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Arbeitsrecht | 27.07.2022

Verspätete Urlaubs­rückkehr

Sommer-Reisechaos: Was gilt bei verspäteter Urlaubs­rückkehr?

Was in so einer Situation am Arbeits­platz gilt

Überlastete Flughäfen, Waldbrände, Streiks: Wer im Sommer 2022 verreist, muss mit vielen Unwägb­arkeiten planen. Was passiert, wenn Beschäftigte nicht rechtzeitig wieder zurück am Arbeits­platz sind?

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Check-in-Chaos am Flughafen, ein Brand in der Urlaubs­region oder streikendes Flug­personal: Gründe, warum Arbeit­nehmerinnen oder Arbeit­nehmer nach dem Urlaub nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen können, gibt es derzeit zuhauf. Weil es einen un­verschuldet trifft, müsste man eigentlich weiter Gehalt bekommen, mag mancher denken. Dem ist aber nicht so, wie Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeits­recht in Offenburg, erklärt.

Keine Lohnfortzahlung bei verspäteter Urlaubsrückkehr

„Es ist ein Grundsatz im Arbeits­recht: Lohn gibt es nur für Arbeit“, sagt Markowski. Gesetzliche oder tarifliche Regelungen, die auch für Ausfall­zeiten eine Vergütung vorsehen, greifen bei einer verspäteten Urlaubs­rückkehr nicht, wie Gerichts­urteile zeigen. „Leider gibt es in so einem Fall keine einschlägige Regelung und damit auch keine Lohn­fort­zahlung.“

Vielmehr müssen Arbeit­nehmer ihren Arbeitgeber umgehend informieren, dass sie nicht rechtzeitig zurück­kommen können. „Dafür sollten sie sich möglichst eine Bestätigung besorgen.“ Außerdem ist es die Pflicht eines Arbeit­nehmers, sich um alternative Reise­möglichkeiten zu kümmern. Das kann heißen, mit dem Zug statt mit dem Flieger zurück­zureisen.

Nach Absprache: Urlaub oder Zeitarbeitskonto nutzen

Eine Strafe für un­verschuldet zu spätes Erscheinen gibt es aber auch nicht. „Man bekommt einfach keinen Lohn, das Arbeits­verhältnis ruht in dieser Zeit“, sagt der Arbeits­rechts­anwalt. „Ich kann natürlich mit meinem Arbeitgeber vereinbaren, dafür Urlaub zu nehmen oder, wenn vorhanden, ein Zeitarbeits­konto zu nutzen.“ Das ist allerdings eine Sache der Absprache.

Eine Abmahnung oder gar Kündigung sind nicht gerechtfertigt. „Das kann nur kommen, wenn ich eine arbeits­vertrag­liche Pflicht schuldhaft verletzt habe“, sagt Markowski. „Aber wenn ich den Arbeitgeber nicht informiere, können Konsequenzen drohen.“

Vorsorglich schon den Dienst­laptop mit in den Urlaub zu nehmen, um im Falle eines Falles von dort zu arbeiten, hält Markowski für keine gute Idee. So etwas müsse immer mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. Wer allerdings schon mit einer Natur­katastrophe am Urlaubsort rechne, solle vielleicht gar nicht erst dorthin reisen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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