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EU-Recht, Reiserecht und Verbraucherrecht | 28.01.2020

Brexit

Von Einreise bis Roaming: Was der Brexit für Reisende bedeutet

Was Reisende wissen und bedenken sollten - ein Überblick

Der Brexit kommt - jetzt aber wirklich. Für Großb­ritannien-Reisende aus Deutschland hat er zwar erstmal keine großen Auswirkungen. Trotzdem reagieren Urlauber auf die neue Situation.

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Großb­ritannien will am 31. Januar um 24.00 Uhr mittel­europäischer Zeit die Europäische Union verlassen. Nach dem Brexit gilt zunächst eine Übergangs­phase - auch für Reisende, die in Großb­ritannien und Nordirland Urlaub machen wollen oder das Land geschäftlich besuchen. Bis zum Jahresende 2020 ändert sich für sie erst einmal nichts.

Einreise: Der Personalausweis genügt

Die Personal­ausweise von EU-Bürgern werden nach Angaben des Aus­wärtigen Amtes (AA) vorerst weiterhin als ausreichend für Reisen ins Vereinigte Königreich anerkannt. Mit einem vorläufigen Personal­ausweis sollen Reisende mindestens noch bis 31. Dezember 2020 einreisen können. Außerdem ist die Einreise mit einem Reisepass möglich. Dieser wird in Großb­ritannien und Nordirland aber nicht zwingend benötigt, wenn man einen gültigen Personal­ausweis dabei hat.

Flüge: Keine Änderungen in diesem Jahr

An den Flug­verbindungen von und nach Großb­ritannien ändere sich zunächst ebenfalls nichts, teilt der Deutsche Reise­verband (DRV) mit. Wie es 2021 dann weitergeht, sei aber noch offen. Die Reise­wirtschaft hält laut DRV ein umfassendes Luftverkehrs­abkommen für notwendig.

„Da ändert sich 2020 nichts“, bestätigt auch Andrea Hetzel von Visit Britain. Die Fluggesellschaften haben ihre Sommer­flugpläne schon vor vielen Monaten veröffentlicht, die Flüge sind längst buchbar.

Die EU-Fluggast­rechte, die unter anderem Entschädigungen bei Ausfällen von Flügen und bei langen Verspätungen regeln, sollen nach Angaben der britischen Regierung auch nach dem Brexit gelten, wie das Europäische Verbraucher­zentrum in Kehl informiert.

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Pauschalreisen: Urlauber halten sich zurück

Deutsche Reise­veranstalter führen nach wie vor ohne Einschränkungen organisierte Reisen durch. „Die Buchungen sind aber gesunken“, sagt Andrea Hetzel. Ihre Vermutung: Interessierte Urlauber warten noch bis 31. Januar, ob sich etwas ändert. „Dabei verändert sich erst einmal nichts“, sagt die Vertreterin des britischen Fremden­verkehrs­amtes.

Reiseversicherung: In jedem Fall abschließen!

Der Bund der Versicherten rät bei Auslands­reisen grund­sätzlich zum Abschluss einer privaten Auslands­reise-Kranken­versicherung, die auch einen medizinisch sinnvollen Rück­transport nach Deutschland bezahlt. An dieser Empfehlung ändert der Brexit nichts.

Telefonieren: Keine Roaming-Gebühren

Derzeit verursacht ein Handy-Telefonat oder eine SMS nach Deutschland für Großb­ritannien-Reisende keine Zusatz­kosten, weil innerhalb der EU-Mitglieds­staaten die Roaming-Gebühren abgeschafft worden sind.

Auch nach dem Brexit müssen viele Urlauber vorerst keine Extra-Kosten fürs Surfen und nach Hause telefonieren mit dem Smartphone bezahlen. Denn die Mobilfunk­anbieter können Großb­ritannien weiterhin freiwillig in die EU-Zone einstufen.

Die Telekom verfährt so bereits mit dem Nicht-EU-Land Schweiz und hat signalisiert, Großb­ritannien ebenfalls so behandeln zu wollen. Auch bei Vodafone soll zunächst alles beim Alten bleiben. Das Unternehmen geht davon aus, dass Großb­ritannien in der EU-Roaming-Regelung bleiben wird. Telefónica (O2) hat entschieden, bis zum 31. Dezember 2020 erst einmal nichts zu ändern - erst danach soll Großb­ritannien gegebenenfalls in eine andere Länderzone eingestuft werden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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