wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Arbeitsrecht | 16.06.2021

Hitze im Büro

Was gilt bei Hitze am Arbeits­platz?

Arbeit­nehmer haben kein Recht auf „hitzefrei“ - Arbeitgeber haben aber Fürsorgep­flichten

Hohe Temperaturen können für Beschäftigte am Arbeits­platz zur Belastung werden. Da sind Arbeitgeber gefragt. Mit einem Eis für alle ist es aber nicht getan.

Werbung

Die erste Hitzewelle des Jahres kündigt sich an. Da wird es an manchem Arbeits­platz schon richtig heiß. Aber wann ist es zu heiß, um zu arbeiten? Und darf ich dann einfach in Shorts kommen? Arbeits­rechts­experte Alexander Bredereck erklärt, was rechtlich gilt.

Haben Arbeitnehmer ein Recht auf Hitzefrei?

„Nein“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin. „Es gibt derzeit keine denkbare Außent­emperatur, die so hoch wäre, dass pauschal der Arbeit­nehmer die Arbeit verweigern dürfte.“ Entscheidend sei letztlich immer die konkrete Temperatur am Arbeits­platz.

Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer müssen dem Fachanwalt zufolge aber nicht bei jeder Temperatur und unter jeder Bedingung arbeiten. „Wann die Arbeits­pflicht entfällt, hängt auch mit der Frage zusammen, wie die konkrete Konstitution des einzelnen Arbeit­nehmers ist“, so Bredereck.

Hier müsse der Arbeitgeber etwa auf ältere Arbeit­nehmer, Arbeit­nehmer mit Vorerkrankungen oder Arbeit­nehmer mit einer Behinderung im Rahmen der Fürsorgep­flicht anders Rücksicht nehmen als auf weniger gefährdete Arbeit­nehmer.

„Das macht es im Einzelfall für Arbeit­nehmer sehr schwer fest­zustellen, wann noch eine Arbeits­pflicht besteht und wann nicht.“ Einfach die Arbeit zu verweigern, ist jedoch keine gute Idee, denn Beschäftigte können eine Abmahnung oder gar eine Kündigung riskieren.

Bredereck empfiehlt den Arbeitgeber zunächst an seine Pflichten zur Gestaltung des Arbeits­platzes zu erinnern, die zum Beispiel in der Arbeits­stätten­regel festgelegt sind. Dabei kann auch der Betriebsrat helfen. Wer aufgrund der Temperaturen an seinem Arbeits­platz gesundheitliche Beeinträchtigung erleidet, sollte zum Arzt gehen. Womöglich besteht unter den gegebenen Bedingungen eine Arbeits­unfähigkeit.

Werbung

Wie warm darf es denn nun am Arbeitsplatz sein?

Konkrete Temperatur­vorgaben ergeben sich aus der Arbeits­stätten­regel, die auch Vorgaben zur Raum­temperatur enthält. Der Arbeitgeber hat laut Bredereck zunächst Vor­kehrungen gegen übermäßige Sonnenein­strahlung zu treffen. Zusätzlich muss er ab einer Innenraum­temperatur von über 26 Grad Celsius Bauteile mit geeigneten Sonnen­schutz­systemen ausrüsten.

Ist es drinnen trotzdem wärmer als 26 Grad, müsse der Arbeitgeber zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wenn das Arbeiten zu einer Gesundheits­gefährdung führt, zum Beispiel bei schweren körperlichen Arbeiten oder weil die Arbeit­nehmer gesund­heitlich vorbelastet oder besonders schutzbedürftig sind. „Hierzu hat der Arbeitgeber seine Gefährdungsb­eurteilung anzupassen“, so der Fachanwalt.

Ab einer Temperatur von 30 Grad muss der Arbeitgeber weitere wirksame Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel Lockerungen der Bekleidungs­regeln oder die Instal­lation von Lüftungs­einrichtungen. „Technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang vor personen­bezogenen Maßnahmen“, erklärt Bredereck. „Also zunächst Lüftung, dann Lockerung der Bekleidungs­regelung.“

Ab einer Temperatur von 35 Grad dürfen Innenräume laut Bredereck dann nur noch unter sehr strengen Voraus­setzungen als Arbeits­räume genutzt werden.

Werbung

Wie streng dürfen Kleidervorschriften bei hohen Temperaturen sein?

„Soweit der Arbeitgeber ein nachvoll­ziehbares Interesse an einer bestimmten Bekleidung des Arbeit­nehmers hat oder dieses sogar arbeits­vertraglich geregelt ist, entfällt das Interesse nicht pauschal ab einer bestimmten Temperatur“, stellt Bredereck klar.

Der Arbeitgeber ist allerdings verpflichtet, Vorsorge am Arbeits­platz zu treffen. „Gelingt ihm dies, zum Beispiel durch eine Klimaanlage, bleiben auch die Kleider­vorschriften im vollen Umfang bestehen.“ Gelingt ihm das nicht, kann dann die Lockerung der Kleider­vorschriften eine Maßnahme sein. „Grenze ist hier immer auch die etwaige Belästigung der übrigen Arbeit­nehmer durch zum Beispiel allzu freizügige Kleidung“, sagt Bredereck.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#8398

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d8398
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!