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Kaufrecht, Verbraucherrecht und Vertragsrecht | 30.07.2021

Gebraucht­wagen­kauf

Tipps für den Autokauf: So kommen Sie sicher zum Gebraucht­wagen

Worauf Käufer von Gebraucht­wagen achten sollten

Dunkle Hinterhöfe, flatternde Fähnchen im Wind oder aber blitzeblank polierte Autos im strahlenden Showroom: Die Wege zum neuen Gebrauchten sind mannig­faltig - wie kommen Sie da sicher durch?

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Das Angebot klingt verlockend. Fast neuwertig, wenig gelaufen und 6000 Euro unter dem Marktpreis. Nachteil: Das gebrauchte Auto steht weit weg. Lohnt sich die Anfahrt? 11 Tipps, worauf Käufer von Gebraucht­wagen achten sollten:

Die Anreise

Ob sich eine lange Anreise zu einem Kaufangebot rentiert, hängt ganz vom Fahrzeug und Preis ab, so Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). „Exoten oder spezielle Autos finden sich selten in der Nähe. Auch gibt es häufig regionale Preis­unterschiede, daher kann sich eine weite Anreise durchaus lohnen.“

Die Kontaktaufnahme

Wer ein passendes Angebot findet, sollte zuerst mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen, aber nicht unbedingt mitteilen, dass er von weiter weg anreist. „Das verschlechtert die Basis für die Preis­verhandlung“, sagt Mühlich. Wer sich nicht direkt auf den Weg machen kann, sollte den Verkäufer fragen, ob er das Auto reserviert, allerdings ohne eine vorherige Anzahlung. „Bei einer weiteren Anfahrt können Interessenten auch den Verkäufer bitten, ein Live-Video mittels eines Messenger-Dienstes zu drehen und das Fahrzeug zu beschreiben“, sagt Produkt­manager Jochen Kurz vom Portal Autoscout24.

Der Unterschied zwischen Privat und Händler

„Privat­verkäufer können die Sachmängel­haftung ausschließen, gewerbliche Verkäufer können das nicht“, sagt Marcel Mühlich. Einige Händler wollen das umgehen, indem sie als Vermittler auftreten und das Auto „nur an Gewerbe“, „für den Export“ oder „im Auftrag“ verkaufen. „Interessenten sollten davon die Finger lassen und besser weiter­suchen“, sagt Mühlich.

Autos von Privat sollten günstiger als Autos von Händlern sein, da sie in der Regel die Sachmängel­haftung ausschließen. „Ob tatsächlich ein Agentur­geschäft vorliegt, ist stets zu prüfen, weil das Händler auch behaupten können, obwohl sie das Fahrzeug tatsächlich selbst verkaufen“, sagt ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla.

Vorteil Händler: „Mit den Bewertungs­system auf Portalen wie Autoscout24 sehen Interessenten transparent, wie zu­verlässig der Händler ist“, sagt Kurz. Von Fahrzeug-Ver­mittlungen würde er nicht generell abraten, sondern lediglich genauer hinschauen. „Bei seriösen Händlern können Interessenten das Auto gründlich inspizieren oder zu einem anerkannten Gutachter fahren“, sagt Jochen Kurz.

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Die Besichtigung

Zu einer Besichtigung sollten Autokäufer zu zweit fahren, rät Jochen Kurz. „Vier Augen sehen mehr als zwei, und der Begleiter kann vor Fehlkäufen warnen“, sagt er. Vor Treffen an unbekannten, einsamen und dunklen Orten warnt der Experte, ebenso bei angeblichem Zeitmangel des Verkäufers. „Bei einer Besichtigung bei Tageslicht sollten beide Seiten ausreichend Zeit für Fragen und eine Probefahrt einplanen“, sagt er.

ACE-Vertrauens­anwalt Arndt Kempgens rät, darauf zu achten, wer überhaupt der Verhandlungs­partner ist: „Wer zeigt mir das Auto? Halter, Fahrer, ein Freund des Halters? Das sollte zu Beginn der Besichtigung geklärt werden“, sagt er. Danach folgen Fragen zum Verkaufs­grund, wie lange das Auto im Besitz war und zum Pflege­zustand. „Die Geschichte muss passen, ebenso wie die Einträge im Scheckheft mit der Kilometer­anzeige im Cockpit“, sagt er.

Vor Schnäppchen­kauf warnt der Rechtsanwalt, vor allem, wenn der Verkäufer dubios wirkt. Beim Gang rund ums Auto kontrollieren Interessenten unter anderem Lackbild, Spaltmaße, Leuchten, Radhäuser, HU-Plakette, Felgen und die Profiltiefe der Reifen. Dafür bieten Autoclubs oder Verkaufs­portale auch Checklisten.

Noch vor der Probefahrt sollten Interessenten darauf achten, dass der Motor kalt ist. „Das ist wichtig, um den Kaltstart zu kontrollieren. Dabei auf die Abgas­bildung und Motor­geräusche achten, wie auch bei der späteren Probefahrt“, rät Mühlich.

Auch Stand und Konsistenz des Motoröls bei kaltem Motor checken. Es darf weder schaumig noch ganz schwarz sein, denn das deutet entweder auf einen Defekt oder eine schlechte Wartung hin. Bei Brems-, Servo- und Kühl­flüssigkeit ist nur eine Sicht­prüfung möglich.

