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Reiserecht und Verbraucherrecht | 14.01.2020

Pauschal­reise

Thomas-Cook Insolvenz: Sind Pauschal­reisen noch sicher?

Pauschal­reisen gelten trotz Thomas Cook-Pleite weiterhin als sicherste Art zu Reisen

Die Thomas-Cook-Pleite war ein Schlag ins Gesicht vieler Urlauber: Die Reise abgesagt, das Geld erstmal weg. Dabei galten Pauschal­reisen stets als sicher. Stimmt das noch zum Start ins Reisejahr 2020?

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Jahrelang wurde die Pauschal­reise als Rundum-Sorglos-Paket beworben. Dann kam der Schock: Thomas Cook, der älteste Reise­veranstalter der Welt, meldete im September 2019 Insolvenz an. Ein Ereignis mit gravierenden Folgen.

Auch die deutsche Thomas Cook mit der bekannten Marke Neckermann musste alle Reisen absagen. Rund 500.000 Kunden, die ihren Urlaub schon ganz oder zum Teil bezahlt hatten, mussten davon ausgehen, auf den Kosten sitzen zu bleiben. Zwar hat der Bund im Dezember 2019 angekündigt, finanziell ein­zuspringen. Trotzdem steht die Frage im Raum: Wie sicher ist die angeblich so sichere Pauschal­reise?

Branche glaubt nicht an Imageverlust

Die Reise­branche bemühte sich schnell, den Image­schaden gering zu halten. Der Ruf der Pauschal­reise habe gar nicht gelitten, erklärte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak. Und der Zentral­europa-Chef von DER Touristik, Ingo Burmester, sagte: „Die Pauschal­reise als Bündel von Leistungen ist sicherer als jede andere Reiseform.“

Nur wie konnte es dann überhaupt sein, dass so vielen Urlaubern ein finanzieller Verlust drohte? Bekommt nicht jeder Pauschal­reisende bei der Buchung einen Sicherungs­schein ausgehändigt, als Beleg für die Absicherung des angezahlten Geldes? Ja, das schon. Doch bei der Thomas-Cook-Pleite rächte sich ein Versäumnis der Bundes­regierung.

Wie die finanzielle Brandmauer versagte

Die Insolvenz­absicherung für Reise­veranstalter ist in Deutschland auf 110 Millionen Euro begrenzt. Bei Thomas Cook reicht diese Summe bei weitem nicht aus. Nun wird der Staat die Differenz übernehmen - und damit der Steuer­zahler. Geschädigte Urlauber bekommen also wohl doch ihr Geld zurück. Allerdings hat das System damit erstmal versagt.

In der Branche gilt die Cook-Pleite als bedauerlicher Sonderfall. Es gibt in der Tat nur sechs andere Großv­eranstalter mit Umsätzen, bei denen die bisherige Deckelung im Ernstfall nicht ausreichen würde. Und für die wird die Insolvenz­absicherung derzeit überarbeitet.

„Ich glaube nicht, dass das Image der Pauschal­reise maßgeblich beschädigt ist“, sagt der Präsident des Deutschen Reise­verbands (DRV), Norbert Fiebig. Die Kundengeld­absicherung sei nur eines der Leistungs­merkmale - und für viele Urlauber zwar wichtig, aber nicht unbedingt ausschlaggebend bei der Wahl der Reiseform, sagt Fiebig: „Die Pauschal­reise wird gebucht, weil jemand alles organisiert.“ Und weil es einen Helfer gibt, wenn unterwegs mal etwas schief geht.

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Die Vorteile der Pauschalreise

Die Pauschal­reise sei noch nie ein Rundum-Sorglos-Paket gewesen, sagt der Reiserechts­experte Paul Degott aus Hannover. Er kennt die Streit­fälle vor Gericht, bei denen es zum Beispiel um Baulärm im Hotel, schmutzige Zimmer und Änderungen des Reise­programms geht. Doch der Anwalt sagt auch: „Die Pauschal­reise ist nach wie vor sicher.“

Im Vergleich zur individuellen Buchung zum Beispiel von Flug und Hotel genießt der Reisende beim Pauschal­urlaub weitreichende Rechte. Geht zum Beispiel die Fluggesellschaft pleite, muss der Veranstalter eine alternative Reise­möglichkeit organisieren - ohne Mehrkosten für den Gast. Das war zum Beispiel bei der Insolvenz von Air Berlin der Fall, als zig Tausende Passagiere plötzlich festsaßen. Wer nicht pauschal gebucht hatte, dessen Geld für das Flugticket war verloren.

Bei einem Erdbeben, Tsunami oder Terror­anschlag bringt der Veranstalter seine Gäste zudem auf eigene Rechnung nach Deutschland zurück - und chartert im Zweifel dafür sogar eigene Flugzeuge.

Geld zurück bei Reisemängeln

Wenn eine versprochene Leistung nicht erbracht wird, also das Hotel zum Beispiel unerwartet doch keine Pools oder Kinder­betreuung hat, kann der Urlauber sich beschweren - und nachträglich den Reisepreis mindern. „Dass ich Reise­mängel geltend machen kann, das gibt es nur bei der Pauschal­reise“, betont der Reiserechts­experte Paul Degott. „Ich habe vor Ort jemanden, der verantwortlich ist.“ Ansprech­partner für den Gast ist stets der Veranstalter mit einem Reiseleiter am Urlaubsort.

Individual­reisende müssen sich dagegen selbst mit der Airline oder Unterkunft auseinandersetzen. Das ist rechtlich meist schwierig. Paul Degott nennt ein Beispiel: „Auf Sardinien kann ich bei Ärger wohl kaum den Hotelier verklagen.“ Ein deutscher Veranstalter dagegen hafte vor deutschen Gerichten, „das ist ein ganz großer Vorteil.“

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Vielleicht nicht sexy, aber sicher

Um das anhaltende Vertrauen in den Pauschal­urlaub zu belegen, gab der Reise­verband bei Forsa eine Umfrage in Auftrag. Demnach waren die meisten Pauschal­reisenden mit ihrem Veranstalter zuletzt „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. DRV-Präsident Fiebig verweist darauf, dass viele Thomas-Cook-Kunden nach der Pleite gleich einen neuen Urlaub buchten - und zwar bei einem anderen Veranstalter.

Man kann viele Vorbehalte gegen die Pauschal­reise haben, sie für zu starr, zu unflexibel, nicht mehr zeitgemäß halten. Und man kann darauf vertrauen, dass bei der selbst organisierten Reise schon nichts schief geht. Aber eines stimmt: Die Pauschal­reise ist rechtlich die sicherste Reiseform - auch nach der Thomas-Cook-Pleite.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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