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Verbraucherrecht | 25.04.2023

Bluetooth-Tracker

Schlüssel­suche ade: So nützlich sind Bluetooth-Tracker

Doch wie (gut) funktioniert das?

Kaum größer als eine Münze sollen Bluetooth-Tracker Großes leisten: helfen, das verlorene Schlüssel­bund, das verstellte Fahrrad oder die streunende Katze wieder­zufinden.

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Lange Wartezeiten an der Sicherheits­kontrolle, ausgefallene Flüge, verlorene Gepäcks­tücke: Wer kennt das nicht. Gerade fürs Gepäck greifen viele Passagiere inzwischen zu einer Lösung in Eigenregie. Sie versehen ihr Gepäck mit kleinen Trackern. So lassen sich Koffer und Co. per App im Zweifel aufspüren. Auch bei Schlüsseln, Geldbörsen, Taschen, Fahrrädern oder Tieren kommen Tracker häufig zum Einsatz.

Gängige Modelle sind etwas größer als eine Münze, rechteckig oder rund und haben meist eine Öse zum Befestigen. Tile, Chipolo oder Samsung (Galaxy Smart Tags) sind neben Apple (Airtags) die bekanntesten Anbieter. Im Prinzip funktionieren die Tracker ähnlich wie kabellose Kopfhörer oder Smart­watches.

Sie verbinden sich primär über Bluetooth mit Smartphones oder Tablets in der Umgebung. „Befinden sich Tracker und Smartphone in Reichweite zueinander, erkennen sie sich aufgrund der früheren Kopplung“, erklärt Patrick Bellmer vom Fachportal „Heise online“. Dann können sie Daten austauschen.

Bluetooth-Reichweite bis 100 Meter draußen

Konkret heißt das: Hat man etwa einen mit Tracker versehenen Schlüssel oder eine Geldbörse verlegt, kann das Smartphone den Gegenstand finden. Voraus­gesetzt er befindet sich in der Nähe. „Bluetooth bietet unter idealen Bedingungen eine Reichweite von etwa 100 Metern, in Gebäuden je nach Beschaffenheit von Wänden und Decken in der Regel zwischen 10 und 20 Metern“, sagt Bellmer. Metall verringert die Reichweite, was etwa bei Stahlbeton oder Alukoffern zum Problem wird.

Klappt die Verbindung, kann man sich den Tracker auf einer Karte anzeigen oder ihn einen Signalton abspielen lassen. Eins von beidem führt einen dann hoffentlich zum verlorenen Gegenstand. Praktisch: Umgekehrt lässt sich oft auch das Smartphone über einen Tracker finden.

Drückt man auf einen Knopf an so einem Tracker, gibt das Handy einen Signalton von sich. Theoretisch können Nutzer einen Tracker an allem befestigen, was ihnen lieb oder wertvoll ist, vom Auto­schlüssel bis zum Halsband der Katze, die zu langen Ausflügen neigt.

Oft reicht auch ein günstiger Tracker

Als simple Suchhilfe reicht auch ein günstiges Gerät, in dieser Hinsicht gibt es Patick Bellmer zufolge keine großen Qualitätsu­nterschiede. Höchstens Verarbeitung und Details wie Wasser­dichte sind nicht überall gleich.

Allerdings nutzen Apple und Konkurrenten wie Tile oder Samsung zusätzlich die Ultra­breitband-Technologie (UWB). Sie sei, stark vereinfacht, vergleichbar mit einem Radar und soll das Suchen erleichtern, erklärt Bellmer. In der App sieht man dann nicht nur die Position (zum Beispiel die Adresse), sondern auch Anweisungen für die Such­richtung, etwa anhand von Pfeilen.

Aber was, wenn man seine Brieftasche unterwegs verloren hat und inzwischen kilometer­weit entfernt ist? Um die geringe Bluetooth-Reichweite zu kompensieren, greifen die Hersteller auf einen Trick zurück: Sie lassen andere Smartphones mitsuchen. Prinzipiell kann jedes Gerät, auf dem die jeweilige App installiert ist, auch fremde Tracker orten.

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Fremde Smartphones helfen suchen

Die Daten werden dann verschlüsselt übertragen und landen schließlich bei der Besitzerin oder dem Besitzer des Trackers. Je mehr Nutzer die entsprechende App haben, desto höher ist also die Wahrscheinlichkeit, dass der eigene Tracker und der damit verbundene Gegenstand gefunden wird. Und manchmal hilft es ja auch schon, sich von der App den letzten georteten Standort von Geldbeutel oder Schlüssel anzeigen zu lassen.

Bleibt die Frage: Darf man wirklich alles orten? „Die Nutzung von Bluetooth-Trackern zur Ortung von Gegenständen und Tieren ist legal“, sagt Rechtsanwalt Niko Härting. Das gilt auch im Ausland, zumindest sind dem Juristen keine gegen­teiligen Fälle bekannt. Ob man die Geräte zum Beispiel an Gepäck im Flugzeug nutzen darf, legt die jeweilige Airline fest.

Kritisch wird es, wenn man Menschen orten möchte, etwa das eigene Kind. Das geht auch zu Zwecken des Kindeswohls nur mit Zustimmung aller Beteiligten, also auch der des Kindes, stellt Härting klar. Außerdem sollte man auf die Datenschutz­informationen des Tracker-Anbieters achten. „Die Daten dürfen weder an kommerzielle Anbieter weiter­gegeben werden noch auf chinesischen oder russischen Servern landen“, sagt der Anwalt.

Stalking ist ein ernstes Problem

Richtig problematisch wird es, wenn Menschen Tracker nutzen, um Bekannte, Partnerinnen, Ex-Partner oder fremde Menschen zu überwachen oder aus­zuspähen. Das verletze Persönlich­keitsrechte und missachte den Datenschutz, so Härting. Das Missbrauchs­potenzial für Stalking & Co. ist auch den Herstellern bewusst. Apple oder auch Tile warnen Nutzerinnen und Nutzer daher inzwischen auf dem Bildschirm oder per Signalton, wenn sich fremde Tracker in der Umgebung befinden.

Wer einen oder mehrere Tracker anschaffen möchte, sollte ein paar Dinge beachten. Das eigene Smartphone oder Tablet muss Bluetooth und, falls der Tracker es an Bord hat, auch den UWB-Funk unterstützen. Ebenso spielt das Betriebs­system eine Rolle. Die App für den Galaxy Smart Tag von Samsung funktioniert etwa nur auf Android-Geräten, Apples Airtags brauchen zwingend iOS.

Chipolo oder Tile sind mit beiden Betriebs­systemen kompatibel. Einfache Bluetooth-Tracker gibt es bereits ab 10 bis 15 Euro. Modelle, die zusätzlich UWB bieten, starten preislich bei 30 Euro. Die Knopfzellen in den Trackern halt je nach Hersteller, Modell und Nutzung zwischen einem Jahr und drei Jahren durch.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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