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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 25.11.2021

Internet­kriminalität

Welchen Schutz bietet eine private Cyberpolice?

Police umfasst Schäden nach Hacker­angriffen oder Virusbefall, mitunter auch die Rettung oder die Wieder­herstellung verloren geglaubter Daten

Internet­kriminalität kann jeden treffen, die Folgen sind mitunter gravierend. Wer sich für eine private Cyber­versicherung interessiert, sollte prüfen, ob er oder sie Schutz über eine andere Police hat.

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Egal ob einkaufen, lernen, informieren oder unterhalten - ohne Internet kommt heute kaum noch jemand aus. Die Online-Welt bietet aber nicht nur unbegrenzte Möglichkeiten, sie birgt auch Gefahren: Betrüger stehlen im Netz Passwörter, bestellen unter falscher Identität Produkte, verbreiten Viren oder schädigen mit verleumderischen Posts den Ruf.

Bedrohung durch Internetkriminalität

Tatsächlich fühlen sich einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom zufolge viele Menschen von Internet­kriminalität bedroht: 94 Prozent sagen, dass die Bedrohung durch Kriminelle im Netz wächst. Besonders hoch ist die Angst vor Daten­missbrauch (79 Prozent).

Nicht nur die Sorge, sondern auch die tatsächliche Begegnung mit kriminellen Vorfällen im Internet nimmt demnach zu: 61 Prozent der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer haben zuletzt entsprechende Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2019 waren es noch 55 Prozent.

Leistungen unterscheiden sich

Die Folgen einer erfolgreichen Attacke können gravierend sein. Um sich vor diversen Risiken zu schützen, bieten Versicherer Cyber­policen, spezielle Schutz­briefe oder auch Zusatz­bausteine an.

Die Anbieter versprechen laut Stiftung Warentest, für Schäden einzutreten, die durch Internet­kriminalität entstehen - etwa nach Hacker­angriffen oder Virusbefall. Die Tarife umfassen mitunter auch die Rettung oder die Wieder­herstellung verloren geglaubter Daten. Zur Leistung kann auch die Suche nach gestohlenen Daten im sogenannten Darknet gehören, einem versteckten Teil des Netzes.

Die Police kann auch Folgendes bieten

Angenommen, jemand kauft in betrügerischen Online-Shops ein, bezahlt seine Rechnung, erhält aber nie die Ware. „Den Schaden ersetzen die Versicherungen, oft sogar bis zu fünfstelligen Beträgen“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Haupt­geschäfts­führerin des Gesamt­verbands der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) in Berlin.

Eine Cyber­versicherung kann nach ihren Angaben auch einspringen, falls Kriminelle das Konto eines Versicherten plündern, nachdem er irrtümlicher­weise über eine Phishing-Email seine oder ihre Zugangsd­aten preis­gegeben hat.

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Hilfe bei überzogenen Forderungen

Auch bei Urheber­rechts­verletzungen springen manche Policen ein. Lädt jemand unbeabsichtigt ein geschütztes Foto bei einer Internet­plattform hoch oder postet ein bekanntes Bild, kann das ein Abmahn­schreiben zur Folge haben. „Die Forderungen der Rechte­inhaber sind aber teilweise überzogen“, sagt Käfer-Rohrbach.

Bei Mobbing im Internet ist oft professionelle und schnelle Hilfe nötig. „Die kann ein Versicherer leisten, indem er zum Beispiel eine akute psychologische Hilfe am Telefon anbietet und Spezialisten beauftragt, Inhalte aus dem Netz zu entfernen“, so Käfer-Rohrbach.

„Was wann geleistet wird, hängt vom Umfang der Versicherung, also den vereinbarten Leistungen ab“, sagt Verbraucher­schützerin Klug. In aller Regel sind nach ihren Angaben die Schäden gedeckelt. So würden zum Beispiel Schäden bis 10 000 oder 15 000 Euro pro Bereich - etwa Betrug beim Online-Shopping oder Attacken beim Online-Banking - versichert.

Daten­rettungs­kosten würden meist in Höhe von 1000 bis 2000 Euro übernommen - je nach Versicherungs­umfang. „Ab etwa 50 Euro pro Jahr ist eine Cyber­versicherung zu haben“, erklärt Klug. Die Kosten könnten aber je nach Umfang des Versicherungs­schutzes deutlich höher liegen.

Auch andere Versicherungen können helfen

Aber nicht jeder oder jede, der oder die online unterwegs ist, muss zwingend eine Cyber­versicherung abschließen. „Eine solche Police ist für Unternehmen sinnvoll, die ihren Geschäfts­betrieb schützen wollen“, sagt Sandra Klug von der Verbraucher­zentrale Hamburg. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt, dass zunächst zu prüfen ist, ob nicht schon bestehende Versicherungen ausreichend Schutz bieten.

„Die private Haft­pflicht­versicherung etwa übernimmt Schadens­ersatz­forderungen nach dem unbemerkten Weiter­leiten von Viren“, erklärt Anja Käfer-Rohrbach. Sandra Klug verweist zudem auf Hausrats­versicherungen. Manche, aber nicht alle Anbieter hätten eine Klausel, die Hilfe bei der Rettung von Daten oder bei Vermögenss­chäden nach dem Erbeuten von Bankdaten in Aussicht stellt.

Die Verbraucher­schützerin rät, gegebenenfalls abhängig vom eigenen Verhalten die bestehenden Versicherungen zu aktualisieren oder eine Haftpflicht oder Hausrats­versicherung abzuschließen.

Auch Rechtsschutzversicherungen sinnvoll

Auch Rechts­schutz­versicherungen können bei juristischen Auseinander­setzungen helfen. Wer durch Cyber­mobbing ausgelöst psychologische Probleme hat, kann die Behandlungs­kosten oft über die Kranken­versicherung abrechnen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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