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Arbeitsrecht | 19.02.2019

Führungs­zeugnis

Vorbestraft oder nicht: Darf der Arbeitgeber ein Führungs­zeugnis verlangen?

Arbeitgeber dürfen nicht ohne weiteres um ein Führungs­zeugnis bitten

Das Führungs­zeugnis ist ein Auszug aus dem Bundes­zentral­register und listet Strafen auf, die Gerichte gegen eine Person verhängt haben. Das kann für einen Arbeitgeber interessant sein. Zeugnisse, Abschluss­dokumente und Versicherungs­unterlagen muss in der Regel jeder einreichen, der eine neue Stelle antritt. Doch wie sieht es mit dem Führungs­zeugnis aus? Können Arbeitgeber das von Bewerbern oder Angestellten verlangen?

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„Das kommt auf das Arbeits­verhältnis an“, erklärt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht und Vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein.

Berechtigtes Interesse muss vorliegen

Ein polizeiliches Führungs­zeugnis dürfe der Arbeitgeber nur verlangen, wenn er ein berechtigtes Interesse vorweisen kann. Ein solches Interesse kann bei Berufen im Sicherheits- oder Bankwesen vorliegen, „zum Beispiel, wenn ein Arbeit­nehmer in einer Spielbank arbeitet“, wie der Fachanwalt erklärt.

Zeitpunkt der Anfrage ist entscheidend

Daneben kann es eine Rolle spielen, wann der Arbeitgeber die Frage nach dem polizeilichen Führungs­zeugnis stellt. „Vor Beginn des Arbeits­verhältnisses hat der Arbeit­nehmer in der Regel schlechte Chancen, sich dieser Bitte zu verweigern“, so Rechtsanwalt Johannes Schipp. Denn dann sei das Bewerbungs­verfahren aller Wahrscheinlichkeit nach beendet - auch wenn das fehlende Führungs­zeugnis nicht als Grund für eine Ablehnung des Bewerbers angegeben wird.

Führungszeugnis bei bestehendem Arbeitsverhältnis

„In einem bestehenden Arbeits­verhältnis aber kann ein Arbeit­nehmer auf jeden Fall sagen, dass er sein Führungs­zeugnis nicht vorlegen möchte“, erläutert Rechtsanwalt Johannes Schipp. Hat der Arbeitgeber kein berechtigtes Interesse, ist dieser Wunsch völlig legitim.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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