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Reiserecht und Verbraucherrecht | 13.07.2020

Urlaub

Sommer­urlaub-2020: Was nach der Rückkehr aus einem Risiko­gebiet droht

Wer direkt nach Rückkehr ein Attest vorlegt kann Quarantäne vermeiden

Der verdiente Urlaub ist vorbei - doch dann können die Probleme erst losgehen. Wer eine Reise in ein Corona-Risiko­gebiet unternimmt, sollte wissen, was das für die Rückkehr nach Deutschland bedeutet.

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Noch gibt es Reise­warnungen für Länder wie die Türkei und Ägypten. Sobald diese aufgehoben werden, dürften wieder deutlicher mehr Urlauber dorthin reisen. Doch die Staaten stehen, so wie Dutzende weitere, auf der Liste mit Risiko­gebieten des Robert Koch-Instituts (RKI). Im Urlaub selbst gibt es damit eventuell keine Probleme - aber danach.

Was bedeutet überhaupt Risikogebiet?

Bekannt ist bislang die Reise­warnung - eine dringender Appell des Aus­wärtigen Amtes (AA), von einer Reise in das entsprechende Land abzusehen. Für die meisten europäischen Länder wurde die Warnung aufgehoben, für mehr als 160 Länder weltweit gilt sie bis zum 31. August 2020. Die Liste wird regelmäßig geprüft.

Darüber hinaus gibt es noch eine Liste mit Risiko­gebieten. Sie enthält Länder, in denen entweder ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, oder in denen die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber zum Beispiel zu wenige Test­kapazitäten gibt.

Auf dieser Liste, die von den zuständigen Ministerien wöchentlich überprüft wird, stehen auch einige beliebte Urlaubs­ziele - wie die Türkei und Ägypten. Wichtig für Urlauber: Ein Land kann als Risiko­gebiet bewertet sein, ohne dass eine handfeste Reise­warnung vorliegt. Urlauber sollten daher stets prüfen, in welche Kategorie ihr Reiseland fällt.

Denn das hat praktische Auswirkungen bei der Rückkehr nach Deutschland: Laut Infektions­schutz­verordnung müssen sich Reisende, die in einem Risiko­gebiet waren, bei der Rückkehr nach Deutschland für 14 Tage in Isolation begeben.

Was droht Schülern bei Rückkehr aus einem Risiko­gebiet?

Wer mit seinen Kindern in den Ferien in ein Risiko­gebiet fährt, sollte an den Unterrichts­beginn denken. Es ist ratsam, spätestens 14 Tage vor dem ersten Schultag von der Reise zurückzukehren.

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Wie man die Quarantäne doch umgehen kann

In bestimmten Fällen lässt sich die Quarantäne allerdings umgehen: Die Pflicht zur häuslichen Isolation fällt weg, wenn Familien sofort nach Einreise ein ärztliches Attest in deutscher und englischer Sprache darüber vorlegen können, dass keine Anzeichen für eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus vorliegen.

Test darf nicht länger als 48 Stunden zurückliegen

Dem ärztlichen Zeugnis muss ein Abstrich-Test (PCR) zugrunde liegen, der in einem EU-Mitglieds­staat oder einem anderen vom RKI empfohlenen Land gemacht wurde. Der Test darf bei Einreise nach Deutschland nicht länger als 48 Stunden zurück­liegen. Ob man am Urlaubsort ohne Weiteres einen solchen Test über ein entsprechend zertifiziertes Labor durchführen lassen kann, wie es das RKI vorsieht, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Bei negativem Testergebnis entfällt Pflicht zur Quarantäne

Alternativ kann man sich auch bei oder nach der Einreise in Deutschland testen lassen. Sobald ein negatives Test­ergebnis vorliegt, in der Regel nach 24 oder 48 Stunden, entfällt die Pflicht zur Quarantäne. Jedoch betont das Gesundheits­ministerium auf Anfrage: Maßgeblich sei, ob und wie das jeweilige Bundesland die Regelungen der entsprechenden Muster­verordnung übernommen hat.

Sollten sich Familien in Quarantäne begeben müssen und dies mit dem Unterrichts­beginn zusammen­fallen, können Kinder als unentschuldigt fehlend gelten. So hat es zum Beispiel das Land Berlin festgelegt.

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Was bedeuten die Bestimmungen für Familien mit Kita-Kindern?

Die Bestimmungen lassen sich nicht eins zu eins auf die Situation mit nicht schul­pflichtigen Kindern übertragen. Denn für sie besteht keine Pflicht, eine Tages­einrichtung zu besuchen. Außerdem liege es in der Verantwortung der jeweiligen Träger, die Hygiene­bestimmungen einzuhalten, teilt die Berliner Senats­verwaltung auf Anfrage mit.

