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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 06.01.2022

Wasser­schaden

Wasser­schaden im Haus: Wann die Versicherung einspringt

Je nach Ursache und Schaden kommen die Hausrat-, Haftpflicht- oder die Gebäude­versicherung in Frage

Stellen Sie sich vor, das Bad ist überflutet und das Wasser sucht sich schon den Weg in die Wohnung. Dann sind dringend zwei Dinge zu tun: Haupthahn zudrehen und die Versicherung informieren. Aber welche?

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Wasser­schäden gehören zu den häufigsten Schäden, die Versicherungen regulieren müssen. „Im Schnitt entsteht alle 30 Sekunden ein Leck“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Haupt­geschäfts­führerin des Gesamt­verbands der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) in Berlin. Besonders oft sind geplatzte Leitungen und aus­gelaufene Heizboiler die Ursachen.

Gut für die Betroffenen

Bei solchen Schäden springen oft Versicherungen ein. „Rund 1,1 Millionen Leitungs­wasser­schäden zählen die Gebäude- und Hausrat­versicherer hierzulande im Jahr.“

Aber welche Versicherung greift, wenn der Teppich durchnässt ist und die Möbel unter Wasser stehen? Oder wenn sich an der Wand ein riesiger Fleck gebildet hat? Ist es die Gleiche, die auch für einen über­fluteten Keller zuständig ist? „Es kommt darauf an, was beschädigt wurde und was die Ursache dafür ist“, sagt Anja Käfer-Rohrbach.

Versicherungsschutz kann erweitert werden

Grund­sätzlich zahlt die Hausrat­versicherung bei Schäden am Hausrat - etwa für Möbel oder Teppiche - wenn sie durch Leitungs­wasser oder Sturm beziehungs­weise Hagel verursacht wurden. Für Schäden am Gebäude, also zum Beispiel an Fassaden, Wänden oder am Dach kommt die Wohngebäudev­ersicherung auf. Auch sie springt bei Schäden durch Leitungs­wasser, Sturm und Hagel ein.

Beide Versicherungen können um einen Natur­gefahren­schutz, auch Elementar­schaden­versicherung genannt, erweitert werden. „Wer sich gegen Über­schwemmungen durch Witterungs­nieder­schläge oder ansteigende Flüsse absichern möchte, braucht die zusätzliche Elementar­schaden­versicherung“, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg.

Sie greift bei Schäden durch Starkregen oder Witterungs­nieder­schläge, durch Erdrutsche, Erd­absenkungen, Schneedruck, Rückstau, Schäden durch Lawinen, Erdbeben oder Vulkan­ausbrüche. Die meisten Haus­besitzer bekommen diesen zusätzlichen Versicherungs­schutz laut GDV ohne große Probleme, denn über 90 Prozent der Gebäude liegen hierzulande in Gebieten mit niedrigerem Risiko.

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Versicherung möglichst schnell informieren

Damit die Versicherung bei einem Wasser­schaden leistet, müssen Kundinnen und Kunden ihren Pflichten nachkommen: Im Falle des Falles muss der Versicherer unverzüglich, also schnell­stmöglich über den Eintritt des Schadens in Kenntnis gesetzt werden, sagt Bianca Boss. Außerdem sind sie verpflichtet, den Schaden möglichst zu begrenzen.

Betroffene sollten das Schadens­bild so lange un­verändert lassen, bis der Versicherer erlaubt, es zu verändern. Ansonsten drohen Leistungs­kürzungen. Hilfreich sind Fotos, die den Schaden dokumentieren.

Solange das Wasser nicht in Strömen läuft, gilt: „Wenn nicht klar ist, wo das Wasser herkommt, sollte man zuerst mit der Versicherung sprechen, ehe man einen Installateur beauftragt“, sagt Bianca Boss.

„Entweder, der Mitarbeiter der Versicherung kann sich schon aus den Fotos ein Bild vom Schaden und den möglichen Ursachen machen oder es wird ein Gutachter beauftragt.“

Kleiner Fleck kann Hinweis sein

Hinter einem vermeintlich harmlosen Wasserfleck kann ein ernsthafter Schaden stecken. „Kommt zum Beispiel Wasser aus der Decke oder ist eine Wand durchnässt, deutet das darauf hin, dass bereits große Wasser­mengen im Gebäude sind“, sagt Andreas Braun vom Zentral­verband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin.

Ein Fachmann kann mithilfe technischer Geräte wie einer Wärme­bildkamera oder eines Ultraschall­geräts die Ursache finden und auch einschätzen, wie aufwendig die Reparatur wird und welche Schäden das Wasser im Haus angerichtet hat.

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Fahrlässigkeit kann zum Problem werden

Wichtig zu beachten: Haben die Bewohner selbst zu dem Wasser­schaden beigetragen, zum Beispiel, weil sie nicht ausreichend geheizt haben und dadurch ein Rohr geplatzt ist, spricht man von grober Fahrlässigk­eit. „Dann dürfen Versicherer ihre Leistungen kürzen, und zwar abhängig von der Schwere der Fahrlässigk­eit, die immer im Einzelfall ermittelt wird“, sagt Anja Käfer-Rohrbach.

Einige Versicherungen decken standardmäßig nur Schäden ab, die aufgrund einfacher Fahrlässigk­eit entstanden sind. Grobe Fahrlässigk­eit kann zwar im Vertrag mit eingeschlossen sein, ist es aber eben nicht immer.

Versicherungspolicen überprüfen

Zusätzlich zu diesen beiden Versicherungen kann im Fall eines Leitungs­wasser­schadens auch die Privat­haftpflicht­versicherung wichtig werden. Zum Beispiel, wenn ein Bewohner beim Nachbarn einen Wasser­schaden anrichtet, weil die Badewanne über­gelaufen ist. „Dann springt die Privathaft­pflicht des Verursachers ein“, sagt Anja Käfer-Rohrbach. „Die zahlt auch bei grober Fahrlässigk­eit.“

Es lohnt sich, in einer ruhigen Stunde die eigenen Versicherungs­policen durch­zusehen und zu schauen, wie Schäden durch Wasser abgesichert sind. Die allermeisten Hausrat- und Gebäude­versicherungen enthalten die Absicherung gegen Schäden durch Feuer und Wasser.

„Aber das ist nicht selbstverständlich“, so Bianca Boss. „Es gibt auch Wohn­gebäude-Policen, die nur den Feuerschutz enthalten. In solchen Fällen sollte der Schutz gegen Wasser­schäden dringend ergänzt werden.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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