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Erbrecht | 28.02.2019

Testament

Vom Einzeltestament bis hin zum Patchwork-Familien-Testament: Was Erblasser bei der Wahl der Testamentart bedenken sollten

Ein Überblick über verschiedene Testamenten und wie sie sich unterscheiden

Ein Testament soll die Erbfolge regeln. Doch jeder Erbfall hat seine eigenen Besonderheiten. Für verschiedene Lebens­situationen gibt es verschiedene Varianten, den letzten Willen zu Papier zu bringen.

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Bargeld, Immobilien oder Wert­gegenständen - wer soll nach dem Tod was bekommen? Sich über den letzten Willen rechtzeitig Gedanken zu machen, ist sinnvoll. Ein Testament kann handschriftlich abgefasst und unter­schrieben werden. Oder es wird von Notaren als Vertrag aufgesetzt und beurkundet. Zwischen verschiedenen Testamenten gibt es durchaus Unterschiede.

Das Einzeltestament

„Ein Einzel­testament ist nicht nur etwas für Singles“, sagt der Münchner Fachanwalt für Erbrecht, Paul Grötsch. Er ist Geschäfts­führer des Deutschen Forums für Erbrecht. Generell kann jeder ganz klassisch ein Einzel­testament aufsetzen und darin Erben benennen oder Auflagen festschreiben. Ein Einzel­testament lässt sich jederzeit wieder ändern.

Das Gemeinschaftliche Testament

Ein Gemeinschafts­testament können Eheleute aufsetzen - „nicht aber Lebens­gefährten, es sei denn, es sind eingetragene Lebens­partner“, wie Eberhard Rott betont, Vorstands­vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Testaments­voll­streckung und Vermögens­vorsorge.

Wird ein Gemeinschafts­testament handschriftlich abgefasst, reicht es, wenn einer es schreibt. „Wichtig ist nur, dass es von beiden unter­zeichnet wird“, erklärt Jan Bittler, Geschäfts­führer der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögens­nachfolge.

Einzelne oder alle Verfügungen in einem Gemein­schaft­lichen Testament können „wechselbezüglich“ sein. Das hat zur Folge, dass diese Verfügungen nur dann geändert oder widerrufen werden können, wenn beide Ehepartner dies wollen. Stirbt einer der beiden, dann ist der Hinter­bliebene an die wechsel­bezüglichen Ver­einbarungen in dem gemeinsamen Testament gebunden.

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Der Erbvertrag

Bei einem Erbvertrag verpflichtet sich jemand, im Fall seines Todes einer anderen Person Vermögen zu zuwenden. „Ein Erbvertrag bietet sich beispiels­weise für zwei an, die nicht verheiratet sind, aber in einer eheähnlichen Gemein­schaft leben“, erläutert Eberhard Rott. Denkbar ist etwa auch, Pflege­personen über einen Erbvertrag Zuwendungen zuzusichern. In einem Erbvertrag kann die sukzessive Übergabe eines Betriebs an den Nachfolger geregelt werden.

„Ein Erbvertrag kann nur über einen Notar abgeschlossen werden“, betont Eberhard Rott. Dafür müssen sich alle Vertrags­partner bei einem Notar einfinden. Erblasser sollten sich ein Rücktritts­recht vertraglich vorbehalten. Ein solches Rücktritts­recht kann wichtig sein, etwa dann, wenn sich heraus­stellt, dass der auserkorene Nachfolger eines Unternehmens doch nicht so geeignet ist wie anfangs gedacht.

Das Patchwork-Familien-Testament

Zwei heiraten und bringen jeweils Kinder aus einer früheren Beziehung mit. Die Partner einer solchen Patchwork-Familie können jeweils ein Einzel­testament oder ein gemein­schaftliches Testament aufsetzen.

Auch wie die Kinder an der Erbschaft beteiligt werden, müssten die Eheleute entscheiden. Zu klären ist die Frage, ob jeder Partner nach seinem Tod nur seinen leiblichen Kindern etwas zuwenden will oder ob alle Kinder, also auch die des Partners, etwas erhalten sollen.

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Das Nottestament

Plötzlich passiert es, man schwebt in Lebens­gefahr. In einer solchen Situation ist es oft unmöglich, seine Wünsche für die Zeit nach seinem Tod selbst aufzuschreiben. Für solche Fälle gibt es das Not­testament. „Dabei kann man seinen letzten Willen vor drei Zeugen mündlich erklären“, sagt Eberhard Rott.

Danach muss das Gesagte nieder­geschrieben und von den Zeugen unter­zeichnet werden. Besteht die Möglichkeit, einen Notar hinzuziehen - auch mit hohem Aufwand - dann muss das geschehen. Ein Zeugen­testament ist in einem solchen Fall unwirksam.

Bei den Zeugen muss es sich zwingend um neutrale Personen handeln. Werden Ehe- oder Lebens­partner oder in gerader Linie verwandte Personen zu Zeugen ernannt, dann ist der letzte Wille unwirksam.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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