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Arbeitsrecht | 19.11.2018

Berufs­bedingter Umzug

Umzugs­kosten: Wann muss der Arbeitgeber meinen Umzug bezahlen

Kein Anspruch auf Erstattung der Umzugs­kosten von Seiten des Arbeit­gebers

Bei einem attraktiven Jobangebot nehmen viele Arbeit­nehmer auch einen Umzug in Kauf, um in der Nähe ihres neuen Arbeits­platzes zu sein. Muss der Arbeitgeber dann den Umzug bezahlen? Wie sind hier die Regeln?

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Grund­sätzlich habe ein Arbeit­nehmer keinen Anspruch auf Erstattung der Umzugs­kosten, so Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Vorsitzener der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Kandidaten, die eine neue Stelle anfangen, können mit ihrem Arbeitgeber aber oft Ver­einbarungen zur Erstattung der Umzugs­kosten treffen. Wenn ein Bewerber eine neue Stelle antritt und dafür extra den Wohnort­wechselt, gibt es oft Angebote von Seiten des neuen Unternehmens, so Schipp.

Umzug wegen Versetzung

Und was ist, wenn Arbeit­nehmer für ihr aktuelles Unternehmen umziehen? Für Ver­setzungen gibt es oft gesonderte Regeln. Fluggesellschaften etwa ordnen Piloten oder Flug­begleiter häufig einer neuen Dienst­stelle zu. Das bedeutet für die Angestellten dann zum Beispiel: Umzug von Frankfurt nach München. „In diesen Fällen gibt es oft Tarif­verträge, die vorschreiben, wie mit den Umzugs­kosten bei Ver­setzungen umgegangen wird“, erklärt Schipp.

Umzug wegen Standortwechsel des Unternehmens

Auch wenn Angestellte im Rahmen eines Sozialplans umziehen müssen, etwa weil ein Unternehmen seinen Standort verlegt, bieten Arbeitgeber oft Unterstützung an. Dann gibt es noch eine gesetzliche Grauzone, so Schipp. Wenn Arbeitgeber und Arbeit­nehmer nichts vereinbart haben und auch keine gesetzlichen Vorgaben bestehen, kann Folgendes eintreten: Hat ein Unternehmen zum Beispiel die Absicht, einen Mitarbeiter von Düsseldorf nach Berlin zu versetzen, nimmt er ein einseitiges Leistungs­bestimmungs­recht wahr. Dabei muss er nach billigem Ermessen handeln. Hier könne ein Arbeit­nehmer argumentieren, dass die Versetzung nur billigem Ermessen entspreche, wenn die Umzugs­kosten auch übernommen werden. Geschieht das nicht, kann die Versetzung unwirksam sein.

Streit vermeiden

„So ein Streit ist aber im Zweifel immer mit Risiken verbunden, dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer wird das nicht gut bekommen“, so die Einschätzung des Fachanwalts.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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