Sollten Eltern mit jüngeren Kindern in den Ferien ein Risiko­gebiet besucht haben, ist aber auch hier eine Isolation für 14 Tage nötig, falls kein Attest vorgelegt werden kann.

Generell gelten etwa in Berlin die allgemeinen Bestimmungen für Rückkehrer aus Risiko­gebieten. Wie Kitas sonst im Einzelfall vorgehen, fällt in die Verantwortung der Träger.

Für Eltern bedeutet das nicht nur eine Un­gewissheit, sondern auch ein großes Hin und Her: Nach der Rückkehr aus dem Urlaub müssen sie zum einen individuell mit ihrer Einrichtung klären, unter welchen Voraus­setzungen ihr Kind wieder in die Kita darf. Zum anderen ist für Eltern damit nicht abzusehen, ob sie wieder wie geplant arbeiten können.

Welche Konsequenzen ergeben sich für Arbeitnehmer

Eine allgemeine Quarantäne-Verordnung für alle Urlaubs­rückkehrer aus Risiko­gebieten kann unter Umständen auch für Arbeit­nehmer zum Problem werden: Beschäftigte, die nach einem Urlaub für 14 Tage zu Hause bleiben müssen, gehen das Risiko ein, für diese Zeit keinen Lohn zu erhalten. Darauf weist der Bund-Verlag hin.

Beschäftigte dürfen im Falle einer Quarantäne ihren Arbeits­platz nicht aufsuchen - und ohne Arbeits­leistung erhalten sie nach Paragraf 614 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) keinen Lohn.

Nur bei behördlich angeordneter Quarantäne gibt es Lohn Entschädigung

Lohn-Ent­schädigungen im Quarantäne­fall gibt es nach Paragraf 56 im Infektions­schutz­gesetz nur bei einer behördlich und individuell angeordneten Quarantäne, wie sie zum Beispiel ein Gesundheits­amt nach Kontakt mit einer Risiko­person anordnen kann. Der Arbeitgeber zahlt dann für die Zeit Leistungen in Höhe des Verdienst­ausfalls an den Arbeit­nehmer.

Über eine Quarantäne-Pflicht für Reise-Rückkehrer entscheiden jeweils die Bundes­länder (Paragraf 32 IfSG). Für solche allgemein­gültigen Landes­verordnungen greift die Entschädigungs­regelung aber nicht.

Quarantänepflichtige haben die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten

Eine Möglichkeit kann es für manche Berufstätige sein, für die Zeit der Quarantäne von zu Hause aus zu arbeiten. Das geht dem Bund-Verlag zufolge dann, wenn es entsprechende Ver­einbarungen im Betrieb gibt. Dann bekommen Beschäftigte auch weiter Lohn.

Eine Reise ins Risiko­gebiet verbieten, das dürfen Arbeitgeber allerdings nicht: „Wie Arbeit­nehmer ihren Urlaub gestalten, liegt außerhalb des Weisungs­rechts des Arbeit­gebers“, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin.

Was sollte man generell zum PCR-Test wissen?

Ein negativer PCR-Test bedeutet, dass zum Zeitpunkt des Abstrichs keine Viren in der entsprechenden Menge nachgewiesen wurden. Dadurch ist aber etwa nicht ausgeschlossen, dass man sich kurze Zeit vor dem Abstrich noch angesteckt haben könnte - und man kann sich natürlich auch nach dem Test jederzeit infizieren.

Zu beachten ist auch: Von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung können beim Sars-CoV-2-Virus 1 bis 14 Tage vergehen - im Mittel 5 bis 6 Tage, erläutert das Portal Infektions­schutz.de, das die Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreibt.

Wichtig zu wissen: Wer Krankheits­zeichen hat, ist ansteckend. Doch ein Übertragungs­risiko besteht den Angaben nach schon zwei Tage vor Auftreten der Symptome - und einen Tag vorher sei es am höchsten. Ein negativer PCR-Test ist somit kein Freifahrts­schein. Wer also Tage danach doch Symptome zeigt, sollte rasch das Gesundheits­amt informieren, sich isolieren und erneut auf das Virus testen lassen.

Vorsorglicher Test kostet mehr als 100 Euro

Wer sich nur vorsorglich testen lässt, um eine Quarantäne zu vermeiden, muss die Kosten von in der Regel mehr als 100 Euro gegebenenfalls selbst tragen - außer, die Verordnungen im jeweiligen Bundesland sehen etwas anderes vor. Zeigt man dagegen Symptome und wird deshalb getestet, zahlt die Kranken­kasse den Test.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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