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Mietrecht | 15.07.2019

Umzug

Ummeldung, Nachsendeauftrag, Vertragsänderungen: Woran nach dem Umzug noch gedacht werden sollte

Was in den ersten 14 Tagen nach einem Umzug noch zu erledigen ist

Mit dem Transport der Möbel und des Hausrats in die neue Wohnung ist ein Umzug noch lange nicht abgeschlossen. Einige Arbeiten können jetzt erst in Angriff genommen werden.

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Die Kisten sind gestapelt, die Möbel aufgebaut - der Umzug ist geschafft. Keine Frage: Damit ist der größte Teil der Arbeit erledigt. Doch zurück­lehnen kann man sich jetzt noch nicht. Denn einige Dinge kann man erst jetzt erledigen.

Wohnung ummelden

Innerhalb von ein bis zwei Wochen muss man sich ummelden. Die genauen Fristen sind von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Für Wohnsitz­angelegenheiten ist in der Regel das Einwohner­melde­amt zuständig. In manchen Orten nennt sich die Behörde auch Bürger­büro oder Bezirksamt. Wird die Frist versäumt, droht ein Bußgeld, denn die Bürger sind nach dem Bundesmelde­gesetz verpflichtet, sich an ihrem Wohnort anzumelden.

Laut Bundesmelde­gesetz verlangen die Behörden seit 1. November 2015 eine Bescheinigung des Wohnungs­gebers, erklärt der Immobilien­verband Deutschland (IVD) in Berlin. Das kann der Vermieter sein, aber auch eine Verwaltungs­gesellschaft oder ein Verwandter, bei dem jemand unentgeltlich wohnt. Wohnungs­geber müssen innerhalb von zwei Wochen eine Bescheinigung über den Ein- oder Auszug ausstellen.

Nachsendeauftrag erteilen

Finanzamt, Kranken­kasse, Banken, Versicherungen - es gibt viele Stellen, die nach einem Umzug informiert werden müssen. Dabei helfen Nachsende­auftrag und Umzugs­mitteilung der Deutschen Post. Damit wird die Post an die neue Adresse weitergeleitet. Der Nachsende­auftrag kostet 26,90 Euro für zwölf Monate, wenn er online beauftragt wird.

Die Umzugs­mitteilung, die es auf Wunsch dazu gibt, sorgt dafür, dass Unternehmen und Institutionen, die die alte Adresse bereits kennen, die neue Adresse erhalten. Dadurch verpasst man keine wichtige Post. Privaten Kontakten teilt die Umzugs­mitteilung die neue Adresse nicht automatisch mit. Sie müssen extra informiert werden.

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Auto ummelden

Liegt die neue Wohnung innerhalb des alten Zulassungs­bereichs, muss lediglich die Adresse im Fahrzeug­schein -der Zulassungs­bescheinigung I - geändert werden. Einige Kreise oder Gemeinden nehmen eine Ummeldung direkt im Einwohner­melde­amt vor. In diesem Fall werden die Fahrzeug­papiere bei der Anmeldung des neuen Wohnsitzes aktualisiert. Ansonsten ist die Kfz-Zulassungs­stelle die richtige Adresse. Bei einem Umzug in eine andere Stadt oder Gemeinde muss das Auto bei der Kfz-Zulassungs­stelle am neuen Wohnort umgemeldet werden. Bei Privat­personen ist damit immer der Haupt­wohnsitz gemeint.

Strom- und Gasvertrag ändern

Ein Umzug kann auch ein Grund sein, den Energie­versorger zu wechseln. Wer Strom oder Gas aus der Grund­versorgung bezieht, kann mit Hinweis auf den bevorstehenden Auszug mit einer zwei­wöchigen Frist schriftlich kündigen, erklärt das Europäische Verbraucher­zentrum Deutschland in Kehl. Das ist geregelt in der Grund­versorgungs­verordnung.

Anders sieht es aus, wenn man einen Laufzeit­vertrag mit einem alternativen Strom- oder Gasanbieter abgeschlossen hat. Hier ist entscheidend, was in den AGB steht. Häufig findet man dort eine sogenannte Umzugs­klausel. Die Mehrzahl der Strom- und Gasanbieter erlaubt es den Kunden beim Umzug, aus dem Vertrag auszusteigen.

Internet und Telefon

Telekom­anbieter sind grund­sätzlich verpflichtet, die vertraglich geschuldete Leistung auch an dem neuen Wohnsitz zu erbringen, informiert die Bundesnetz­agentur in Bonn. Und zwar ohne Änderung der vereinbarten Vertrags­laufzeit und ohne Änderung der sonstigen Vertrags­inhalte.

Der Anbieter kann ein Entgelt für den durch den Umzug entstandenen Aufwand verlangen. Dieses Entgelt darf jedoch nicht höher sein als das für die Schaltung eines Neua­nschlusses.

Kann der Anbieter die Leistung am neuen Wohnsitz nicht anbieten, ist der Kunde zur Kündigung des Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungs­frist von drei Monaten zum Ende eines Kalender­monats berechtigt. Für das Ummelden reicht oft ein Anruf, eine E-Mail oder das Ausfüllen eines Online­formulars.

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Hausratversicherung optimieren

grund­sätzlich muss auch der Hausrat­versicherer über den Umzug informiert werden. Die Meldung kann telefonisch oder auch schriftlich erfolgen. Viele Versicherungen bieten in ihren Tarifen über einen kurzen Zeitraum einen Versicherungs­schutz für beide Wohnsitze, ohne zusätzlichen Beitrag.

Die Versicherungs­summe sollte immer dem Versicherungs­wert entsprechen, um im Schadenfall keine unnötigen Streitig­keiten hinnehmen zu müssen, erklärt der Bund der Versicherten. Schafft man Gegenstände ab, wenn es in eine kleinere Wohnung geht, mindert sich der Wert des Hausrats also, und man kann mit der Anpassung der Hausrat­versicherung Geld sparen. Zieht man hingegen in eine größere Wohnung, in der neue Gegenstände angeschafft werden und sich der Hausratwert erhöht, sollte man die Versicherungs­summe anpassen, um im Schadenfall auch die entsprechende Erstattung zu bekommen.

Schönheitsreparaturen in alter Wohnung erledigen

Wer seine alte Wohnung renoviert übernommen hat, muss sie beim Auszug auch renovieren. Eine Renovierungs­pflicht setzt aber voraus, dass sie wirksam vereinbart wurde, erklärt der Mieter­verein zu Hamburg. Klauseln mit starren Fristen sind hingegen ungültig.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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