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Arbeitsrecht | 07.04.2021

Teilzeit

So geht Teilzeit ohne Verlust bei der Rente

Fünf Tipps für alle, die eine Teilzeit­tätigkeit planen

Im Job von Voll- auf Teilzeit: Wer dies bewusst plant und finanziell vorsorgt, muss im Alter in Sachen Geld keine Abstriche machen. Worauf es hierbei ankommt.

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Immer noch sind es zumeist Frauen, die im Job kürzer treten. Weil sie mehr Zeit für die Familie oder für die Pflege von Angehörigen haben wollen. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Alters­vorsorge (DIA) arbeitete 2019 fast jede zweite erwerbstätige Frau in Teilzeit - und nur jeder zehnte Mann.

Egal ob Mann oder Frau: Mit einer Teil­zeit­beschäftigung fließt nicht nur aktuell weniger Geld aufs Konto. Auch in späteren Jahren, nämlich im Rentenalter, droht dies der Fall zu sein. Doch davor kann sich jeder wappnen - nämlich mit einer aus­gefeilten Strategie.

Tipp 1: Sich einen Überblick über die Finanzen schaffen

Bevor die Ent­scheidung fällt, die Stundenzahl im Job zu reduzieren, ist es gut, sich einen Überblick über die Finanzen zu verschaffen. Wie viel verdient in der Partnerschaft der eine, wie viel der andere?

Und dann etwa: Welche monatlichen Ausgaben fallen an, welche Rücklagen bestehen, wie sieht die private Alters­vorsorge aus? Welche Versicherungen bestehen? An welcher Stelle lässt sich sparen, wenn einer weniger Geld mit nach Hause bringt? Gibt es eine Immobilie, gibt es Schulden?

„Wichtig ist auch zu prüfen, ob eine Risiko­ab­sicherung vorliegt, falls der (Ehe-)Partner stirbt“, sagt Hanne Roggemann vom Institut für Finanz­dienst­leistungen (iff) in Hamburg. Liegt eine solche Police nicht vor, sollte man sich beraten lassen, ob sie im eigenen Fall sinnvoll ist.

Tipp 2: Teilzeitgehalt berechnen und Rentenansprüche erfragen

Wer seine Arbeitszeit reduzieren und wissen möchte, wie hoch dann das Netto-Teilzeit­gehalt wäre, kann zur ersten Orientierung den Teilzeit­rechner des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales nutzen. Im nächsten Schritt sollte man ausloten, welche Folgen der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente hat. Das kann man bei der Deutschen Renten­versicherung (DRV) erfragen.

Wie sich eine Teilzeit­tätigkeit auf die Rente auswirkt, zeigt Dirk von der Heide von der DRV Bund anhand einer Beispiel­rechnung: Eine Frau in den alten Bundes­ländern arbeitet mit 40 Stunden in der Woche Vollzeit. Ihr sozial­versicherungs­pflichtiges Arbeits­entgelt liegt bei 41.541 Euro. Ihr Brutto-Monats­verdienst beträgt damit rund 3462 Euro. Hierfür erhält die Versicherte pro Jahr einen Entgelt­punkt an Renten­zuwachs, das sind derzeit 34,19 Euro pro Kalender­jahr.

Arbeitet die Frau nun nur noch 20 Stunden in der Woche, reduziert sich ihr Renten­zuwachs um die Hälfte auf 17,10 Euro. Arbeitet sie dagegen 30 Stunden die Woche (bei 40 Stunden Vollzeit), reduziert sich der Renten­zuwachs nur um 25 Prozent.

Eine Frau mit einem Arbeits­entgelt von 41 541 Euro, die in den alten Bundes­ländern sowohl 20 Jahre Vollzeit als auch 20 Jahre halbtags gearbeitet hat, erreicht eine Rentenhöhe von rund 1026 Euro brutto. „Hätte sie von den 40 Arbeits­jahren dagegen nur zwei Jahre halbtags gearbeitet, hätte sie eine Renten­anwartschaft von rund 1333 Euro brutto“, so von der Heide.

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Tipp 3: Mit dem Partner über einen Ausgleich reden

Die Beispiel­rechnung zeigt: Eine Teil­zeit­beschäftigung über einen längeren Zeitraum mindert nicht nur laufende Einkünfte, sondern auch Renten­ansprüche. „In vielen Fällen ist es sinnvoll, mit dem Partner nach einer Lösung zu suchen“, sagt Kathleen Altmann vom Bundes­verband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Das bietet sich vor allem dann an, wenn es darum geht, eine Renten­lücke auszugleichen, die durch die Betreuung gemeinsamer Kinder entsteht.

Eine Möglichkeit: „Es gibt zwischen den Partnern einen Bargeld-Ausgleich“, so Altmann. Den Betrag kann die Teilzeit­beschäftigte langfristig für die Alters­vorsorge anlegen und ihn beispiels­weise in einen ETF investieren.

Eine andere Option: Der Partner zahlt für den in Teilzeit arbeitenden Partner monatlich in einen Sparplan ein - „das ist schon mit einem Betrag von 25 Euro im Monat möglich“, so Altmann.

Tipp 4: Altersvorsorge weiter im Blick haben

Auch wenn der Partner einen Ausgleich zahlt, sollte man prüfen, ob das Geld im Alter reichen wird. Wer unsicher ist, kann sich beraten lassen - zum Beispiel bei der Deutschen Renten­versicherung oder bei Verbraucher­zentralen.

In jedem Fall bietet es sich für Teilzeit­beschäftigte an, den Arbeitgeber nach einer betrieblichen Alters­versorgung zu fragen. „Bei der Gelegenheit kann man sich auch gleich nach vermögens­wirksamen Leistungen erkundigen und sie dann in jedem Fall nutzen“, so Roggemann. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der Riester-Zulage die Alters­vorsorge auf­zustocken.

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Tipp 5: Finanzen immer wieder auf den Prüfstand stellen

Damit einem die Finanzen nicht aus dem Ruder laufen, bietet es sich an, sich regelmäßig die Einnahmen und Ausgaben anzusehen. Oft lohnt es sich, in einer Partnerschaft drei Konten zu haben - jeder Partner hat sein eigenes und beide haben ein Gemeinschafts­konto. „Das sorgt für mehr Transparenz und macht es einfacher, gemeinschaft­liche Kosten wie etwa Miete und Versicherungen aufzuteilen“, so Altmann.

Wichtig ist auch, über ein finanzielles Polster für Notfälle - zum Beispiel wenn eine neue Wasch­maschine her oder das Auto in die Werkstatt muss. Eine Faustregel besagt, so viel Geld zur Seite zu legen, dass man damit drei Monate über die Runden kommt. „Auf einem Tagesgeld­konto liegt das Geld sicher und ist im Notfall sofort verfügbar“, so Altmann.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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