wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Bitte benutzen Sie zum Drucken dieser Seite die Druckfunktion Ihres Browsers!
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Verbraucherrecht | 10.06.2020

Außergerichtliche Streit­beilegung

Schlichten statt Richten: Konflikt­lösung ohne Richter

Die außergerichtlichen Alternativen

Ob bei einem Streit zwischen Nachbarn, Erben oder in Trennung lebenden Ehepartnern: Selten ist ein Gerichts­prozess der ideale Weg, um Konflikte beizulegen. Doch es gibt außergerichtliche Alternativen.

Ein heftiger Streit ist entbrannt. Beharrt jeder auf seinem Standpunkt, ist die Situation oft fest­gefahren. Wollen Konflikt­parteien dennoch zu ihrem Recht kommen, droht die eine Seite der anderen oft mit Klage.

Konfliktlösung ohne Gerichtverfahren

Doch ein Gerichts­verfahren ist oft teuer, und so ein Prozess kann sich über Jahre hinziehe. Bis dahin ist das Ergebnis offen. Unangenehm, wenn sich der Streit zwischen Nachbarn, Erben, Mieter und Vermieter oder in Trennung lebenden Ehepartner ewig hinzieht.

Wer zügig einen Ausweg aus einem Konflikt sucht, kann über eine außergerichtliche Streit­beilegung nachdenken - es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Dafür spricht: „Die Beteiligten hinter­lassen keine verbrannte Erde, sondern kommen auf Augenhöhe zusammen, vor allem bei einer Einigung“, erläutert die Düsseldorfer Rechtsanwältin Ulrike Gantenberg. So können sie später wieder gut miteinander leben, arbeiten oder wohnen.

Der Mediator vermittelt und begleitet

Bei einem Mediations­verfahren liegt die Verantwortung für die Lösung eines Streits bei den Konflikt­parteien - dabei unterstützt sie ein Mediator. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Vermitteln“.

Der Mediator begleitet und moderiert das Verfahren als neutraler Dritter. „Im Fokus stehen hierbei die Interessen und Bedürfnisse der jeweiligen Parteien“, so der Göttinger Mediator Matthias Wilhelm. Die Ent­scheidung, wer im Recht ist, überlassen sie nicht anderen.

Mediation kann bei Streitig­keiten auf betrieblicher Ebene oder im privaten Bereich zielführend sein.

Voraussetzung dafür ist: „Alle Beteiligten müssen es wollen und bereit sein, sich vertrauensvoll auf das Verfahren einzulassen“, erklärt Gantenberg, die Vorsitzende des Ausschusses Außergerichtliche Konflikt­beilegung im Deutschen Anwalt­verein.

Streithähne an einem Tisch

Die streitenden Parteien müssen sich zuerst darauf ver­ständigen, ihren Konflikt außer­gerichtlich beizulegen und einen Mediator kontaktieren. „Der Mediator führt zunächst getrennte Gespräche mit den Parteien, um sich ein Bild von der Lage zu machen“, erklärt Wilhelm. Dann setzt er sich mit den Parteien an einen Tisch.

Jede Partei trägt ihre Sicht der Dinge vor, äußert Wünsche und schlägt eine Lösung vor. Eine Grundregel dabei: Zuhören und ausreden lassen. „Oft fallen dann Sätze wie: Ich wusste gar nicht, dass dir dieses oder jenes so wichtig war“, erzählt Wilhelm aus der Praxis. So lernt die eine Seite, die andere besser zu verstehen.

Der Mediator sorgt dafür, dass die Beteiligten eine gemeinsame, konstruktive Gesprächs­ebene finden. In der Regel bleibt es nicht bei einer Sitzung. „Im Schnitt treffen sich die Beteiligten bis zu fünf Mal mit dem Mediator“, sagt Wilhelm.

Eine Sitzung sollte maximal zweieinhalb bis drei Stunden dauern. „Ein Mediator kostet pro Stunde im Schnitt mindestens 150 Euro, der Stundensatz kann aber auch höher sein“, so Wilhelm. Die Kosten können sich die Konflikt­parteien teilen - oder dies anders festlegen.

Die Schiedsperson schlichtet

Günstiger kann es bei privaten Streitig­keiten sein beispiels­weise zwischen Nachbarn eine Schied­sperson einzuschalten. Die Kosten liegen je nach Bundesland zwischen 50 und 100 Euro.

Die Aufgabe einer Schied­sperson ist es, Streit zu schlichten. Meistens findet die Schlichtungs­verhandlung in der Privat­wohnung der Schied­sperson statt. Wer eine Schied­sperson sucht, kann sich an das Amtsgericht der jeweiligen Kommune wenden.

Schieds­frauen und Schieds­männer werden vom Rat der Gemeinde gewählt. Das zuständige Amtsgericht bestätigt sie in ihrem Amt.

Das Schiedsgericht spricht rechtskräftige Urteile

Das Schieds­gericht ist die richtige Anlauf­stelle, wenn Unternehmen untereinander in Streit geraten - etwa eine Firma und ein Lieferant. „Die Parteien müssen vertraglich vereinbaren, dass sie nicht vor die staatlichen Gerichte ziehen“, erläutert Gantenberg.

Denn bei dem Schieds­gericht handelt es sich um ein privates Gericht. Das Verfahren ist meist nicht öffentlich - im Gegensatz zu den in der Regel öffentlichen Gerichts­verhandlungen.

Den Schieds­spruch müssen beiden Seiten anerkennen. Er kommt einem rechtskräftigen Urteil gleich. Wie viel dieses Verfahren kostet, kommt auf den Streitwert an, erklärt Gantenberg.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 3 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#7479

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d7479
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!