherte keinen Anspruch auf Riester-Förderung oder eine Erwerbs­minderungs­rente sichern, haben dafür aber mehr Flexibilität. „Sie können zwischen Mindest- und Höchst­beiträgen wählen und können, wenn das Geld sehr knapp wird, die freiwillige Versicherung auch wieder beenden“, erklärt Katharina Henrich von der Stiftung Warentest.

Eine weitere Möglichkeit: Die Rürup-Rente

Diese Verträge werden meist in Form einer klassischen oder fondsgebundenen Renten­versicherung angeboten. Der Unterschied: „Die Rürup-Rente nährt sich aus eigenen Beiträgen“, erklärt Sara Zinnecker vom Verbraucher­portal Finanztip. „Die eigene gesetzliche Rente speist sich dagegen aus dem, was Beitrags­zahler dann gerade einbezahlen. Das nennt sich auch Umlage­verfahren.“

Die Rürup-Rente gilt als Basisrente und wird staatlich gefördert. Der Beitrags­zahler kann die Vorsorge­aufwendungen in 2019 mit 88 Prozent von der Steuer absetzen. Das macht die Rürup-Rente für gut verdienende Selbstständige interessant. Zudem gibt es die Möglichkeit, deutlich höhere Beiträge einzuzahlen als bei der gesetzlichen Renten­versicherung und damit seine zukünftige Rente aufzubessern. In diesem Jahr lassen sich Beiträge bis rund 24.300 Euro ansetzen.

Rürup-Verträge sind nicht kündbar, und Sparer können sich Guthaben auch nicht auszahlen lassen. Sie können Beiträge jedoch anpassen. „Möglich ist es, Beiträge auszusetzen oder auf einen Mindest­beitrag zu reduzieren“, sagt Sara Zinnecker vom Verbraucher­portal Finanztip „Selbstständige, die am Ende des Jahres Geld übrig haben, können den Höchstb­etrag auch per Einmal­beitrag auffüllen.“ Rürup-Verträge sind zudem in der Regel pfändungs­sicher.

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Selbstständigkeit ist und bleibt ein Armutsrisiko

Viele der Solo-Selbst­ständigen haben keine ausreichende Alters­vorsorge. Ein Problem, das wächst - durch die neuen Jobs rundum das Internet und die neuen Formen des Arbeitens überall auf der Welt. „Das Kernproblem liegt wohl darin, dass es für Klein­unternehmer keine richtige Lösung gibt“ sagt Sally Peters vom Institut für Finanz­dienst­leistungen (iff). „Selbst­ständigkeit ist und bleibt ein Armuts­risiko. Selbst ein gutes Konzept und hohe Rücklagen schützen nicht davor, dass es zu finanziellen Engpässen kommen kann.“

Private Vorsorgen sollten deshalb ein Muss für alle Selbstständigen sein

Sie können das mit Sparplänen, Lebens­versicherungen, Aktien- oder Immobilien­anlagen. Doch Vorsicht: Solche Anlagen können gepfändet werden und teuer sein. Die monatlichen Kosten dafür sollte man nicht aus den Augen verlieren. Denn bei finanziellen Engpässen im Betrieb müssen häufig diese Verträge aufgelöst werden. Und die entstandene Lücke im späten Arbeits­leben wieder zu schließen, ist meist unmöglich.

Individuelle und unabhängige Beratung ratsam

Da gerade bei Selbstständigen die persönliche und finanzielle Situation aber sehr unterschiedlich ist, empfehlen die Experten eine gute individuelle und unabhängige Beratung.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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