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Arbeitsrecht | 20.02.2016

Über­stunden

Über­stunden - Muss das sein? Fachanwalt für Arbeits­recht erklärt Rechte der Arbeit­nehmer

Welche Konsequenzen drohen Arbeit­nehmern bei verweigerten Über­stunden?

An vielen Arbeits­plätzen sind Über­stunden an der Tages­ordnung. Doch was kann Mitarbeitern eigentlich im schlimmsten Fall passieren, wenn sie vom Chef angeordnete Über­stunden verweigern? Drei Fragen und Antworten zum Thema.

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Im Arbeits­alltag kann es hin und wieder unvermeidbar sein, dass es einmal länger dauert. Doch mancher schiebt regelmäßig Über­stunden. Prof. Björn Gaul, Fachanwalt für Arbeits­recht in Köln, erklärt Arbeit­nehmern ihre Rechte:

Müssen Arbeit­nehmer Über­stunden leisten?

Zu Über­stunden sind Arbeit­nehmer nur verpflichtet, wenn dies im Arbeits- oder Tarif­vertrag steht oder in einer Betriebs­vereinbarung festgelegt ist. Hierbei finden sich dann zum Beispiel Formulierungen wie: „Sie sind im Bedarfsfall dazu verpflichtet, Über­stunden zu leisten.“ Steht nichts im Vertrag, gilt die vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit.

Ist bei vertraglicher Verpflichtung alles erlaubt?

Der Arbeitgeber muss beim Thema Über­stunden immer auch die Interessen des Arbeit­nehmers berücksichtigen. Muss jemand sein Kind vom Kinder­garten abholen, kann der Arbeit­nehmer in dem Fall keine Über­stunden machen. Der Arbeitgeber muss eine Interessen­abwägung vornehmen. Wenn Mitarbeiter aber nur mit einem Bekannten verabredet sind, und dem Arbeitgeber droht eine Vertrags­strafe, weil zum Beispiel ein wichtiges Projekt fertig werden muss, ist das Interesse des Arbeit­gebers höher zu bewerten. Mitarbeiter müssen die Über­stunden dann hinnehmen. Außerdem muss der Arbeitgeber beim Thema Über­stunden die Obergrenzen des Arbeits­zeit­gesetzes beachten. Danach sind in der Regel pro Tag maximal acht, im Ausnahmefall zehn Stunden Arbeit erlaubt. Außerdem muss der Betriebsrat einer angeordneten Überstunde zustimmen. Ansonsten ist die Weisung unzulässig.

Was kann passieren, wenn Mitarbeiter Über­stunden verweigern?

Verweigern Mitarbeiter berechtigterweise eine Überstunde, kann ihnen nichts passieren. Dann gilt das Maß­regelungs­verbot. Der Arbeitgeber darf niemanden bestrafen, weil er von seinen Rechten Gebrauch macht. War die Weisung allerdings zulässig, kann die Weigerung im schlimmsten Fall zur Kündigung führen.

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Quelle: dpa/DAWR/kg

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