wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Strafrecht | 01.09.2023

Schockanruf

Vor allem ältere Menschen fallen auf diesen Telefonbetrug rein um Angehörige zu schützen: Angeblicher Polizist verlangt mehrere Zehntausend Euro Kaution

Organisierte Banden haben es vornehmlich auf ältere Opfer abgesehen

Immer häufiger begehen Kriminelle eine drastische Variante des Telefonbetrugs: Sie täuschen Opfern vor, einem Angehörigen drohe das Gefängnis - nur abzuwenden durch eine hohe Geldzahlung. Zwei mutmaßliche Täter stehen derzeit vor Gericht.

Werbung

Der Anruf kommt völlig unerwartet. „Hallo Mama. Ich hatte einen schrecklichen Autounfall“, schluchzt eine Frau. „Ich bin bei der Polizei. Ich wurde festgenommen. Ich habe eine Frau überfahren.“ Da sitzt der Schock erst einmal tief - und ist Auftakt einer perfiden Betrugsmasche, die in den vergangenen Jahren immer häufiger geworden ist.

Wegen sogenannter Schockanrufe müssen sich in dieser Woche zwei Männer in verschiedenen Verfahren vor den Landgerichten in München verantworten. Sie sollen als Teil von organisierten Banden vornehmlich ältere Opfer um insgesamt fast 300 000 Euro betrogen haben. Zum Auftakt des ersten Verfahrens am Montag hatte der Angeklagte gestanden, als sogenannter Abholer Bargeld und Schmuck von seinen Opfern eingesammelt zu haben. Am Freitag beginnt der zweite Prozess.

Angebliche Polizei verlangt Kaution von mehreren Zehntausend Euro

Die Anrufe der Gruppen dürften in etwa so begonnen haben, wie zu Beginn geschildert - in einem Anruf, den die bayerische Polizei mitgeschnitten hat. Der weitere Verlauf der Masche ist fast immer gleich: Nach dem vermeintlichen Angehörigen übernimmt ein angeblicher Polizist oder die Staatsanwaltschaft das Gespräch, redet auf die Angerufenen ein, droht, dass der Verwandte wegen eines selbst verursachten Unfalls in Untersuchungshaft müsse. Außer, es wird eine Kaution von mehreren Zehntausend Euro gestellt, zu übergeben an einen Kurier - den Abholer. Die Anrufe ziehen sich nicht selten über Stunden und enden mit dem Verlust des gesamten Ersparten.

Das entscheidende Element der Telefonate: die vorgetäuschte extreme Notlage. „Die emotionale Betroffenheit, die die Opfer verspüren, ist wirklich heftig“, sagt Juliane Lomb, stellvertretende Leiterin des Referats für Wirtschaftskriminalität beim Bundeskriminalamt. Den Angerufenen wird eine nahezu perfekte Show geliefert, mit weitaus mehr Druck als beim seit Langem praktizierten sogenannten Enkeltrick.

„Wenn der vermeintliche Angehörige am Telefon mit weinerlicher Stimme agiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Opfer die Geschichte glaubt, viel höher.“

Die Täter handeln nach Erkenntnis der Polizei vorwiegend aus dem Ausland. Das Bundeskriminalamt hat Polen, Tschechien und Großbritannien als Schwerpunkte ausgemacht. Vor Ort läuft nur die Abholung von Geld und Sachwerten ab, die dann schnell über die Grenze gebracht werden. Die Opfer sitzen in ganz Deutschland und auch in Nachbarländern. Einzelne Regionen, in denen sich die Arbeit eines Abholers bündeln lässt, sind wellenartig betroffen.

Im Dezember 2022 rief eine Bande viermal in Stuttgart und im österreichischen Innsbruck an, zweimal war sie erfolgreich. Abholer war laut Staatsanwaltschaft der 21-jährige Mann, der seit Montag vor Gericht steht. Die Gruppe, deren 43-jähriges Mitglied sich ab Freitag verantworten muss, arbeitete der Anklagebehörde zufolge ein Gebiet vom Saarland bis München ab. Bei zwei von sieben Anrufen funktionierte die Masche.

Die Telefonnummern besorgten sich die Kriminellen oft aus dem Telefonbuch, doch auch im Darknet kursierten Listen mit Kontaktdaten möglicher Opfer, sagt Juliane Lomb vom Bundeskriminalamt. Wer selbst einen Anruf erhält, in dem die Polizei Bargeld verlangt, der solle gleich auflegen und den Notruf wählen. Die Ermittlerin geht allerdings davon aus, dass viele Fälle der Polizei gar nicht bekannt werden. Häufig würden Opfer den Betrug nicht anzeigen: Sie schämten sich, dass sie auf den Trick hereingefallen seien.

Werbung

Quelle: dpa, DAWR (pt)
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#10623

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d10623
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!