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Immissionsschutzrecht und Umweltrecht | 23.01.2017

Kaminöfen

Stilllegen oder Nachrüsten? - Schonfrist für alte Kaminöfen läuft Ende 2017 aus

Verstoß gegen die Auflagen kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden

Alte Kaminöfen sind schädlich für die Umwelt. Sie stoßen zu viele Emissionen aus. Daher droht ihnen schrittweise das Aus oder die verpflichtende Nach­rüstung. Viele Haus­besitzer sind bis Jahresende 2017 davon betroffen. Sie sollten sich darauf vorbereiten.

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Ein knisterndes Feuer im Kaminofen ist gemütlich und romantisch. Ist das Modell aber schon älter, stößt es verhältnismäßig viel Feinstaub aus. Zum Schutz der Umwelt sieht ein Gesetz vor, dass Kaminöfen, die älter als 30 Jahre sind, nach und nach mit einem Spezial­filter nachgerüstet oder stillgelegt werden. Das droht Öfen generations­weise. Es sei denn, sie halten die aktuellen Grenzwerte für Schadstoffe ein. Ein neuer Stichtag ist der Dezember 2017 - und zwar für Öfen mit Baujahr bis einschließlich 1984. Die wichtigsten Fakten:

Warum müssen Kaminöfen ersetzt oder nachgerüstet werden?

Der Emissions­ausstoß moderner Geräte liegt um bis zu 85 Prozent unter dem der alten Öfen, wie Rolf Heinen vom Industrie­verband Haus-, Heiz- und Küchent­echnik (HKI) in Frankfurt erklärt. Seit 2010 sieht die Bundes-Immissionsschutzverordnung Grenzwerte für Kamin- und Kachelöfen vor. Besitzer müssen Öfen, deren Werte darüber liegen, ersetzen oder mit einem Filter nachrüsten. „Der Austausch macht auch ökonomisch Sinn“, sagt Rolf Heinen vom Industrie­verband Haus-, Heiz-und Küchent­echnik. Denn die moderne Technik bringt einen höheren Wirkungs­grad und eine bessere Energie­effizienz mit sich: „Es wird deutlich weniger Brennstoff verbraucht.“

Wie hoch sind die Grenzwerte?

Für die sogenannten Einzelraum­feuerstätten, die vor dem Inkraft­treten der Verordnung am 22. März 2010 in Betrieb gingen, liegen die Grenzwerte bei 4 Gramm Kohlen­monoxid und 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter. Diese Werte sind weniger streng als jene für ganz neue Öfen. Alle Anlagen, die nach 2015 errichtet wurden, haben Grenzwerte von 1,25 Gramm Kohlen­monoxid und 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter. Öfen aus der Zeit von März 2010 bis Ende 2014 dürfen auf 2 Gramm Kohlen­monoxid und 0,075 Gramm Staub pro Kubikmeter kommen.

Welche Öfen sind von den Tauschwellen betroffen?

Bis Ende 2014 mussten bereits Öfen mit Baujahr bis 1974 stillgelegt oder nachgerüstet werden, erklärt Stephan Langer, Sprecher des Bundes­verbandes des Schornstein­feger­handwerks. „Die nächste Austausch­frist endet Ende Dezember 2017. Wer einen Kaminofen hat, der bis einschließlich 1984 gebaut wurde, muss bis dahin aktiv werden.“ Am Jahresende 2020 läuft die Schonfrist für Modelle der Baujahre 1985 bis 1994 ab. 2024 müssen dann Öfen, die im Zeitraum von 1995 bis Ende März 2010 gefertigt wurden und nicht die Grenzwerte einhalten, ausgetauscht oder nachgerüstet sein.

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Gibt es Ausnahmen?

„Historische Modelle, die vor 1950 hergestellt wurden, offene Kamine und Kochherde sind ausgenommen“, sagt Stephan Langer, Sprecher des Bundes­verbandes des Schornstein­feger­handwerks. Auch Haus­besitzer, die ausschließlich mit ihrem Kachelofen heizen, müssten ihn nicht stilllegen, selbst wenn er sehr alt ist.

Wie finde ich heraus, ob mein Ofen betroffen ist?

„Anhand des Datums auf dem Typenschild des Gerätes lässt sich leicht feststellen, wann es gebaut wurde“, erläutert Rolf Heinen vom Industrie­verband Haus-, Heiz-und Küchent­echnik. Ist das Datum nicht mehr feststellbar, müssen Ofen­besitzer direkt aktiv werden, betont Langer. Der Bezirks­schornstein­feger sollte dann den Schadstoff­ausstoß messen. Außerdem bietet der Industrie­verband Haus-,Heiz- und Küchent­echnik unter http://cert.hki-online.de eine Datenbank zur Recherche der Werte des jeweiligen Ofens an. Ein Ausdruck der Angaben reicht dem zuständigen Bezirks­schornstein­feger als Nachweis.

Was sagen Experten über die Nachrüstung mit einem Spezialfilter?

Sie sprechen sich dagegen aus. „Bei den alten Öfen macht das eigentlich wenig Sinn“, sagt Tim Froitzheim vom Zentral­verband Sanitär Heizung Klima. Anlagen, die ohne nach­gerüsteten Filter bis Ende 2017 außer Betrieb genommen werden müssen, sind rund 30 bis 40 Jahre alt. „Für ein technisches Gerät, was dieser Belastung ausgesetzt wird, ist dies ein stolzes Alter. Ihre Verbrennungs­technik war nicht auf die heute geforderten geringen Emissions­werte ausgelegt.“ Er rät daher grund­sätzlich, über einen Austausch nachzudenken. Stephan Langer von Bundes­verband des Schornstein­feger­handwerks vergleicht die Preise: „Nach­rüstsets kosten um die 1000 Euro. Neue Öfen gibt es schon ab 500 Euro.“ Da die Filter­technik noch nicht in voller Breite im Markt etabliert ist, liegen die Preise derzeit deutlich höher, als man es ursprünglich erwartet hatte. „Die Grenzwerte beziehen sich auf Staub und Kohlen­monoxid“, ergänzt Froitzheim. „Die Filter entfernen jedoch nur einen gewissen Staubanteil aus den Rauchgasen. Möglicherw­eise reicht der Filter daher gar nicht aus, um die Grenzwerte für Kohlen­monoxid einzuhalten.“

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Was droht Hausbesitzern, die die Fristen nicht einhalten?

„Stößt ein Schornstein­feger bei seiner turnusmäßigen Feuer­stättens­chau - zweimal innerhalb von sieben Jahren - auf so ein Gerät, muss er sicher­stellen, dass es außer Betrieb gesetzt wird“, erklärt Stephan Langer vom Industrie­verband Haus-, Heiz-und Küchent­echnik. „Außerdem ist er verpflichtet, das der zuständigen Behörde zu melden.“ Das kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zur Folge haben.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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