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Mietrecht | 05.10.2020

Bad­sanierung

Vereinbarung treffen: Wie Mieter zu einem neuen Bad kommen

Keine große Veränderungen am Bad ohne Genehmigung des Vermieters

Das Bad als Schmuck­stück - diesen Traum möchten sich viele Mieter erfüllen. Der Vermieter kann helfen, er muss aber nicht. Wer deshalb auf eigene Faust renoviert, sollte sich absichern.

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Bröckelnde Fugen, un­ansehnliche Fliesen, dunkle Ränder an der die Toilette: Da wird es Zeit für eine Bad-Verjüngungs­kur. Meistens ist das ein aufwendiges Unterfangen. Mietern stellt sich die Frage, ob sie bei ihrem Vermieter Anspruch auf eine grund­legende Renovierung des Bads haben oder die Sache selbst in die Hand nehmen müssen.

Wohnungs­gesellschaften bringen Bäder in der Regel in einem Rhythmus von 25 bis 30 Jahren auf Vordermann. „Das geschieht dann meist im Zuge umfangreicher Sanierungs­arbeiten an den gesamten Wohn­häusern“, erläutert ein Sprecher des Bundes­verbands deutscher Wohnungs- und Immobilien­unternehmen (GdW), der rund 3000 Unternehmen repräsentiert.

Eine solche Grund­renovierung fällt meistens unter den Begriff Modernisierung, die wiederum eine Miet­erhöhung nach sich ziehen kann. Zwischen­zeitlich lassen die Unternehmen die Bäder instand­halten und Schäden reparieren.

Kein Anspruch auf bestimmte Ausstattung

Anspruch auf ein modernes, schönes Bad haben alteingesessene Mieter nicht. Gleiches gilt für eine bestimmte Bad­ausstattung. Sie können lediglich erwarten, dass - wie beim Rest der Wohnung auch - der bei Einzug bestehende Standard erhalten bleibt. Das bedeutet, dass Vermieter sogar kaputte WC-Spülungen mit uraltem Wasserabzug durch gleiche, aber funktions­tüchtige Exemplare ersetzen können.

Wer 70er-Jahre-Charme in Eigenarbeit aus dem Bad verbannen will, redet am besten mit dem Eigentümer. Er allein entscheidet, ob er den Wunsch nach Erneuerung und Modernisierung erfüllt. „Ein Anspruch auf eine neue Wanne, eine neue Toilette oder ein Waschbecken besteht für Mieter erst, wenn die vorhandenen Teile defekt sind“, erläutert Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund (DMB) in Berlin. Der Vermieter muss also nur tätig werden, wenn etwas defekt ist. Auf die Instand­setzung haben Mieter im Unterschied zur Bad-Modernisierung ein Recht.

Arbeiten besser mit Vermieter abstimmen

Grund­sätzlich können Mieter sich ohne Rück­sprache mit dem Vermieter auf eigene Kosten ans Renovierungs­werk machen. Zumindest gilt das für kleinere Um­gestaltungen wie frische Farbe, einen neuen Dusch­vorhang oder eine transportable Duschkabine.

Bei weiter­gehenden Plänen ist aber Vorsicht geboten. „Veränderungen, die in die Substanz eingreifen, oder größere bauliche Maßnahmen erfordern eine Erlaubnis des Vermieters“, sagt Hartmann. In diese Kategorien fallen unter anderem Fliesen abklopfen und neue anbringen, der Austausch von Waschbecken, Toiletten, Badewannen, Duschen und Heizungen. Selbst das Erneuern von Fugen kann heikel sein.

Ohne Zustimmung des Vermieters drohen Probleme. „Im besten Fall bleiben Mieter auf ihren Kosten sitzen. Im schlechtesten Fall kann der Vermieter verlangen, dass der Mieter die Modernisierung wieder rück­gängig macht“, warnt Julia Wagner, Referentin Recht beim Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland. Dann müssten Mieter spätestens bei Auszug den alten Zustand wieder herstellen. Das wird schwierig, wenn die alte Bad­einrichtung entsorgt wurde.

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Eigeninitiative kann für Mieter teuer werden

In der Praxis werden Vermieter sich eher über Eigen­initiative ihrer Mieter freuen. Deren Investment bringt gerade modernisierungs­faulen Eigentümern Vorteile. Ersetzen Mieter zum Beispiel die noch funktions­tüchtige Stand­toilette durch ein komfortables, wand­hängendes WC, erhöht sich der Gebrauchs­wert der Wohnung. Das könnte der Vermieter nutzen, um die Miete hoch zu setzen. Aus Mietersicht wäre die Renovierung dann doppelt teuer.

Zur Absicherung ihres Investments empfehlen Wagner und Hartmann Mietern, vor Beginn selbst­geplanter Modernisierungen eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Darin regeln sie mit dem Vermieter, welche Arbeiten gemacht werden und ver­ständigen sich über die Kosten.

Denkbar sind verschiedene Varianten. Der Mieter zahlt allein, im Gegenzug setzt der Vermieter für einen bestimmten Zeitraum die Miete aus oder verzichtet auf deren Erhöhung. Oder beide Seiten einigen sich darauf, Arbeits- und Material­ausgaben aufzuteilen.

Für manche Arbeiten Profis engagieren

Festgelegt werden sollte außerdem, ob der Vermieter Wertersatz leisten muss, falls der Mieter auszieht, bevor er seine Bad-Investition abgewohnt hat. Es ist ratsam, heikle Installations­arbeiten einem Fachbetrieb zu überlassen, um später für eventuelle Mängel nicht haftbar gemacht zu werden. Viele Vermieter arbeiten mit solchen Betrieben zusammen. Auch das kann in der Vereinbarung stehen.

Einige Wohnungs­gesellschaften bieten ihren Mietern Standard­varianten zur Bad­renovierung an. Diese kommen speziell bei barriere­freien Umbauten zum Einsatz. Es gibt darüber hinaus Kooperationen mit Firmen, die Mieter bei den Renovierungen unterstützen. Sie informieren beispiels­weise zu Förder­möglichkeiten oder entwerfen digitale Pläne. Hinterher gibt es oft eine Zusatz­vereinbarung zum Mietvertrag einschließlich einer Miet­anpassung nach oben.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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