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Verbraucherrecht und Vertragsrecht | 10.01.2022

Strom

Strom­anbieter in Schwierig­keiten: Was können Verbraucher tun?

Was jetzt zu tun ist - drei Tipps

Die hohen Energie­preise bringen auch viele Unternehmen in Schwierig­keiten. Einige stellen derzeit ihre Lieferungen ein. Verbraucherinnen und Verbraucher fallen in die Ersatz­versorgung zurück. Was tun?

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Strom ist im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Nach Angaben des Energie­wirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) waren die Preise an der Strombörse 2021 die höchsten seit mindestens 20 Jahren. 500 Euro und mehr pro Megawatt­stunde - so viel kostete Strom in Großhandel in einzelnen Stunden. Das sorgt inzwischen für Turbulenzen auf dem Energie­markt. Einige Strom­anbieter haben durch diese Entwicklungen Probleme bekommen. „Die Anzahl der Anbieter, die die Belieferung einstellen, ist in jüngster Zeit gestiegen“, sagt Udo Sieverding von der Verbraucher­zentrale NRW. Manche sind sogar in die Insolvenz gerutscht.

Das Problem für Kundinnen und Kunden

Sie verlieren ihren bisherigen Energie­versorger und fallen in die Ersatz­versorgung. Die übernimmt der sogenannte Grund­versorger, also das Unternehmen, das in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kunden beliefert. „Einige Grund­versorger verlangen aber nun von diesen Neukunden Strompreise, die um ein Vielfaches höher liegen als die der Bestands­kunden“, sagt Udo Sieverding. Was tun? Drei Tipps:

1. Status Quo festhalten

Kündigt der Versorger an, die Belieferung einzustellen, sollte das Schreiben nicht einfach nur beiseite­gelegt werden. Sinnvoll ist es, sich den Zähler­stand zu diesem Zeitpunkt zu notieren. Das kann bei späteren Ab­rechnungen helfen. „Im Zweifel müssen Sie versuchen, den Zähler­stand zu re­konstruieren“, rät Sieverding.

Ebenfalls wichtig: Wurde die regel­mäßigen Abschläge per Dauer­auftrag oder Einzugs­ermächtigung bezahlt, sollten Betroffene den Dauer­auftrag löschen oder die Einzugs­ermächtigung widerrufen.

2. Neuen Tarif suchen

Die Grund­versorger galten bisher als teuer. Angesichts des steigenden Preis­niveaus ist das nicht mehr in jedem Fall so. Kundinnen und Kunden sollten in jedem Fall erst einmal prüfen, wie viel sie aktuell für Strom zahlen müssen. „Suchen Sie nach günstigen Alternativen“, rät Sieverding. Dazu bieten sich Vergleichs­portale an.

Eine durch den Grund­versorger vor­genommene Belieferung in der Ersatz­versorgung kann fristlos gekündigt werden. Nach Ablauf von drei Monaten in der Ersatz­versorgung werden Verbraucherinnen und Verbraucher automatisch dem Grund­versorgungs­tarif zugeordnet. Diesen Tarif kann man jederzeit mit einer Frist von 2 Wochen kündigen.

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3. Schadenersatzansprüche prüfen

Hat der bisherige Anbieter einfach die Belieferung eingestellt, können Verbraucherinnen und Verbraucher nach Ansicht der Verbraucher­zentrale NRW Anspruch auf Schaden­ersatz haben. „Dabei handelt es sich um eine Vertrags­verletzung“, sagt Sieverding. „Das ist rechtlich unzulässig.“

Ein Schaden könnte zum Beispiel dadurch entstehen, dass die Belieferung durch den Grund­versorger nur zu einem höheren Preis als im ursprünglich vereinbarten Tarif möglich ist. Der Schaden ist dann die Differenz zwischen dem ursprünglich vereinbarten und dem neuen höheren Preis der Belieferung. „Den Schaden müssen Kundinnen und Kunden gegenüber dem Anbieter darlegen und Ausgleich einfordern“, sagt Sieverding. Die Verbraucher­zentrale stellt dazu Muster­briefe bereit.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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