wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Immobilienrecht und Mietrecht | 08.05.2018

Haus- und Wohnungs­schlüssel

Schlüssel­frage: Wie viele Schlüssel stehen einem Mieter zu?

Was bei der Schlüssel­frage zu beachten ist

Ein Mieter kann vom Vermieter nicht nur Schlüssel für alle verlangen, die in der Wohnung leben, sondern auch für den Babysitter oder die Pflegekraft. Was ist für Mieter bei der Schlüssel­frage zu beachten?

Werbung

Der Mietvertrag ist unter­schrieben, jetzt steht die Wohnungs­übergabe an. Dazu gehört auch, dass der Vermieter dem Mieter sämtliche Schlüssel überreicht: für den Briefkasten, die Haus- und Wohnungs­tür, den Keller und eventuell die Garage. Die Zahl der über­gebenen Schlüssel wird im Übergabe­protokoll festgehalten.

Anzahl der übergebenen Schlüssel richtet sich nach den vertraglichen Vereinbarungen

„Wie viele Schlüssel es genau sind, richtet sich nach den Ver­einbarungen im Mietvertrag“, sagt Rechtsanwältin Annett Engel-Lindner vom Immobilien­verband Deutschland IVD. Ist dazu im Mietvertrag nichts vermerkt, kommt es auf den Einzelfall an, vor allem auf die Anzahl der Personen, die in der Wohnung leben. „Normalerweise erhält der Mieter zwei bis drei Sätze Haustür- und Wohnungs­schlüssel“, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

Mieter dürfen Wohnungsschlüssel nachmachen lassen

Der Mieter ist berechtigt, weitere Schlüssel zu verlangen - wenn er sie für die Nutzung seiner Wohnung benötigt. Auf den konkreten Verwendungs­zweck kommt es hierbei nicht an. „Es bleibt dem Mieter überlassen, einen Reser­veschlüssel etwa bei einer Bank zu hinterlegen“, erläutert Julia Wagner vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland. Der Mieter darf auch für andere - etwa Putzfrau, Babysitter oder Pflegekraft - Schlüssel verlangen oder anfertigen lassen. Es steht ihm frei, selbst dem Postboten einen Haus­schlüssel zu geben, wenn sich der Briefkasten innerhalb des Hauses befindet.

Dem Vermieter muss dabei keine Liste mit Namen und Adressen derjenigen überreicht werden, die über einen Haustür- und Wohnungs­schlüssel verfügen. Nach Angaben von Rechtsanwältin Engel-Lindner muss der Vermieter nur über die Anzahl der vorhandenen Schlüssel informiert werden, vor allem bei zusätzlich angefertigten Exemplaren. So kann der Vermieter sichergehen, dass beim Auszug des Mieters keine Schlüssel mehr im Umlauf sind.

Werbung

Schlüssel moderner Zentralschließanlagen können nur mit Zugangsberechtigung nachgemacht werden

Der Mieter darf auch auf eigene Kosten Schlüssel nach machen. In Häusern mit modernen zentralen Schließanlagen benötigt der Mieter die Zugangs­berechtigung (Code), um Schlüssel anfertigen zu lassen. In solchen Fällen muss der Mieter sich oft ohnehin an seinen Vermieter wenden. „Dieser muss weitere Schlüssel anfertigen lassen, wenn diese vom Mieter aus objektiver Sicht benötigt werden“, so Rechtsanwältin Annett Engel-Lindner. Die Herstellungs­kosten trägt aber der Mieter.

Verlust kann teuer werden

Was gilt, wenn der Schlüssel verloren geht? „Darüber ist der Vermieter umgehend zu informieren“, erklärt Julia Wagner. Ist der Schlüssel abhanden­gekommen und muss deswegen das gesamte Schloss aus­gewechselt werden, muss der Mieter dies nur bezahlen, wenn er den Verlust des Schlüssels verschuldet hat.

„Dabei genügt es, wenn dem Mieter fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden kann“, sagt Ulrich Ropertz. Als fahrlässig gilt etwa „die weitverbreitete Unsitte, außerhalb der Wohnung für Notfälle einen Schlüssel zu verstecken, etwa unter der Fußmatte“.

Ob der Schlüssel an einen Freund, Nachbarn oder ein Familien­mitglied gegeben wurde, spielt beim Verlust keine Rolle. „Der Mieter ist für die erhaltenen Schlüssel verantwortlich“, bekräftigt Ulrich Ropertz.

Werbung

Schadensersatz bei Verlust eines zu einer Schließanlage gehörenden Schlüssels

Klar ist: Ein verbummelter Schlüssel kann im Zweifel ins Geld gehen, wie ein Urteil des Bundes­gerichts­hofs zeigt. Beim Verlust eines Schlüssels einer Schließanlage ist der Mieter verpflichtet, die Kosten für den Austausch der Anlage zu tragen, wenn ein Missbrauch des Schlüssels nicht ausgeschlossen ist und der Mieter den Verlust verschuldet hat (Bundesgerichtshof, Urteil vom 05.03.2014, Az. VIII ZR 205/13).

Etwas anderes gilt, wenn die Schließanlage oder der Schlüssel defekt sind. In diesem Fall muss der Vermieter für die Instand­setzung sorgen und die Kosten hierfür tragen. Eine Ausnahme: Liegt kein Mangel vor und der Mieter hat die Beschädigung verursacht, muss er für die Reparatur oder Ersatz­beschaffung aufkommen. „Wenn unklar bleibt, ob der Beschädigung eine Material­schwäche oder ein nicht sach­gemäßer Gebrauch zugrunde liegt, geht dies im Zweifel zu Lasten des Vermieters“, sagt Rechtsanwältin Annett Engel-Lindner.

Vermieter darf keinen Haustürschlüssel zurückbehalten

Der Vermieter selbst darf nicht einfach einen Schlüssel zur Wohnung behalten, erklärt Julia Wagner. Er muss den Mietern alle existierenden Schlüssel aushändigen. Das bedeutet auch, dass der Vermieter ohne Einwilligung des Mieters dessen Wohnung nicht mehr betreten darf. „Der Vermieter kann dies auch nicht unter dem Gesichts­punkt verlangen, dass er für den Notfall schnell Zugang zur Wohnung benötigt“, so Rechtsanwältin Annett Engel-Lindner.

Beim Auszug müssen alle Schlüssel abgegeben werden

Beim Auszug aus der Wohnung muss der Mieter alle Schlüssel zurück­geben, auch die auf eigene Kosten angefertigten. „Der Mieter hat keinen Anspruch auf Kosten­erstattung für zusätzlich an­gefertigte Schlüssel“, erklärt Rechtsanwältin Engel-Lindner. Möchte der Vermieter die zusätzlichen Schlüssel nicht behalten, sollten sie vernichtet werden.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#5372

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d5372
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!