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Haftungsrecht und Versicherungsrecht | 03.12.2019

Vandalismus

Sachbeschädigung: Wenn das Auto mutwillig beschädigt wird

Was Auto­fahrer beachten sollten

Man kommt morgens zum Auto und erschrickt: ein langer und tiefer Kratzer zieht sich die Fahrertür entlang, und auf der Motorhaube hat sich jemand mit greller Farbe verewigt. Wie reagiert man jetzt?

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Zerkratzter Lack, zerstörte Scheiben, eingetretene Leuchten: Ein Auto kann noch so gut gehegt und gepflegt werden: Vor mutwilliger Beschädigung ist es niemals gefeit. Die Werk­stätten registrieren mehr solcher Reparatur­aufträge. „Insgesamt beobachten wir eine Zunahme von Vandalismus­schäden“, bestätigt Markus Herrmann von Bundes­verband Fahrzeug­aufbereitung (BFA), in dem Smart-Repair-Spezialisten organisiert sind.

Vandalismus ist Straftat – Polizei verständigen und Anzeige erstatten

Die Palette an Beschädigungen ist groß. Unter Vandalismus werden Schäden wie mutwillige Lackkratzer, zerstochene Reifen aber auch ab­gebrochene Antennen oder beschädigte Scheiben zusammen­gefasst, wie Verkehrs­rechtlerin Daniela Mielchen aus Hamburg sagt. Sie rät, solche Fälle sofort anzuzeigen. Wer beispiels­weise morgens zu seinem an der Straße geparkten Auto kommt und so einen Schaden feststellt, sollte umgehend Fotos machen und die Polizei ver­ständigen.

Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) nennt noch einen Grund fürs Einschalten der Polizei: Selbst wenn der Verursacher nicht ermittelt werden könne, sei es für die Schadens­meldung und -regulierung bei der Kfz-Versicherung von Vorteil, wenn sie verständigt wurde.

Vollkasko deckt die meisten Vandalismusschäden ab

Abgedeckt sind die meisten Vandalismus­schäden nur durch eine Voll­kasko­versicherung. Zerstochene Reifen allerdings reguliert sie nicht. Glas­schäden wie eine zerstörte Scheibe oder eine zertrümmerte Leuchten-Abdeckung übernimmt hingegen auch die Teilkasko.

Autofahrer sollten vor der Regulierung durch die Versicherung aber prüfen, wie hoch die Schadens­summe ist. „Bei geringfügigeren Schäden kann es sinnvoll sein, sie auf eigene Kosten zu beseitigen“, erklärt Daniela Mielchen, „denn die Erhöhung der Versicherungs­prämie und die Zahlung der Selbst­beteiligung, die oft zwischen 150 und 300 Euro liegt, können sich letztlich teurer auswirken.“

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Täter haftbar machen

Und wenn der Täter gefunden wird und man dessen Schuld nachweisen kann? Dann greife dessen Haft­pflicht­versicherung, so Daniela Mielchen. Ist der Täter nicht versichert, könne er haftbar gemacht werden - heißt: Man kann versuchen, Schaden­ersatz einzufordern.

Steht der Wagen auf einem privaten Parkplatz wie in einem Parkhaus, bedeutet das nicht automatisch, dass der Betreiber bei Schäden durch Dritte haftbar gemacht werden kann. Daniela Mielchen erklärt: „Hier werden in der Regel nur Miet­verträge vereinbart, die das Bereit­stellen einer Parkfläche umfassen. Nur wenn in den Vertrags­bedingungen auch die Über­wachung vereinbart wurde, könnte eine Haftung greifen.“

Um Reparatur­kosten zu senken, können Autofahrer nach den Möglichkeiten von Smart Repair fragen. „Oftmals ist es nicht notwendig, gleich den kompletten Kotflügel oder die ganze Motorhaube zu ersetzen, um kleine Dellen oder Kratzer zu entfernen“, erläutert Markus Herrmann.

Nicht an einsamen Orten parken

Wer sein Auto öffentlich abstellt, kann es nur bedingt vor Vandalismus schützen. Es hilft aber schon, genauer hinzuschauen, wo man das Auto abstellt. Sören Heinze rät: „Man sollte seinen Wagen möglichst nicht an einsamen Orten parken.“ Dort laufen mögliche Täter weniger Gefahr, entdeckt zu werden. Ideal seien Park­flächen, die gut von Anwohnern einsehbar seien.

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Vor Demos das Auto lieber umparken

Reagieren sollten Autofahrer, wenn etwa eine Demonstration angekündigt wird. Wer sein Auto in so einem Bereich stehen lasse, bleibe unter Umständen auf den Kosten für einen Vandalismus­schaden sitzen, meint Daniela Mielchen: „Die Versicherung wird fragen, warum man den Wagen dort abgestellt hat und möglicher­weise die Zahlung wegen einer Obliegenheits­verletzung verweigern.“

Kamera-Überwachung hilfreich

Welchen Vorteil bietet eine Kamera-Über­wachung im Auto? Hilfreich sei das sicherlich, schätzt Daniela Mielchen. Allerdings sei fraglich, ob solche Aufnahmen in einem Verfahren als Beweis­mittel zugelassen würden, so die Fach­anwältin. Denn: „Grund­sätzlich sieht der Bundes­gerichts­hof Video­aufzeichnungen von Dashcams als unzulässig an.“ (Az.: VI ZR 233/17). Es werde meist im Einzelfall abgewogen, ob das Interesse des Auf­zeichnenden oder das Persönlichkeits­recht des Gefilmten überwiege.

Der beste Schutz gegen Vandalismus­schäden ist Wachsamkeit. „Das gilt nicht nur für das eigene Auto, sondern auch für andere“, sagt Sören Heinze. Wer beobachtet, dass ein Fahrzeug beschädigt wird, sollte sich Ort und Zeitpunkt notieren und sofort die Polizei rufen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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