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Krankenkassenrecht und Sozialrecht | 07.12.2021

Kranken­versicherungen

Was gesetzlich Kranken­versicherte über Wahltarife wissen sollten

Vor einer Ent­scheidung sollten die Details genau geprüft werden

Rück­erstattung des Beitrags, bessere Versorgung: Wahltarife der gesetzlichen Kranken­versicherungen klingen meist verheißungs­voll. Doch Versicherte sollten vor einer Ent­scheidung, Details genau prüfen.

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Wie vieles im Leben haben auch Wahltarife ihre Vor- und Nachteile: Gesetzliche Kranken­kassen haben unterschiedlich viele Wahltarife im Angebot. Manche können sie ihren Mitgliedern freiwillig anbieten, andere müssen sie im Programm haben. Bei einigen Tarifen geht es darum, chronisch Kranke besser zu versorgen. Bei anderen zahlt die Kasse Gesunden unter bestimmten Voraus­setzungen zum Beispiel bis zu einem Monats­beitrag zurück.

Klingt alles verlockend, aber: „Versicherte sollten sich keinesfalls leichtfertig für den einen oder anderen Wahltarif entscheiden und genau prüfen, ob für sie ein finanzielles Risiko entsteht“, sagt Peter Grieble von der Verbraucher­zentrale Baden-Württemberg.

Zusätzliche Leistungen für treue Kunden

Dafür spricht: Wahltarife bieten Versorgungs­leistungen, für die Kranken­kassen sonst nicht unbedingt aufkommen - oder die sich durch besondere Qualitäts­vorgaben auszeichnen.

Aber bei Wahltarifen gibt es - abgesehen von finanziellen Risiken - meist eine Bindungs­pflicht für ein bis drei Jahre. In dieser Zeit können Versicherte ihre Kranken­kasse nicht wechseln - es sei denn, die Kasse erhöht den Zusatz­beitrag, so Grieble.

Versicherte müssen den Wahltarif zwei Wochen vor Ablauf der Bindungs­frist kündigen, sonst verlängert er sich automatisch. Generell ist für Versicherte das Wahltarif-Angebot immer freiwillig.

Auf Risiken und Kosten achten

„Gerade der Wahltarif 'Kosten­erstattung' birgt hohe finanzielle Risiken“, warnt Grieble. Bei diesem Modell bekommen gesetzlich Versicherte eine vergleichbare Versorgung wie Privat­patienten. Dafür zahlen sie einen Zuschlag.

Wie Privat­patienten begleichen sie Arzt­rechnungen zunächst selbst und reichen sie dann bei ihrer Kasse ein. Aber: Die Kasse übernimmt die Behandlungs­kosten nicht immer komplett. „Für den Rest muss der Patient selbst aufkommen, das kann den Verbraucher ruinieren.“

Ein weiterer Wahltarif, den Kranken­kassen freiwillig anbieten, ist etwa die Beitrags­rück­erstattung: Nehmen Versicherte längere Zeit keine Leistungen in Anspruch, erstattet die Kasse ihnen maximal einen Monats­beitrag pro Jahr. „Vorsorge­unter­suchungen und einige Schutz­impfungen sind davon unberührt“, erklärt Grieble.

Versicherte gehen hier zwar kein Risiko ein, da die Kasse bei Krankheit zahlt. „Manch einer könnte aber dazu verleitet werden, bei Beschwerden nicht rechtzeitig zum Arzt zu gehen, um die Prämie nicht zu gefährden“, sagt Sabine Baierl-Johna von der Stiftung Warentest. Das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

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Einen Teil der Kosten selbst übernehmen

Ein anderer Wahltarif dreht sich um die Selbst­beteiligung. Dabei verpflichten sich Versicherte im Krankheits­fall einen Teil der Behandlungs­kosten selbst zu tragen. Im Gegenzug erhalten Versicherte eine Prämie von maximal 600 Euro pro Jahr.

Grieble nennt ein Beispiel: Ein Ver­sicherter vereinbart mit seiner Kasse, eventuell anfallende Kosten für Arzt, Arznei­mittel oder einen Klinik­aufenthalt bis zu einer Höhe von 900 Euro selbst zu zahlen. Liegen die tatsächlichen Ausgaben des Patienten für medizinische Behandlungs­kosten bei 300 Euro, hat sich bei einer Prämie von 600 Euro die Beitrags­last aufs Jahr gerechnet um 300 Euro reduziert.

Manche Wahltarife müssen die Krankenkassen anbieten

Die Kranken­kassen sind verpflichtet einige Wahltarife anzubieten - etwa Hausarzt­versorgung, integrierte Versorgung, strukturierte Behandlungs­programme für chronisch Kranke, Krankengeld für Selbstständige.

Bei der Hausarzt­versorgung gehen Versicherte für mindestens ein Jahr bei Beschwerden immer zuerst zum Hausarzt. Dort bekommen sie wenn nötig eine Über­weisung zur Fachärztin. Dafür winken Vergünstigungen wie eine Beitrags­erstattung. Aber: „Prüfen Sie, ob Ihr Hausarzt überhaupt an einem solchen Programm teilnimmt“, rät Grieble.

Bei der integrierten Versorgung koordiniert die jeweilige Kasse die Behandlung von Krankheiten wie Krebs über Netzwerke aus Ärzten, Kliniken und Reha-Einrichtungen. Vor einer Ent­scheidung dazu, empfiehlt Grieble Interessierten, sich zu erkundigen, „wie die Sicherheit ihrer Daten gewähr­leistet ist.“

Das strukturierte Behandlungs­programm kann für Diabetiker, Brust­krebs-Patientinnen oder etwa Herzkranke ein Gewinn sein. Hier stimmen Ärzte verschiedener Fach­richtungen die Behandlungs­schritte ab. Das Ziel: chronisch Kranke besser und koordinierter zu versorgen.

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Wie viele Krankenversicherte einen Wahltarif in Anspruch nehmen

Insgesamt haben weniger als ein Prozent der Versicherten einen der Wahltarife für Selbst­behalt, Kosten­erstattung, Prämie für die Nicht­inanspruch­nahme von Leistungen oder Krankengeld abgeschlossen. Also eine vergleichsweise niedrige Zahl, sagt Sabine Baierl-Johna von der Stiftung Warentest. Sie beruft sich dabei auf Statistiken des Bundes­gesundheits­ministeriums.

Anders sieht es bei den Wahltarifen für die besondere Versorgung aus - etwa die Hausarzt­versorgung und strukturierte Behandlungs­programme für chronisch Kranke. „Hier nehmen rund 20 Prozent der Versicherten teil“, so Baierl-Johna. Ein hoher Anteil also, bezogen auf alle gesetzlich Versicherten.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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