wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Arbeitsrecht | 05.07.2021

Neue Corona-Regeln am Arbeits­platz

Was nun für die Rückkehr ins Büro gilt

Was Arbeit­nehmer jetzt wissen müssen

Die Infektions­zahlen sinken stetig, die Inzidenzen sind niedrig. Die Homeoffice-Pflicht ist ausgelaufen. Für viele Unternehmen ist eine neue Übergangs­phase angebrochen. Was gilt jetzt für Beschäftigte?

Werbung

Bundes­notbremse? Homeoffice-Pflicht? Corona-Arbeits­schutz­verordnung? Wie war das noch mal? Seit Anfang Juli gelten wieder neue Regeln für Beschäftigte.

Müssen jetzt alle wieder zurück ins Büro?

„Wenn man es auf einen einfachen Nenner bringen möchte, dann lautet die Antwort 'Ja'“, bewertet Rechts­wissenschaftler Prof. André Niedostadek die Lage. Die Homeoffice-Pflicht war eine an die Bundes­notbremse gekoppelte Sonder­regelung. Und sie war nur für einen begrenzten Zeitraum gedacht, nun sei die Pflicht nach dem Infektions­schutz­gesetz „passé“.

„Ein bisschen ist es wie beim Spiel Monopoly: Da gibt es ja auch die Karte 'Gehe zurück auf Los'. Und so heißt es 'Gehe zurück ins Büro', wenn Unternehmen diese Karte ziehen“, so der Arbeits­rechts­experte von der Hochschule Harz.

Uneingeschränkt gilt das aber nicht. Unternehmen können das Arbeiten im Homeoffice auf freiwilliger Basis weiter ermöglichen. Da, wo es vor Corona schon eine Home­office-Vereinbarung gab, sei diese auch nach wie vor wirksam, so Niedostadek.

Der Rechts­wissenschaftler weist darauf hin, dass Beschäftigte nicht einfach ohne Grund dem Büro fernbleiben und weiter im Homeoffice arbeiten sollten. „Man riskiert gegebenenfalls eine Abmahnung oder sogar die Kündigung.“

Ein Teil der Beschäftigten sehnt sich zurück ins Büro. Dürfen die jetzt in jedem Fall wieder zurück?

Nein. Arbeit­gebern obliegt laut André Niedostadek eine Fürsorgep­flicht gegenüber ihren Beschäftigten. Unternehmen müssten dafür sorgen, dass die Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter nach Regeln arbeiten können, die dem Infektions­schutz entsprechen. „Denn der Infektions­schutz ist ja nicht aufgehoben. Es gilt die Corona-Arbeits­schutz­verordnung.“

Die Verordnung wurde zuletzt bis einschließlich 10. September 2021 verlängert. Es kann demnach sein, dass Beschäftigte nicht ins Büro zurück­kehren können, selbst wenn sie das wollen. „Etwa weil es einfach zu eng ist. Viele Unternehmen sind aber dabei, Regelungen zu schaffen, die den Interessen der Beschäftigten gerecht werden“, so Niedostadek.

Werbung

Welche Corona-Regeln gelten dann jetzt am Arbeitsplatz?

Die Corona-Arbeits­schutz­verordnung schreibt weiterhin bestimmte Regeln, um den Infektions­schutz sicherzustellen. Dazu gehört laut Niedostadek zum Beispiel, dass Beschäftigten, die nicht zu Hause, sondern vor Ort arbeiten, nach wie vor zwei Tests pro Woche anzubieten sind.

Das gelte jedenfalls dann, wenn sich der Infektions­schutz nicht auch anders gewähr­leisten lässt. „Hier kommen die landläufigen 3G-Regeln ins Spiel, die auch für andere Einrichtungen wie Restaurants gelten, also neben getestet auch genesen und geimpft.“

Vieles hänge von den Begebenheiten vor Ort in den Unternehmen ab. „Dazu ist eine sogenannte Gefährdungsb­eurteilung durchzuführen, um etwaige Schutz­maßnahmen treffen zu können.“ Das kann sich dann beispiels­weise auf die Gestaltung des Arbeits­platzes, die Pausen- und Arbeits­zeiten oder auch den Mund-Nase-Schutz sowie anderes mehr auswirken. Leitlinie seien weiterhin die Kontakt­reduzierung und die betrieblichen Hygiene­konzepte.

Viele Unternehmen arbeiten mit einem Wechselmodell. Muss ich meinen Schreibtisch jetzt teilen?

Ein Recht auf einen eigenen Schreib­tisch oder sogar ein eigenes Büro haben Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer laut Niedostadek in der Regel nicht. Gerade, wenn man nicht mehr jeden Tag im Büro ist, habe man vielleicht nur noch einen Rucksack mit wichtigen Utensilien und werde sich dann einen Arbeits­platz teilen oder an dem Tag schauen, wo sich ein freier Platz findet. Das ist auch als Desksharing bekannt, also geteilte Schreib­tische.