Auf etwaigen Aufkleber erkennen auch Laien, wann eine Werkstatt das letzte Mal die Flüssigkeiten gewechselt hat oder vielleicht auch den Zahnriemen erneuerte. „Stellt der Interessent fest, dass der Ölwechsel-Anhänger einen höheren Kilometer­stand angibt als der Kilometer­zähler im Armaturen­brett, weiß er, dass etwas nicht stimmt“, sagt Melanie Mikulla. Vor Fahrzeugen mit frischer Motor­wäsche warnen Experten, denn sie kann Leckagen unsichtbar machen.

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Die Kontrolle der Papiere

Unterlagen wie Fahrzeug­schein und Fahrzeug­papiere kontrollieren Interessenten gründlich. „Stimmt die Fahr­gestell­nummer im Auto mit den Papieren überein? Ist der letzte Halter auch der Verkäufer, gibt es Vorschäden?“, sagt Rechtsanwalt Kempgens. „Je mehr Unterlagen wie Rechnungen von Reparaturen, Wartungen oder HU-Protokolle der Verkäufer zeigen kann, umso besser“, sagt Marcel Mühlich. Damit lässt sich die Historie nach­verfolgen und lassen sich eventuelle frisierte Kilometer­angaben aufdecken.

Die Probefahrt

Zuerst Führer­schein und Ausweis vorzeigen. „Grund­sätzlich haftet der Probefahrer für alle verschuldeten Schäden“, sagt Melanie Mikulla. Deshalb müsse vor Beginn der Probefahrt geklärt werden, wie das Auto versichert sei, wer im Schadens­fall die Haftung für Schäden übernehmen oder wer die Kosten der Selbst­beteiligung und den Rück­stufungs­schaden tragen müsse. Eine Probefahrt-Ver­einbarung sollte daher vorher unter­zeichnet werden.

Los geht's. Bei eingeschalteter Zündung müssen alle Kontroll­lämpchen brennen und dürfen erst nach dem Start des Motors erlöschen. Dann checken die Tester alle elektrischen Verbraucher. Bei einer ausgiebigen Probefahrt mit unterschiedlichem Tempo kontrolliert man Bremsen, Lenkung, Be­schleunigung, Geräusche, Vibrationen und Abroll­verhalten. Nach der Probefahrt folgt ein Rundgang und die Kontrolle der Schein­werfer, Blinker und Rück­leuchten.

Die Preisverhandlung

„Bei der Preis­verhandlung rentiert es sich, wenn sich der Interessent neutral verhält“, sagt Jochen Kurz. Mit einer vorherigen Preis­recherche hat man schon eine markt­gerechte und realistische Preisidee. „Wenn Sie noch während der Besichtigung Argumente für eine Preis­senkungen finden, wie eventuelle Schäden oder Folgekosten von Reparaturen, sollten Sie die mit in die Verhandlung nehmen, aber dabei immer fair bleiben“, rät Kurz.

Autos bei Händlern können hingegen statt Preis­nachlässen mit Updates aufgewertet werden, wie ein etwa ein neuer Satz Reifen, eine Inspektion oder eine frische Haupt­unter­suchung.

Die Anzahlung

Ein Auto zahlen Käufer nur, nachdem sie alle Schlüssel und Papiere gesehen haben, dazu zählt auch der Personal­ausweis des Verkäufers. „Nach einer Probefahrt kann man auch ein Auto zur späteren Abholung anzahlen, das muss aber im Kaufvertrag vermerkt sein“, warnt Marcel Mühlich.

Der Vertag

Um die meisten Streit­punkte zu vermeiden, sollten Interessenten eine anerkannte Kauf­vertrags­vorlage etwa von Autoclubs wie dem ADAC oder den Gebraucht­wagen-Börsen ausdrucken und die zusammen­getragenen Punkte beachten. In den Vertrag gehören neben den Adressen von Käufer und Verkäufer die Personal­ausweis­nummern, Übergabe­zeitpunkt und der Verweis auf die Abmeldung des Autos.

Dabei unbedingt das Foto auf dem Ausweis mit dem Verkäufer abgleichen. „Ein vorläufiger Ausweis reicht nicht, da er leicht zu fälschen ist“, sagt Kempgens. „Alle Zusagen oder Ver­einbarungen, die während der Besichtigung genannt werden, sollten schriftlich in den Kaufvertrag aufgenommen werden“, sagt er. Bei Verträgen mit Händler unbedingt darauf achten, dass Gewähr­leistung gegeben wird.

Die Bezahlung

Gebrauchte Autos zahlen Käufer am sichersten mit Bargeld. Beim Bezahlen schauen beide Seiten genau hin. Die Zahlung wird mit dem genauen Betrag im Kaufvertrag quittiert. Vor Vorab­überweisungen raten die Experten ebenso ab wie von Bezahlungen per Paypal-Konten.

Die Abmeldung/Ummeldung

Am sichersten ist es, das Auto abgemeldet zu verkaufen. In der Praxis werden gebrauchte Autos von Privat aber meist mit gültigen Kennzeichen verkauft. „Daher unbedingt in den Kaufvertrag reinschreiben, bis wann das Auto umgemeldet werden muss“, rät Kempgens.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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