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Familienrecht und Namensrecht | 25.04.2016

Ehename

Wahl des Nachnamens nach der Hochzeit: Was ist bei der Wahl des Nachnamens erlaubt und was ist verboten?

Zur Namenswahl von Verheirateten

Wenn zwei heiraten, ändert sich so manches in ihrem Leben. Nicht zuletzt müssen sie festlegen, wer wie heißen will. Keine einfache Entscheidung - zumal es bei der Wahl des Nachnamens unter­schiedliche Optionen gibt. Was erlaubt und was verboten ist.

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Bei der Wahl des Nachnamens gibt es unterschiedliche Optionen

Beide sind sich einig: Wir wollen heiraten. Doch nach dem „Ja-Wort“ steht schon gleich die nächste Entscheidung an: Wie soll der Nachname lauten? Eheleute sind nicht verpflichtet, einen gemeinsamen Familien­namen festzulegen. Mit anderen Worten: Beide Partner können, wenn sie das möchten, ihre jeweiligen Geburts­namen behalten. Sie sollten dann aber einen Ehenamen bestimmen. Damit legen sie fest, welchen Nachnamen mögliche gemeinsame Kinder später haben.

Das Paar entscheidet sich für einen gemeinsamen Ehenamen

Dies kann der Geburtsname der Frau oder des Mannes sein. Auf dem Standesamt gibt das Paar seine Entscheidung bekannt. Der Beamte beurkundet dies mit Unterschrift und Stempel. Erst dann ist der festgelegte Ehename rechts­gültig. Gut zu wissen: Er kann sogar aus einer früheren Ehe stammen. Heiratet beispiels­weise eine Frau ein zweites Mal und bestimmt den mitgebrachten Namen mit ihrem neuen Partner als Ehenamen, dann muss dies der frühere Mann akzeptieren.

Eine weitere Entscheidung kann der Partner treffen, dessen Nachname nicht als Ehename gewählt wurde

Er kann seinen eigenen Namen dem Ehenamen voranstellen oder anfügen. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um seinen Geburts­namen oder um seinen Nachnamen zum Zeitpunkt der Heirat gehandelt hat. So ein zusammen­gesetzter Name ist aber nur für einen Partner möglich. Denn einen gemeinsamen Doppelnamen können Ehepaare nicht wählen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Frau Schwarz und Herr Weiß heiraten. Sie können nun überlegen, ob sie mit Familien­namen „Schwarz“ oder „Weiß“ heißen wollen. Beide entscheiden sich in diesem Fall für den Geburts­namen des Mannes - also „Weiß“. Die Frau kann sich darüber hinaus „Schwarz-Weiß“ oder „Weiß-Schwarz“ nennen. Egal, wie sie sich entscheidet: Ihr Mann behält seinen Nachnamen. Auch eine Aneinander­reihung von vier Nachnamen ist nicht erlaubt. Heiraten etwa Herr Schmitz-Becker und Frau Müller-Meier, dann ist der Name Schmitz-Becker-Müller-Meier verboten. Nach einer Koppelung für einen Ehenamen ist Schluss. Anders sieht es bei Familien­namen aus, die lediglich aus mehreren Wörtern bestehen. Zum Beispiel „Metz am Broich“ oder „aus dem Siepen“. Solchen Namen könnte ein Begleit­namen beigefügt werden - „Müller aus dem Siepen“ wäre also möglich.

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Doppelname muss im Alltag nicht genutzt werden

Wer durch Heirat einen Doppelnamen erhält, muss ihn nicht zwingend auch im Alltag benutzen. Im privaten Schrift­verkehr oder auf dem Zimmer­schild in der Firma kann Frau Müller-Meier beispiels­weise ihren Geburts­namen „Müller“ weiter führen. Den Doppelnamen muss sie nur zwingend verwenden, wenn eine Behörde die Identität ihrer Person nicht zweifelsfrei feststellen kann.

Nach Scheidung oder Tod gibt es wiederum mehrere Möglichkeiten der Namenswahl

Wird die Ehe durch Scheidung oder Tod aufgelöst, gibt es mehrere Möglichkeiten: Der geschiedene oder verwitwete Partner kann seinen Nachnamen behalten, den eigenen Geburts­namen wieder annehmen oder den Ehenamen ergänzen. Das geschieht, indem er dem fortgeführten Ehenamen entweder seinen Geburts­namen oder den Namen, den er bei Bestimmung des Ehenamens geführt hat, beifügt. Die Entscheidung muss er dem Standesamt mitteilen.

Ansonsten kann man seinen Nachnamen in Deutschland nur begrenzt ändern

Abgesehen von Heirat, Scheidung oder Tod gilt: In den allermeisten Fällen muss man sich damit abfinden, dass man so heißt,wie man eben heißt. Die Aussage „Mir gefällt mein Nachname nicht mehr“ reiche als Begründung keinesfalls aus. Für die Änderung des Nachnamens muss immer ein wichtiger Grund vorliegen.

Die betroffene Person müsste nachweisen, dass die Weiter­führung des Namens für sie unzumutbar ist. Etwa weil den Namen auch prominente Nazi-Schergen trugen. Ablegen kann man einen Namen meist nur, wenn man psychisch darunter leidet. Ist jemand beispiels­weise gerade 18 Jahre alt geworden und hat schlechte Erfahrungen mit seinem Stiefvater gemacht. Dann kann ein psychologisches Gutachten nachweisen, dass er unter dem Namen des Stiefvaters derart leidet, dass er psychisch erkrankt ist. In solchen Fällen muss ein Antrag auf Namens­änderung beim zuständigen Standesamt gestellt werden. Die Kosten für die Namens­änderung variieren je nach Bundesland. In Berlin zahlt man dafür etwa 150 Euro.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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