Werbung

Und wie sieht es mit meinem Arbeitsplatz zu Hause aus: Muss der nicht langsam mal vom Arbeitgeber vollständig eingerichtet werden?

Hier muss man zwischen Homeoffice und Telearbeit unter­scheiden. Tele-Arbeits­plätze seien ausführlicher geregelt und im Prinzip fest eingerichtete Bild­schirm-Arbeits­plätze, erklärt Niedostadek. „Auf Tele-Arbeits­plätze gibt es jedoch keinen Anspruch. Das muss zwischen Arbeit­gebern und Beschäftigten vereinbart werden.“ Hat man sich geeinigt, dann gelten für Tele-Arbeits­plätze eigene Anforderungen, die in der Arbeitsstättenv­erordnung näher geregelt sind.

„Auf einem anderen Blatt steht das Homeoffice“, so der Rechts­experte. „Ein sehr vager Begriff.“ Auch das Homeoffice könne ein fester Arbeits­platz zu Hause sein, was dann einem Tele-Arbeits­platz entsprechen würde. Gerade in Corona­zeiten sei aber viel zu improvisieren gewesen. „Viele wurden ja dazu verdonnert und müssen vielleicht zwischen Küchen­tisch und Couch wechseln. Das ist dann kein klassischer Tele-Arbeits­platz.“

Dennoch müssen Beschäftigte auch im Homeoffice ihrer Arbeit ordnungs­gemäß nachgehen können. Die nötige Ausstattung müssen Arbeitgeber bereit­stellen. Genauso gelten eine ganze Reihe von Arbeitsschutz­vorschriften. Da gebe es allerdings eine rechtliche Grauzone, da manche Regelungen bislang explizit nur für die klassischen Telearbeits­plätze zutreffen.

Sind nach Monaten Isolation im Homeoffice jetzt Konflikte vorprogrammiert?

Nach der teilweisen oder kompletten Rückkehr aus dem Homeoffice werden die alten, sozialen Muster im Umgang sehr schnell wieder aktiv sein, da ist sich Konflikt­management-Trainer Timo Müller sicher. „So als sei man nie fortgewesen.“

Die Freude, der Isolation entkommen zu sein, werde manchem Team kurzfristig eine positive Dynamik geben. Das kann manche Konflikte sogar vergessen machen, so der Leiter des Instituts für Konflikt­management und Führungs­kommunikation (Ikuf).

Er gibt aber zu bedenken, dass andere nun wieder direkt auf ihre Konflikt­gegner treffen. Er sieht auch, dass Konflikte zwischen Mit­arbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Online-Rahmen wenig oder gar nicht ausgetragen wurden nun „nachgeholt“ werden.

Müller empfiehlt Führungs­kräften grund­sätzlich, das Gespräch mit ihren Mitarbeitern zu suchen, um diese sehr spezielle Zeit der Rückkehr gut zu begleiten. Es brauche „tendenziell mehr Beziehungs­arbeit“ als vor der Pandemie, so der Trainer.

Auch André Niedostadek rät vor allem, miteinander zu reden. „Im Moment landen bereits viele Streit­fragen vor Gericht“, so der Rechts­wissenschaftler. Das sei einerseits gut, weil eine gerichtliche Ent­scheidung mehr Klarheit bringt. „Anderseits fördert das nicht unbedingt das Miteinander.“ Im Fall der Fälle empfiehlt es sich, an eine außergerichtliche Konflikt­lösung zu denken, etwa im Rahmen einer Mediation.

Ich bin mit der aktuellen Situation nicht zufrieden. Wie sage ich es meiner Führungskraft?

Wichtig ist laut Trainer Timo Müller an dieser Stelle, wie es mit der Feedback-Kultur im Team oder der Abteilung generell bestellt ist. Teams und Abteilungen, in denen bereits zuvor offen angesprochen wurde, wenn etwas als störend erlebt wird, haben Müller zufolge „gute Karten“. Wo konstruktive Kritik eher nicht üblich ist, kann es schwerer werden.

Müller rät, in Gesprächen mit der Führungs­kraft Raum dafür zu schaffen, über Interessen und Konflikt­haftes ins Gespräch zu kommen: Welche Bedürfnisse und Wünsche habe ich als einzelner Beschäftigter? Führungs­kräfte, die da bislang noch nicht getan hätten, seien gefragt, auch aktiv bei den Beschäftigten nach­zuhören.

Der Konflikt­forscher sieht auch eine anonyme Mitarbeiter­befragung als eine Möglichkeit, das Klima im Team und in der Abteilung offenzulegen. Ein „wirklichkeits­nahes Abbild der Lage“ sei wichtig, damit Führungs­kräfte im Unternehmen wirklich wissen, was ihre Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter bewegt.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#8464

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d8464
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!