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EU-Recht, Reiserecht und Verbraucherrecht | 19.05.2020

Sommer­urlaub

Trotz Corona-Krise: Hoffnung auf Sommer­urlaub am Mittelmeer wächst

Der Sommer­urlaub wird aber nicht so werden wie vor der Corona-Krise

Urlaub in Europa im Sommer rückt näher. Bis es soweit ist, bleibt allerdings noch einiges zu tun - und die geplante Öffnung der Grenzen für Touristen stößt auch auf Kritik.

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Sonnen­hungrige Bundes­bürger können hoffen: Die Chancen auf einen Sommer­urlaub am Mittelmeer sind gestiegen, da Bundes­außen­minister Heiko Maas (SPD) und Amts­kollegen aus Europa auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommer­beginn hinarbeiten wollen. Die von der Corona-Krise stark getroffene Reise­branche bereitet sich auf einen Start in Europa vor. Trotz steigender Kosten durch Hygiene- und Schutz­maßnahmen wegen der Corona-Pandemie rechnen Branchen­experten nicht mit generellen Preiser­höhungen.

Schritt für Schritt zurück zur Normalität

„Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung zurück“, hatte Bundes­außen­minister Heiko Maas (SPD) nach einer Video­konferenz mit Kollegen aus zehn der belieb­testen Urlaubs­länder der Deutschen gesagt. Er betonte aber auch, dass der Sommer­urlaub nicht so werden wird wie vor der Corona-Krise. „Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Business as usual geben kann.“

Statt Reisewarnung - individuelle Reisehinweise

Bundes­außen­minister Heiko Maas (SPD) will die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reise­warnung für deutsche Touristen zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reise­hinweise für die einzelnen Länder ersetzen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Auch über eine Aufhebung der Reise­warnung für einzelne Länder außerhalb der EU wird im Aus­wärtigen Amt bereits nachgedacht.

Zunächst einmal müssen aber die Grenzen geöffnet werden. Für seine Nachbar­länder will Deutschland, das bis zum 15. Juni umsetzen - nur bei Tschechien und Polen ist unklar, wann es zu einer Einigung kommen kann. Zudem muss die in vielen Ländern noch geltende zwei­wöchige Quarantäne­pflicht für einreisende Ausländer aufgehoben werden. Wenn das geregelt ist, soll ab dem 15. Juni auch die weltweite Reise­warnung fallen.

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Pläne stoßen auch auf Kritik

Der Vorsitzende des Weltärzte­bundes, Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer zu raschen Öffnung der europäischen Grenzen für den Tourismus gewarnt. „Ich würde der Regierung raten, die Grenzen geschlossen zu halten - und zwar in beiden Richtungen“, sagte der Vorsitzende des Weltärzte­bundes, Frank Ulrich Montgomery den Zeitungen der Funke Medien­gruppe. „Aus gesundheitlichen Gründen wäre es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort.“

Mit Blick auf die geplante Aufhebung der Reise­warnung für Europa warnte der Vorsitzende des Weltärzte­bundes, Frank Ulrich Montgomery vor einem gefährlichen Wettlauf: „Die neuen Lockerungen zwischen den europäischen Ländern bereiten mir große Sorge, weil wir wieder einen Überbietungs­wettbewerb bekommen werden: Wer öffnet weiter, wer öffnet schneller?“ Durch den Reise­verkehr werde das Risiko einer zweiten Infektions­welle steigen: „Sie wird härter als die erste, weil wir nicht mehr so vorsichtig sein werden.“

Riskant sei die neue Reise­freiheit auch durch die zu erwartende Zunahme von Reisen nach Deutschland: „Wenn jetzt wieder Touristen nach Deutschland kommen, steigt auch die Infektions­gefahr“, sagte der Vorsitzende des Weltärzte­bundes, Frank Ulrich Montgomery. Die Grenz­öffnungen seien deswegen verfrüht. „Die Regierung handelt hier ausschließlich aus ökonomischen Gründen - und unterschätzt dabei die gesundheitlichen Risiken“, kritisierte er: „Wir können noch nicht zurück zur Normalität.“

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Reiseveranstalter begrüßen den Schritt

Reise­veranstalter wie Tui, DER Touristik oder FTI rüsten sich derweil für den Start und haben entsprechende Hygiene- und Schutz­maßnahmen entwickelt. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen sehr intensiv mit den Regierungen der Urlaubs­länder abgestimmt und begrüßen den Schritt, Sommer­urlaub in den europäischen Ferien­gebieten darstellen zu können“, sagte beispiels­weise ein Tui-Sprecher.

Mit generellen Preiser­höhungen in der Krise rechnen Branchen­experten nicht. „Zwar haben beispiels­weise Hotels, Restaurants oder Camping­plätze durch Hygiene­vorschriften und geringere Auslastung höhere Kosten, doch der Konkurrenz­druck ist hoch. Vielen steht das Wasser bis zum Hals“, sagte Tourismus­experte Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule in Wilhelms­haven.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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