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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 11.11.2020

Versicherungs­schutz

Welche Versicherungen wirklich wichtig sind

Das sind die wichtigsten Versicherungen im Überblick

Versicherungen gibt es viele. Doch längst nicht alle sind ein Muss. Manche sind jedoch unabdingbar. Welche Policen jeder haben sollte.

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Eine Kranken­versicherung zu haben - in Deutschland ist das Pflicht. Das gilt auch für die Kfz-Haftpflicht­versicherung. Weitere Versicherung muss man in der Regel nicht abschließen. Doch der Verzicht auf bestimmte Policen kann im Ernstfall teuer werden.

Privathaftpflichtversicherung:

Durch eine kleine Unachtsamkeit können Schäden entstehen, die einen in den finanziellen Ruin treiben können - ob nun durch eine unvorsichtig entsorgte Zigaretten­kippe ein Großbrand entsteht oder etwa ein Radfahrer versehentlich mit einem Fußgänger kollidiert und ihn dabei schwer verletzt. Eine Privat­haftpflicht­versicherung kommt für die Schäden auf. „Eine solche Police ist unverzicht­bar“, sagt daher Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten.

Allerdings braucht nicht jeder einen eigenen Vertrag. „Für Ehegatten oder Personen in eheähnlicher Gemein­schaft reicht ein Familien-Tarif aus“, erklärt Roland Stecher von der Verbraucher­zentrale Bremen. Bei eheähnlichen Gemeinschaften ist es wichtig, den Partner in der Police zu erwähnen. Beim Familien­tarif sind Kinder mit­versichert - voraus­gesetzt, sie befinden sich noch in der Ausbildung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, gerät schnell in finanzielle Schwierig­keiten. Gegen dieses Risiko schützt die Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU) mit einer monatliche Rente.

Ein solcher Schutz ist allerdings - abhängig unter anderem von der Branche, in der man arbeitet - nicht unbedingt günstig. Daher kann eine BU nicht jeder finanziell stemmen. „Es gibt zwar ähnliche Produkte, die aber keine wirklichen Alternativen sind“, erklärt Böhne.

Das gibt es zum Beispiel die Erwerbs­unfähigkeitsv­ersicherung (EU-Versicherung). Der Schutz ist aber nicht der gleiche. Bei einer BU-Versicherung bekommt der Versicherte eine monatliche Rente, sobald er maximal noch 50 Prozent seiner letzten beruflichen Tätigkeit ausüben kann. Eine EU-Versicherung zahlt indes erst, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Ein Elektriker, der noch als Lkw-Fahrer arbeiten kann, könnte also keine Ansprüche geltend machen.

Eine weitere Alternative kann eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung sein. Der Versicherte bekommt keine monatliche Rente, sondern einen vereinbarten Geldbetrag in einer Summe, wenn ein Arzt bei ihm eine vertraglich genannte schwere Krankheit wie etwa Krebs oder Schlagan­fall diagnostiziert.

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Risikolebensversicherung

Eine solche Police kann sich für Familien mit minderjährigen Kindern rechnen. Stirbt ein Elternteil oder Partner, entsteht womöglich eine finanzielle Lücke, die weder durch Renten noch durch eigenes Vermögen zu schließen wäre.

„Das Desaster kann dann besonders groß sein, wenn noch ein Immobilien­kredit abzu­bezahlen ist und der oder die Verstorbene womöglich der Haupt­verdiener war“, so Stecher. Eine Risiko­lebens­versicherung zu haben wäre in einem solchen Fall eine gute Option.

Wer sich für eine solche Police entscheidet, sollte die Preise mehrerer Anbieter vergleichen - „die Leistungen sind bei allen mehr oder weniger die gleichen“, betont Stecher. Er warnt davor, statt einer Risiko­lebens­versicherung eine Kapital­lebens­versicherung abzuschließen mit dem Ziel, gleich­zeitig Geld für den Lebensabend anzusparen. „Das lohnt sich nicht, da es für die Alters­vorsorge rentablere Möglichkeiten gibt.“

Wohngebäudeversicherung

Für Immobilien­besitzer ist eine Wohngebäudev­ersicherung ein absolutes Muss. „Sie zahlt, wenn etwa ein Brand ein Haus beschädigt oder komplett zerstört“, so Böhne.

Sie kommt darüber hinaus für alle Schäden auf, die durch Leitungs­wasser und Natur­gefahren wie etwa Sturm und Hagel entstehen können. Daneben können weitere Schäden, die etwa durch Über­schwemmung, Erdrutsch, Schneedruck entstehen können, durch eine zusätzliche Elementar­schaden­versicherung abgedeckt werden.

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Hausratversicherung

Edles Mobiliar, teure Musik­instrumente und Gemälde - je wertvoller die Wohnungs­einrichtung, desto sinnvoller ist eine Hausrats­versicherung. Sie zahlt nach einem Einbruch die Wieder­beschaffungs­kosten für gestohlene Gegenstände und übernimmt die Kosten für die Reparatur von auf­gebrochenen Fenstern und Türen.

Die Police schützt auch vor Schäden durch Feuer, Sturm oder Leitungs­wasser. „Wer keinen wertvollen Hausrat besitzt und einen möglichen Schaden in seiner Wohnung finanziell ohne weiteres stemmen kann, braucht keine Hausrat­versicherung“, so Verbraucher­schützerin Böhne.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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