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Arbeitsrecht | 03.11.2021

Arbeitszeit

Was zählt zur Arbeitszeit dazu?

Was Beschäftigte dazu wissen sollten

Kaffeepause, Arzttermin, Fortbildung, Dienstreise: Längst nicht alles gehört zur Arbeitszeit.

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Kurz eine Zigarette rauchen oder einen Kaffee trinken, mit den Kollegen auf dem Gang quatschen, später noch zum Arzt gehen und danach der Fortbildung lauschen: So ein Arbeitstag ist schnell rum. Doch wann müssen Beschäftigte Zeiten nachholen, was zählt zur Arbeitszeit und was nicht? Eine Übersicht:

Umkleide- oder Vorbereitungszeit

Wer in seinem Unternehmen Schutz- oder Dienst­kleidung tragen muss - etwa ein Overall mit Firmennamen, braucht mit dieser Kleidung nicht direkt zur Arbeit erscheinen. Er oder sie darf sich in den Räumen des Arbeit­gebers umziehen - „und das ist ganz klar Arbeitszeit“, sagt Sigrid Britschgi, Fach­anwältin für Arbeits­recht in Düsseldorf.

Anders sieht es aus, wenn keine Pflicht zu Schutz- oder Dienst­kleidung besteht. „Kommt in solchen Fällen zum Beispiel jemand im Sportdress mit dem Rad zur Arbeit und zieht sich um, ist das reine Privatsache“, erklärt Till Bender von der Rechts­schutz­abteilung im Deutschen Gewerkschafts­bund (DGB).

Beschäftigte müssten dann also rechtzeitig in der Firma sein, dass genügend Zeit fürs Umziehen bleibt und sie pünktlich mit der Arbeit starten können.

Die Vorbereitungs­phase, um etwa den Rechner hoch­zufahren, zählt indes klar zur Arbeitszeit. „Wer um 7.30 Uhr mit der Arbeit beginnen soll, muss nicht vor 7.30 Uhr an Ort und Stelle sein, um den PC zu starten“, erklärt Britschgi.

Pausenzeiten

Generell haben Beschäftigte Anspruch auf eine Pause. Das ergibt sich aus dem Arbeitszeit­gesetz. Arbeitet jemand mehr als sechs Stunden, steht dieser Person eine Pausenzeit von 30 Minuten zu. Sind es mehr als neun Stunden, kann die Person 45 Minuten pausieren. „Beschäftigte können eine Pause stückeln, aber eine Pausenphase muss mindestens 15 Minuten umfassen“, erklärt Bender.

Kaffee- oder Raucher­pausen über die reguläre Pausenzeit hinaus zählen nicht zur Arbeitszeit. Beschäftigte müssen sich entsprechend ausstempeln, können aber meist die Zeit nacharbeiten.

Der Arbeitgeber muss laut Arbeitsstättenv­erordnung dafür sorgen, dass Beschäftigte ihre Bildschirm­arbeit durch andere Beschäftigungen unter­brechen. Um die Augen zu erholen, sollte man am besten nach einer Stunde Bildschirm­arbeit fünf bis zehn Minuten Pause machen. Um die Arbeitszeit zu nutzen, sollte man wenn möglich in dieser Zeit andere Aufgaben verrichten - etwa die Ablage sortieren.

Übrigens: Der Gang zur Toilette gilt nicht als Pause, sondern als kurzfristige Arbeits­unter­brechung. Kein Arbeitgeber kann dies einem Beschäftigten verwehren.

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Arzttermine

Grund­sätzlich sind Beschäftigte verpflichtet, Arzttermine so zu legen, dass sie nicht mit der Arbeitszeit kollidieren. Nicht immer ist dies möglich, etwa bei einem Notfall oder wenn jemand in seiner Freizeit keinen freien Termin beim Arzt bekommt.

Dann muss der Arbeitgeber den Arztbesuch ermöglichen. „In diesen Fällen ist der Arztbesuch Arbeitszeit“, erläutert Bender. Dann müssen Beschäftigte beim Arbeitgeber eine Arzt­bescheinigung abgeben.

Bereitschaftsdienste versus Rufbereitschaft

„Ein Bereit­schaftsd­ienst ist Arbeitszeit“, stellt Britschgi klar. In vielen Tarif­verträgen oder Dienst­vereinbarungen sind Pauschalen für Bereitschafts­dienste festgelegt.

Anders ist es bei Ruf­bereitschaften - also Fälle, in denen Beschäftigte in ihrer Freizeit damit rechnen müssen, dass der Arbeitgeber sie zur Arbeit ruft. „Wenn der Ruf nicht erfolgt, ist die Ruf­bereitschaft auch keine Arbeitszeit“, so Bender. Meldet sich der Chef oder die Chefin, ist die Arbeitszeit entsprechend zu bezahlen.

Fortbildungen und Dienstreisen

Fährt ein Arbeit­nehmer auf eigenen Wunsch zu einer Fortbildung, fällt dies nicht unter die reguläre Arbeitszeit. Ordnet indes der Arbeitgeber sie an, gehört die Fortbildung zur Arbeitszeit, erklärt Britschgi.

Da Dienst­reisen meist der Arbeitgeber angeordnet, zählen sie zur Arbeitszeit. Problematisch sind oft die Fahrtzeiten. „Wenn ich zum Beispiel im Zug sitze und selber entscheiden kann, was ich mache, gilt dies zumeist als Freizeit“, so Britschgi.

Wenn ein Arbeit­nehmer oder eine Arbeit­nehmerin bei der Zugfahrt jedoch auf dem Tablet ein Protokoll für den Arbeitgeber über einen Kunden­besuch schreibt, zählt dies als Arbeitszeit.

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Arbeitsweg

Der Weg zur Arbeit ist zumeist reine Privat­angelegenheit, also keine Arbeitszeit. „Verspäten sich Beschäftigte durch einen Warnstreik etwa bei der Bahn oder durch ein Unwetter, ist das ebenfalls ihre Sache“, erläutert Bender.

Welche Konsequenzen eine Verspätung hat, hängt vom jeweiligen Arbeitszeit­modell ab. Unter Umständen drohen Lohn­einbußen, im Wieder­holungs­fall sogar eine Abmahnung. „Ein Sonderfall sind Außend­ienstler“, sagt Bender. Begibt sich der Außend­ienstler von zu Hause aus zum ersten Kunden, dann ist dies Arbeitszeit.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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