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Bankrecht und Verbraucherrecht | 24.07.2019

Konto­abbuchungen

So können sich Verbraucher gegen unrechtmäßige Geld­abbuchungen wehren

Konto­inhaber können falsche Abbuchungen zurückholen

Immer wieder erfolgen unberechtigte Abbuchungen von Girokonten. Um das zu bemerken und dagegen vorzugehen, sollten Bankkunden regelmäßig kritisch ihre Konto­auszüge checken.

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Miete, Strom oder der Beitrag fürs Fitness­studio - für solche und andere regel­mäßigen monatlichen Zahlungen sind Last­schriften beliebt. Der Gläubiger, zum Beispiel der Vermieter, bucht vom Konto einen Betrag ab - voraus­gesetzt, der Kunde hat dem Gläubiger hierfür vorab seine Einwilligung mit einem „SEPA-Lastschrift­mandat“ gegeben.

„Im Schnitt werden in Deutschland pro Sekunde mehr als 300 Last­schriften ausgeführt“, sagt Tanja Beller vom Bundes­verband deutscher Banken in Berlin. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass einem Konto­inhaber unrecht­mäßig Geld abgebucht wird.

Kontoauszug regelmäßig kritisch prüfen

„Bankkunden sollten ihre Konto­auszüge regelmäßig kritisch prüfen, um falsche Buchungen zu bemerken und zu verhindern“, erklärt Christian Urban von der Verbraucher­zentrale NRW. Der Blick auf die Konto­auszüge hilft auch, auf unwissentlich unter­geschobene Verträge im Internet und in sozialen Online-Netzwerken aufmerksam zu werden.

Generell gilt: Kunden können sich bei einer SEPA-Basis-Lastschrift an ihre Bank wenden und verlangen, dass das Geld­institut den abgebuchten Betrag zurück­bucht. „Das geht innerhalb von acht Wochen ohne Angaben von Gründen“, betont Tanja Beller.

Bei von einem Konto­inhaber nicht genehmigten Belastungen ist eine Rück­erstattung sogar innerhalb von 13 Monaten möglich. Wer Online­banking betreibt, kann per Mausklick widersprechen. Doch wie können Verbraucher im Einzelfall konkret vorgehen? Drei mögliche Szenarien:

Szenario eins: Unrechtmäßige Geldabbuchungen

Der Strom­anbieter hat monatlich Geld abgebucht, schickt zum Jahresende die End­abrechnung und kommt zu dem Ergebnis, dass der Kunde noch eine Nachzahlung leisten müsse. Diesen Betrag bucht der Strom­anbieter ab. Der Kunde ist der Auffassung, dass diese Abbuchung zu Unrecht erfolgte.

In diesem Fall ist es sinnvoll, erst mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen, bevor der Kunde seine Bank einschaltet. „Man kann sich so viel Ärger ersparen“, betont Thomas Mai von der Verbraucher­zentrale Bremen. Besteht der Strom­anbieter nämlich auf der Zahlung und einigt man sich im Laufe der Zeit nicht, könnte dem Kunden im schlimmsten Fall am Ende eine Stromsperre drohen.

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Szenario zwei: EC-Karte verloren

Jemand hat seine EC-Karte verloren, so dass ein anderer nun auf seine Kosten einkaufen könnte. In diesem Fall gilt es schnell zu sein: „Sofort die Karte sperren lassen“, rät Thomas Mai. Dazu kann der Betroffene die Sperr-Notruf 116 anrufen oder sich an seine Bank wenden. Wichtig ist auch, den Verlust der EC-Karte der Polizei zu melden. Die Ermittler sperren die Karte zusätzlich über das System „Kuno“. Diebe können dadurch bei bestimmten Läden nicht mehr das Lastschrift­verfahren mit Unterschrift nutzen.

Im nächsten Schritt teilt der Kunde seiner Bank mit, welche Beträge durch den Einkauf der Diebe abgebucht wurden. „Verbraucher haften nur bis zum Sperren mit höchstens 50 Euro“, erklärt Thomas Mai. Danach übernimmt die Bank die entstehenden Kosten. „Nur bei grober Fahrlässigk­eit haften Kunden für den vollen Schaden“, sagt Christian Urban.

Ein Tipp: Betroffene sollten unverzüglich handeln, sobald sie den Verlust bemerken. „Ansonsten müssen sie mit dem Vorwurf rechnen, grob­fahrlässig die Sperrung der Karte hinaus­gezögert zu haben“, betont Thomas Mai. Wichtig ist, die PIN nie zusammen mit der Karte aufbewahren.

Die Karte gehört auch nicht im Handschuh­fach des Autos zurückgelassen. „Beides würde als grob fahrlässig gelten“, so Thomas Mai. Wichtig ist auch, die Konto­auszüge weiter darauf zu prüfen, ob es auch noch zu einem späteren Zeitpunkt unberechtigte Abbuchungen gab.

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Szenario drei: Abbuchung ohne gültige Einzugsermächtigung

Es erfolgt eine Abbuchung ohne gültige Einzugs­ermächtigung. In diesem Fall wenden sich Kunden direkt an die eigene Bank und fordern sie auf, den Betrag wieder gut­zuschreiben. Im Zweifel macht es Sinn, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen, das abbuchen wollte, und zu klären, ob nicht doch eine berechtigte Forderung vorlag.

Beruft sich das Unternehmen auf ein gültiges Mandat, müsste es dies im Zweifel beweisen können. „Verbraucher sollten sich die Schreiben, mit denen sie eine Einzugs­ermächtigung wieder zurück­genommen haben, sicherheits­halber aufheben“, empfiehlt Thomas Mai.

Abbuchungen des Unternehmens sperren lassen

Besteht gegebenenfalls ein Vertrag zwischen dem Verbraucher und dem Unternehmen, dann reicht der Widerruf der Lastschrift nicht aus, um sich von diesem Vertrag zu lösen. „Kommt es wiederholt zu unberechtigten Abbuchungen, können Kunden ihr Konto bei ihrer Bank für Abbuchungen des Unternehmens sperren lassen“, sagt Christian Urban.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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