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Erbrecht | 06.03.2019

Ersatzerbe im Testament

Testaments­gestaltung: Warum es im Testament auf Ersatzerben ankommt

Die Benennung eines Ersatzerben gerät beim Abfassen eines Testaments häufig in Vergessenheit

Wer soll was bekommen? Das ist die entscheidende Frage beim Schreiben eines Testaments. Dabei sollten Erblasser möglichst an alles denken. Selbst daran, dass der eigentliche Erbe den Nachlass möglicher­weise gar nicht will oder das Erbe nicht antreten kann.

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Der letzte Wille steht fest, die Erben sind auserkoren. Doch viele denken beim Abfassen ihres Testaments nicht daran, in dem Schrift­stück auch Ersatzerben zu benennen. „Das kann sich als ein gravierender Fehler erweisen“, sagt Wolfram Theiss. Der Münchner Spezialist für Erbschafts- und Schenkung­steuerrecht ist Vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwalt­verein (DAV). So kann es passieren, dass der zunächst eingesetzte Erbe die Erbschaft ausschlägt. Denkbar ist auch, dass die Verfügung von Todes wegen wirksam angefochten wird - und dann letztendlich ein Ersatzerbe her muss.

Weitsichtige Gestaltung des Testaments durch Einsetzung von Ersatzerben ratsam

Es kann auch vorkommen, dass eine als Erbe eingesetzte Person an dem Tag, an dem der Erblasser gestorben ist, nicht mehr lebt. Ein Beispiel: Vater und Sohn kommen gemeinsam bei einem Verkehrs­unfall ums Leben. Der vom Vater als Alleinerbe eingesetzte Sohn stirbt kurz vor dem Vater. „Wurde ein solcher Fall im Testament nicht berücksichtigt, kann der Nachlass jemandem zukommen, den der Verstorbene vielleicht überhaupt nicht bedenken wollte“, erklärt der Münchner Fachanwalt für Erbrecht, Anton Steiner.

In dem Beispiel würden - sofern keine Ersatzerben benannt wurden - an die Stelle des Sohnes dessen Kinder als Erben treten. Aber das war vielleicht nicht der Wille des Großvaters, dass seine Enkel erben - etwa, weil er sie für zu jung für das Erbe hält. „Das zeigt, wie wichtig es ist, Ersatzerben zu benennen“, so Rechtsanwalt Anton Steiner.

Eine andere Konstellation: Ein Erblasser hat mehrere Erben eingesetzt. Fällt einer dieser Erben vor oder nach dem Erbfall aus, und es wurde für ihn kein Ersatzerbe benannt, dann erhöht sich durch den Wegfall des einen der Erbanteil der anderen. „Im Ergebnis haben also die Miterben ein vergrößertes Erbteil“, erläutert Wolfram Theiss. Wenn das der Erblasser vermeiden will, muss er von vornherein Ersatzerben in seinem Testament auflisten.

Mögliche Formulierungsbeispiele

Die Formulierung könnte etwa so ausfallen: Hiermit setze ich meinen Sohn Marc zu meinem Alleinerben ein. Ersatzerbin ist meine Cousine Daniela Müller. Bei mehreren Erben könnte es im Testament heißen: Hiermit setze ich meine Tochter Claudia und meinen Sohn Eric jeweils zur Hälfte zu Erben ein. Ersatzerbin für meine Tochter Claudia ist mein Cousin Hans Müller und Ersatzerbin für meinen Sohn Eric ist meine Tante Henriette Meyer.

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Generell gilt

„Der Ersatzerbe wird nur Erbe, wenn der zunächst berufene Erbe vor oder nach dem Erbfall aus welchen Gründen auch immer wegfällt“, erläutert der Baden-Badener Jurist und Buchautor Otto Bretzinger. Ansonsten geht der Ersatzerbe leer aus.

Kommt ein Ersatzerbe beim Erben zum Zuge, dann hat er die gleichen Rechte und Pflichten wie der ursprünglich bestimmte Erbe. „Das würde auch bedeuten, dass er eventuell vorhandene Schulden des Erblassers übernimmt“, erläutert Rechtsanwalt Anton Steiner, der Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht ist. Unter Umständen ist der Ersatzerbe auch gehalten, bestimmte Auflagen zu beachten.

Nicht verwechseln: Ersatzerbe ist nicht gleich Nacherbe

Wer selbst und ohne juristische Beratung ein Testament aufsetzt, sollte darauf achten, keineswegs die Begriffe „Ersatzerbe“ und „Nacherbe“ zu verwechseln. „Das sind zwei völlig unter­schiedliche Dinge“, stellt der Otto Bretzinger.

Im Gegensatz zum Ersatzerben ist der Nacherbe ein vollwertiger Erbe. Er erbt in jedem Fall - und zwar nach einem vom Erblasser im Testament benannten Vorerben.

Hat etwa in einem Testament eine Ehefrau ihren Mann als Vorerben und ihre Tochter als Nacherbin eingesetzt, dann geht der Nachlass im Todesfall der Ehefrau an den Mann als Vorerben. Stirbt der Mann, dann kommt die Nacherbin zum Zuge - die Tochter bekommt also den Nachlass.

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Streit um Testamentsauslegung

Ist das Testament indes unklar formuliert und es wird nicht deutlich, ob der Erblasser nun einen „Ersatzerben“ oder einen „Nacherben“ einsetzen wollte, dann droht ein Streit unter den potenziellen Erben. Dann muss ein Gericht eine Testaments­auslegung vornehmen und heraus­finden, was wohl der Wille des Erblassers war.

Kommen die Richter dabei nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, dann gilt, was in Paragraph 2102 Absatz zwei des Bürgerlichen Gesetz­buches (BGB) verankert ist: „Ist zweifelhaft, ob jemand als Ersatzerbe oder als Nacherbe eingesetzt ist, so gilt er als Ersatzerbe.“ Er hat also im Vergleich zum Nacherben juristisch eine schwächere Stellung.

Einsatz von Ersatzerben auch bei Vor- und Nacherbschaften ratsam

„Auch bei Vor- und Nach­erbschaften sollten in jedem Fall Ersatzerben benannt werden“, rät Wolfram Theiss. Nur so kann die gesetzliche Erbfolge ausgeschlossen und verhindert werden, dass bestimmte Personen gegen den Willen des Erblassers Zuwendungen bekommen. Wichtig ist auch, dass Klarheit über die Person besteht - egal, ob sie Erbe oder Ersatzerbe ist. So können etwa die Worte „mein Mann“, ohne dass er beim Namen genannt wird, zu Zweifeln führen. Gerade dann, wenn eine Frau mehrfach liiert oder verheiratet war. Gleiches gilt, wenn von der „besten Freundin Gabi“ die Rede ist, ohne dass klar ist, welche Gabi eigentlich gemeint ist. „Das könnte im Zweifels­fall zur Folge haben, dass mehrere Frauen namens Gabi Ansprüche anmelden“, so Rechtsanwalt Anton Steiner.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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