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Arbeitsrecht | 05.01.2017

Recht auf Teilzeit

Wechsel in Teilzeit: Was Arbeit­nehmer zum Thema Teilzeit wissen sollten

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Arbeit­nehmer

Flexibilität ist vielen Arbeit­nehmern wichtig. Das betrifft auch die Arbeitszeit. Teilzeit ist eine Möglichkeit, diese flexibel zu gestalten. Wer das möchte, muss aber einiges beachten.

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Die einen möchten mehr Zeit für die Familie haben. Den anderen ist Freiraum wichtig. Teilzeit ist eine gute Möglichkeit für Arbeit­nehmer sich Luft für andere Dinge zu schaffen. Arbeit­nehmer haben einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit - zumindest theoretisch.

Haben alle Arbeit­nehmer ein Recht auf Teilzeit?

Nein - nicht ausnahmslos. Paragraf 8 im Teilzeit- und Befristungs­gesetz (TzBfG) regelt, wer einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit hat. Demnach muss der Arbeit­nehmer zunächst einmal länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sein. Außerdem müssen beim Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeiter tätig sein.

Was ist zu beachten, wenn Arbeit­nehmer den Teil­zeit­antrag einreichen?

Spätestens drei Monate vor dem Beginn der gewünschten Teilzeit muss der Antrag vorliegen. Das steht im Gesetz. „Es empfiehlt sich aber in der Regel, den Antrag so frühzeitig wie möglich einzureichen“, sagt der Arbeits­rechtler Alexander Bredereck, Anwalt in Berlin. Arbeit­nehmer sollten außerdem die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

Was passiert dann?

„Arbeitgeber und Arbeit­nehmer verhandeln über den Teilzeit­wunsch und über die künftige Verteilung der Arbeitszeit“, erklärt der Arbeits­rechtler Alexander Bredereck, Anwalt in Berlin. Spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn muss der Arbeitgeber seine Entscheidung dann schriftlich mitteilen.

Das heißt, der Arbeitgeber kann den Wunsch auch ablehnen?

Ja. Der Arbeitgeber muss dem Antrag nur dann zustimmen, wenn dem Teilzeit­wunsch keine „betrieblichen Gründe“ entgegen stehen. „Hier liegt in der Praxis oft der Knackpunkt“, erklärt der Arbeits­rechtler Alexander Bredereck, Anwalt in Berlin. Denn bei vielen Arbeit­gebern sei Teilzeit nicht beliebt. Sie berufen sich dann auf diese betrieblichen Gründe. Solche Gründe liegen laut Gesetz vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit „die Organisation, den Arbeits­ablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht.“

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Was passiert, wenn der Antrag abgelehnt wurde?

„Der Arbeit­nehmer muss zunächst seinen Anspruch auf Teilzeit einklagen“, erklärt der Arbeits­rechtler Alexander Bredereck, Anwalt in Berlin. Auf keinen Fall dürfe die Arbeitszeit eigenmächtig verringert werden, warnt der Arbeits­rechtler: Arbeit­nehmer riskieren sonst eine Abmahnung oder Kündigung.

Können Arbeit­nehmer auch eine befristete Teil­zeit­beschäftigung, etwa für ein Jahr, beantragen?

Ein derartiger Anspruch wie es ihn zum Beispiel bei der Elternzeit gibt, besteht nicht. „Natürlich können mit dem Arbeitgeber entsprechende freiwillige Ver­einbarungen getroffen werden“, sagt der Arbeits­rechtler Alexander Bredereck, Anwalt in Berlin. Der gesetzliche Anspruch gilt aber lediglich unbefristet. Ein Wechsel zurück in die Voll­zeit­beschäftigung ist daher derzeit nicht ohne weiteres möglich.

Können Arbeit­nehmer auch während der Teilzeit an Aus- und Weiter­bildungs­maßnahmen teilnehmen?

Ja. Das regelt Paragraf 10 des TzBfG. Dieser Anspruch ist allerdings eingeschränkt, wenn „dringende betrieb­liche Gründe oder Aus- und Weiter­bildungs­wünsche anderer teilzeit- oder voll­zeit­beschäftigter Arbeit­nehmer“ dem entgegen­stehen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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