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Verbraucherrecht | 17.10.2017

Gas und Strom

Wechseln und sparen: So finden Kunden einen günstigeren Anbieter für Strom und Gas

Was Verbraucher beim Wechsel beachten sollten

Die Kosten für Strom und Gas belasten die Familien­kasse oft ganz schön. Deshalb kann es sich für viele Verbraucher lohnen, ihren Anbieter zu wechseln.

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Wer es in der kalten Jahreszeit warm haben will, muss dafür mitunter tief ins Portemonnaie greifen. Dabei können Strom- und Gaskunden schon eine beträchtliche Summe einsparen, indem sie den Anbieter wechseln.

Tarife verschiedener Anbieter vergleichen

„In jedem Ort gibt es genau einen Grund­versorger. Wer von diesem noch mit Strom oder Gas beliefert wird, zahlt wahrscheinlich mehr, als er müsste“, sagt Martin Brandis vom Bundes­verband der Verbraucher­zentrale. Grund­sätzlich gelte jedoch: Je höher der Strom­verbrauch, desto mehr können Kunden sparen. Deshalb lohnt es sich Grund­sätzlich immer, die Tarife der Anbieter zu vergleichen. Am besten gehe das über Vergleichs­portale im Internet.

„Laut Bundesnetz­agentur wird jeder dritte Haushalt noch immer vom Grund­versorger beliefert“, sagt Mathias Köster-Niechziol vom Vergleichs­portal Verivox. Eine drei- bis vierköpfige Familie mit einem durch­schnittlichen Strom­verbrauch von 4.000 Kilowatt­stunden zahle dann 1.243 Euro im Jahr. „Die gleiche Menge liefert der günstigste Anbieter mit empfehlens­werten Vertrags­bedingungen durchschnittlich für 855 Euro“, sagt Mathias Köster-Niechziol. Das Spar­potenzial liegt hier bei 388 Euro.

Ähnlich sieht es beim Gas aus: Hier beliefern die örtlichen Grund­versorger noch jeden vierten Haushalt. Eine drei- bis vierköpfige Familie zahlt bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowatt­stunden laut Verivox-Tarifdaten 1.387 Euro im Jahr. Im günstigsten empfehlens­werten Tarif sind es für die gleiche Menge durchschnittlich sogar nur 800 Euro - das brächte eine Ersparnis von 587 Euro. Aber woran erkennen Verbraucher den richtigen Tarif?

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Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen beachten

„Einen guten Tarif erkennen Verbraucher daran, dass die Laufzeit­maximal zwölf Monate und die Kündigungs­frist höchstens sechs Wochen beträgt“, sagt Oliver Bohr vom Vergleichs­portal Check24. Wichtig sei außerdem ein Schutz vor Preiser­höhungen während der Laufzeit. Ratsam sei eine Preis­fixierung von zwölf Monaten. Diese sollte alle Preis­bestand­teile mit Ausnahme von Steuern sowie staatlichen Abgaben und Umlagen umfassen. Letzteres gilt nur bei Strom.

Vorsicht bei Tarife mit Vorkasse, Kaution und Pakettarifen

Meiden sollten Strom- und Gaskunden Tarife mit Vorauskasse oder Kaution. Geht der Anbieter pleite, ist dann nämlich das gezahlte Geld des Kunden weg, erklärt Mathias Köster-Niechziol. Vorauskasse-Tarife seien heute jedoch äußerst selten geworden.

Auch bei sogenannten Paket­tarifen gilt Vorsicht: „Davon sollten besonders unerfahrene Verbraucher Abstand nehmen“, rät Mathias Köster-Niechziol. Diese Pakete seien meist zwar günstiger, weil Gas-und Stromkunden damit eine bestimmte Anzahl an Kilowatt­stunden kaufen. Ungenutzter Strom verfalle allerdings am Ende der Laufzeit. „Verbrauchen Kunden jedoch mehr, gilt meist ein höherer Preis pro Kilowatt­stunde.“ Lohnen könnten sich Pakettarife für Verbraucher, die seit Jahren die gleiche Menge Strom verbrauchen - und wenn auch in Zukunft kein anderer Verbrauch zu erwarten ist.

Von einem sehr günstigen Angebot sollten sich Verbraucher ebenfalls nicht täuschen lassen, erklärt Martin Brandis. Denn oftmals bieten Anbieter neuen Kunden zwar einen Bonus an. Der Rabatt gilt jedoch nur für das erste Jahr. Im zweiten Jahr kann der Vertrag hingegen schon deutlich mehr kosten. „Diese zusätzlichen Konditionen sind oft unterschiedlich aus­gestaltet und deshalb schwer zu vergleichen“, sagt Martin Brandis. Beim Online-Vergleich könnten Verbraucher aber zumindest alle Angebote heraus­filtern, die einen solchen Bonus nicht enthalten.

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Wichtig bei der Suche im Internet

Wechsel­portale sind nicht immer anbieter­unabhängig, erklärt die Verbraucher­zentrale Bremen. Vor der Suche sollten daher die Voreinstellungen kontrolliert werden, denn die entsprechen nicht in jedem Fall den Wünschen des Kunden. Sinnvoll kann es auch sein, mehrere Vergleichs­portale zu nutzen und deren Vorschläge zu vergleichen.

Martin Brandis rät allen Strom- und Gaskunden, auch ihren Verbrauch zu überprüfen: „Oftmals gibt es ganz einfache Möglichkeiten, den Verbrauch zu senken.“ Zum Beispiel verbrauche ein PC oftmals noch Strom, auch wenn ausgeschaltet ist. Mit einer ausschaltbaren Mehrfach­steckdose können Verbraucher jedoch sicher­stellen, dass eingesteckte Geräte tatsächlich keine Kosten mehr verursachen. Für einen niedrigeren Gas­verbrauch könnten Verbraucher mit einer älteren Heizung beispiels­weise die Umweltpumpe auf eine geringere Leistungs­stufe stellen, so Martin Brandis.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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