wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Bitte benutzen Sie zum Drucken dieser Seite die Druckfunktion Ihres Browsers!
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Erbrecht | 08.07.2020

Erb­ausschlagung

Wenn die Erbschaft nur aus Schulden besteht

Diese Rechte haben Erben

So ganz ohne Risiko ist ein Erbe nicht. Denn der Nachlass kann auch überschuldet sein. Wie sich Erben wappnen können, damit sie im Fall eines Falles nicht privat haften müssen.

Erben - das setzen viele mit einem Vermögensz­uwachs gleich. Aber es kann auch anders sein. Es gibt Fälle, in denen der Nachlass überschuldet ist. Mitunter kommt es vor, dass die Schulden sogar größer sind als das vorhandene Vermögen. Das kann Erben in arge Bedrängnis bringen. Sie laufen Gefahr, mit ihrem Privat­vermögen für die geerbten Schulden zu haften. Man kann das Erbe ausschlagen Doch soweit muss es nicht kommen. Für Betroffene gibt es mehrere Wege, sich aus der Schlinge zu ziehen. Eine Option: Das Erbe ausschlagen. „Das bietet sich an, wenn schnell ersichtlich ist, dass der Nachlass überschuldet ist“, sagt der Münchner Fachanwalt für Erbrecht, Anton Steiner.

Nachforschungen anstellen

Wobei es manchmal alles andere als einfach ist, zügig auszuloten, ob ein Nachlass überschuldet ist oder nicht. „Es gibt ja weder eine zentrale Auskunfts­stelle oder gar ein Vermögens­register“, erklärt Martin Thelen von der Bundes­notar­kammer. Wer feststellen will, ob ein Nachlass überschuldet ist, muss Nach­forschungen anstellen. Beispiels­weise Unterlagen sichten und bei Banken, Finanz­ämtern oder Arbeit­gebern nachfragen.

Vergleichsweise unproblematisch geht es, wenn im Fall von Auskünften bei Dritten der Erbe als Nachweis ein notariell abgefasstes Testament zusammen mit der Nieder­schrift des Nachlass­gerichts über die Eröffnung des Testaments präsentieren kann.

Ohne Testament muss Erbschein vorgelegt werden

Hat der Erblasser aber kein oder nur ein privat­schriftliches Testament hinter­lassen, muss ein Erbschein zum Nachweis der Erbschaft vorgelegt werden - und das ist mit entsprechendem Zeit- und Kosten­aufwand verbunden. „Leichter hat es, wer in Besitz einer Vorsorge­vollmacht ist“, erklärt Thelen. Denn das Dokument kann ebenfalls dafür verwendet werden, Auskünfte einzuholen „und zwar auch nach dem Tod des Erblassers, wenn, wie im Regelfall, die Vorsorge­vollmacht über den Tod hinaus gilt.

Sechswöchige Frist für Erbausschlagung

Generell gilt für die Erb­ausschlagung eine Sechs­wöchige Frist. Haben Erblasser oder Erben ihren Wohnsitz im Ausland, liegt die Frist bei sechs Monaten. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, mit dem der Erbfall bekannt ist. Verstreicht die Frist, gilt das Erbe als angenommen. Das Ausschlagen des Erbes muss persönlich geäußert werden. Soll das Erbe ausgeschlagen werden, müssen Erben dies persönlich gegenüber dem Nachlass­gericht, also dem Amtsgericht, äußern. „Dafür sollten sie vorher unbedingt einen Termin mit dem zuständigen Ansprech­partner vereinbaren“, rät Steiner, der Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht ist.

Auch über einen Notar ist eine Erb­ausschlagung möglich. Bei beiden Varianten - Gericht oder Notar - entstehen Kosten. Sie liegen laut Steiner im Falle einer Über­schuldung des Nachlasses bei 30 Euro. „Ansonsten richten sich die Gebühren für die Erb­ausschlagung nach dem Wert des Vermögens nach Abzug der Verbindlichkeiten“, so Thelen.

Ist Vermögenslage des Erblassers unübersichtlich kann Nachlassverwalter helfen

Was auch passieren kann: Die Vermögens­lage eines Erblassers ist unübersichtlich. Zudem vermuten Erben, dass der Nachlass überschuldet ist, wobei die Sechs-Wochen-Frist nicht ausreicht, entsprechende Nach­forschungen anzustellen. „In einem solchen Fall bietet es sich an, einen Nachlass­verwalter zu bestellen“, erklärt Steiner. Mit einem Nachlass­verwalter an ihrer Seite können Erben vermeiden, dass sie im Zweifels­fall mit ihrem eigenen Vermögen haften müssen. Der Nachlass­verwalter listet sämtliche Gegenstände und Werte des Nachlasses auf, trennt Nachlass und privates Vermögen und erstellt ein Verzeichnis über sämtliche Nach­lass­verbindlichkeiten.

Im nächsten Schritt fordert der Nachlass­verwalter die Gläubiger dazu auf, ihre Ansprüche anzumelden. Der Nachlass­verwalter begleicht dann die Schulden. Bleibt noch etwas übrig, verteilt er die Über­schüsse an die Erben. Nicht immer ist eine Nachlass­verwaltung möglich. „Eine Option ist sie, wenn der Nachlass unübersichtlich, aber nicht eindeutig überschuldet ist und für das Verfahren genügend Geld da ist“, so Steiner.

Auch Nachlassinsolvenzverfahren möglich

Eine weitere Option: Ein Nachlass­insolvenz­verfahren. „Das können Erben beim zuständigen Amtsgericht beantragen“, sagt Thelen. Der Erbe muss den Antrag „unverzüglich“, also sobald er von der Zahlungs­unfähigkeit oder Über­schuldung des Nachlasses weiß, stellen. „Andernfalls macht sich der Erbe gegenüber den Nachlass­gläubigern schadens­ersatz­pflichtig“, so Thelen.

Bei der Nachlass­insolvenz bestellt das Gericht einen neutralen Insolvenz­verwalter. Dieser sichtet den Nachlass, wandelt ihn in liquides Vermögen um und zahlt damit die Forderungen der Gläubiger. Neben Gerichts­kosten fallen unter anderem Kosten für die Vergütung des Insolvenz­verwalters an.

Gericht kann Nachlassinsolvenz ablehnen

Allerdings: Das Gericht kann Nein zur Eröffnung einer Nachlass­insolvenz sagen, falls sich abzeichnet, dass aus der Erbmasse nicht genügend Mittel für die Deckung der Kosten da sind. Und nun? „Erben können sich dann mit einer sogenannten Dürftigkeits­einrede gegen die Forderungen der Gläubiger wappnen“, erklärt Steiner.

Damit machen die Erben deutlich, dass sie die Forderungen aus dem Nachlass­vermögen nicht stemmen können. Das jedoch müssen die Erben beweisen. Etwa mit einem Inventar­verzeichnis. Damit Erben dabei keine Fehler unterlaufen - mit der Folge, dass sie doch privat haften - sollten sie sich juristisch beraten lassen.

Quelle: dpa/DAWR/ku
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.3 (max. 5)  -  4 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#7552

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d7552
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!