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Arbeitsrecht | 05.08.2022

Unbezahlter Urlaub

Von Anspruch bis Versicherung: Was gilt bei unbezahltem Urlaub?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum unbezahlten Urlaub im Überblick

Einmal um die Welt reisen, das Haus renovieren, die Promotion

nachholen: Es gibt viele Gründe für eine längere Auszeit vom Job. Aber habe ich ein Recht darauf? Und was muss ich beachten?

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Wie viele Urlaubstage Beschäftigten im Jahr zustehen, regelt der Arbeits­vertrag. Wie aber sieht es aus, wenn man die schon längst aus­geschöpft hat?

Wer hat Recht auf unbezahlten Urlaub?

Die Antwort ist auf den ersten Blick frustrierend: Niemand. „Es gibt keinen Anspruch“, sagt Nathalie Oberthür, Fach­anwältin für Arbeits­recht in Köln. „Aber einvernehmlich geht alles.“

Anders formuliert: „Es ist immer eine Vereinbarungs­sache zwischen dem Arbeitgeber und Arbeit­nehmer“, so Tjark Menssen von der Rechts­schutz­abteilung des Deutschen Gewerkschafts­bunds (DGB).

Normalerweise gilt: Arbeits­leistungen gegen Geld - und das ohne Wenn und Aber. „Es gibt nur eine Ausnahme: Im öffentlichen Dienst und bei Beamten gibt es Regelungen“, so Menssen. „Aber auch die sind nicht verbindlich und hängen davon ab, dass der Arbeitgeber zustimmt.“

Kann mein Arbeitgeber unbezahlten Urlaub ablehnen?

Ja. Theoretisch muss der Arbeitgeber das auch nicht besonders erklären. Überwiegend werden betrieb­liche Gründe genannt. Zum Beispiel, dass er keine geeignete Vertretungs­kraft findet.

„Gerade in aktuellen Zeiten von Pandemie und Arbeits­kräfte­mangel kann es heißen, dass sich Mitarbeiter mit speziellen Kenntnissen unmittelbar nicht einfach so ersetzen lassen“, so Tjark Menssen. Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, hat der Betroffene dann nicht: „Im Ernstfall kann er höchstens eine eigene Kündigung in Erwägung ziehen.“

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Wie lange darf unbezahlter Urlaub dauern?

Nach oben gibt es keinerlei Grenzen. Auch hier gilt: Es hängt ganz vom guten Willen des Arbeit­gebers ab. Üblich sind aber einige Monate bis zu einem Jahr. „Länger sollte es auch nicht dauern. Das ist immer eine Grat­wanderung“, sagt Menssen. Wer lange weg war, kann Probleme bekommen, den Anschluss oder Einstieg in die Arbeit wieder­zufinden.

Habe ich Anspruch, wenn Teammitglieder unbezahlten Urlaub bekommen haben?

Das Motto „Gleiches Recht für alle“ gilt in diesem Fall nicht „Natürlich würde das für Diskussionen sorgen. Aber es gibt keinen allgemeinen Anspruch, dass alle Beschäftigten immer das Gleiche zugestanden bekommen“, sagt Nathalie Oberthür.

Wenn es allerdings ein allgemeines Prinzip im Betrieb gibt, dass da lautet: Jeder darf unbezahlten Urlaub nehmen, nur einem Einzigen würde der Wunsch verwehrt, könne dieser sich darauf berufen.

Was passiert, wenn ich in meinem unbezahlten Urlaub krank werde?

Nichts, jedenfalls dürfen Sie diese Krankentage nicht einfach automatisch an die Urlaubszeit anhängen. Übrigens: Auch Urlaub steht einem für die Dauer der „Auszeit“ nicht zu. „Wenn man nicht arbeitet und das Arbeits­verhältnis ruht, hat man keinen Anspruch auf Erholung und auch keinen gesetzlichen Anspruch, das nachzuholen“, sagt Menssen.

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Wie sieht es mit der Versicherung aus?

Für ihre Sozial­versicherungen sind Beschäftigte nun selbst verantwortlich. „Wer sich von heute auf morgen ohne Entgelt freistellen lässt, muss die Sozial­versicherungs­beiträge selbst zahlen“, so Menssen.

Ohne Entgelt gibt es nur in der Kranken­versicherung noch einen nach­wirkenden Versicherungs­schutz von einem Monat. Danach muss man sich freiwillig kranken- und pflege­versichern oder auch selbst weiter in die Renten­versicherung einzahlen.

Anwältin Oberthür empfiehlt, genau auf mögliche Fristen zu achten: „Je nachdem, wie lange man unbezahlten Urlaub nimmt, könnte es auch Probleme mit späterem Arbeitslosengeld geben, weil man bestimmte Anwartschafts­zeiten nicht erfüllt hat.“

Lässt sich der Anspruch auf unbezahlten Urlaub bei der Vertragsverhandlung festhalten?

„Wer so etwas vorhat oder gar konkret plant, sollte in der Tat frühzeitig verhandeln, damit da Klarheit besteht“, sagt Menssen. Aber natürlich geht man auch ein Risiko ein: Denn was hält ein neuer Arbeitgeber wohl davon, wenn man sich schon vor dem Start im neuen Betrieb als erstes um eine Auszeit kümmert?

Laut Nathalie Oberthür haben Arbeit­nehmer zwar aktuell „eine große Verhandlungs­macht“. Ob die Entwicklung auf dem Arbeits­markt allerdings so weit geht, dass ein solches Sabbatical problemlos jederzeit gewährt werde, sei fraglich.

Und letztendlich hängt es immer vom Unternehmen ab. „Ob man auf die Wünsche der Arbeit­nehmer eingeht, ist auch abhängig von der Betriebs­größe“, sagt Tjark Menssen. „In einem kleinen Laden mit zehn Leuten ist ein Einzelner schwerer zu ersetzen als in einem großen Staats­unternehmen.“

Gibt es Alternativen zum unbezahlten Urlaub?

Theoretisch könnte man sich mit seinem Arbeitgeber auf ein Teilzeit­modell für zwei Jahre einigen. Beschäftigte arbeiten ein Jahr, in dem sie aber nur die Hälfte ihres Gehalts bekommen. Machen sie das nächste Jahr frei, bekommen sie ebenfalls nur die Hälfte ihres Gehalts.

„Auf diese Art und Weise kann ich mir meinen eigenen Urlaub besser finanzieren“, so Menssen. Ein weiterer Vorteil: Kranken- und Pflege­versicherung werden fortgeführt und vom Arbeitgeber weiter mit­übernommen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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