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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 09.06.2021

Gesundheits­fragen

Wie Sie auf Gesundheits­fragen richtig antworten

Absichtliche Falsch­angaben können zum Verlust des Versicherungs­schutzes führen

Vor Abschluss einer Versicherung müssen Sie unter Umständen Gesundheits­fragen beantworten. Wer hier schummelt, riskiert womöglich den Anspruch auf Leistungen und eine Kündigung.

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Ob Lebens­versicherung, Berufs­unfähigkeits- oder eine private Kranken­versicherung: Bei manchen Policen wollen es Anbieter vor Vertrags­abschluss ganz genau wissen: Wie gesund ist der künftige Versicherungs­nehmer? Damit die Unternehmen das einschätzen können, müssen Kundinnen und Kunden oft lange Fragebögen ausfüllen.

Doch was theoretisch so leicht klingt, kann praktisch schwierig sein. Daher gilt: „Keineswegs überstürzt etwas ausfüllen, sondern sich die Zeit nehmen, um in Ruhe die Fragen zu beantworten“, rät der Kieler Internist Prof. Ulrich Fölsch. Denn die Antworten können weitreichende Folgen haben.

Antworten haben Einfluss auf Beiträge

Auf Basis der Angaben entscheidet die Versicherung, ob sie Ja oder Nein zu einem Vertrags­abschluss sagt. Entscheidet der Anbieter sich dafür, berechnet er die Versicherungs­prämie für den Interessenten und erhebt gegebenenfalls Risiko­zuschläge für bestimmte Krankheiten.

Wer gesund­heitlich angeschlagen ist, muss damit rechnen, entweder keine günstige Prämie oder vielleicht sogar gar keinen Vertrag zu bekommen. Das sollte Verbraucherinnen und Verbraucher aber nicht dazu verleiten, falsche Angaben im Fragebogen zu machen.

Verstoß gefährdet Versicherungsschutz

Jörg Asmussen, Haupt­geschäftsf­ührer des Gesamt­verbands der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV), erklärt an einem Beispiel, warum: Eine Frau oder ein Mann möchte eine Risiko­lebens­versicherung abschließen. Der Versicherer fragt vor dem Abschluss der Police danach, ob er oder sie Raucher oder Nicht­raucher ist.

Diese Frage muss wahrheits­gemäß beantwortet werden. „Verstößt der Versicherte dagegen, führt dies - bei Vorsatz oder grober Fahrlässigk­eit - zu einem Rücktritts­recht des Versicherers.“ Auch kann der Versicherer den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten.

„Hat man sich wahrheits­widrig als Nicht­raucher ausgegeben und stellt die Versicherung später fest, dass der Versicherte doch geraucht hat und deshalb etwa an Lungenkrebs gestorben ist, gehen die Hinter­bliebenen leer aus“, so Asmussen.

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Krankheit bei Vertragsschluss verschwiegen

Selbst wenn die nicht angegebene Krankheit keine Rolle für den Eintritt des Versicherungs­falls spielt, kann die Versicherung einen Vertrag anfechten. Nach einem Urteil des Ober­landes­gerichts Karlsruhe (Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 07.04.2005, Az. 12 U 391/04) musste der Anbieter einer Berufs­unfähigkeits­versicherung einer Frau, die nach einem Treppen­sturz nicht mehr arbeiten konnte, nichts zahlen.

Die Frau hatte bei Vertrags­abschluss verschwiegen, dass sie aufgrund erhöhter Cholesterin­werte, eines Herzklappen­fehlers und Angst­zuständen nach einem Autounfall in ärztlicher Behandlung war.

Hausarzt kann unterstützen

Wie also konkret vorgehen? Internist Prof. Fölsch rät, erst einmal auf einem Zettel zu notieren, was für die Beantwortung der Gesundheits­fragen von Bedeutung ist. „Sinnvoll ist auch, Rück­sprache mit dem Hausarzt zu halten“, ergänzt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Hamburg.

Beim Hausarzt, aber auch bei anderen Ärzten wie etwa Orthopäden oder Gynäkologen, die man in den letzten fünf bis zehn Jahren kontaktiert hat, können Versicherte Patienten­akten anfordern. Dort ist nachzulesen, welche Diagnosen der Arzt mit der Kranken­versicherung abgerechnet hat.

Berichtigung verlangen

Finden sich dort Diagnosen, von denen der Patient bis dato nichts wusste, sollte er den Arzt darauf ansprechen und bei falschen Angaben auf eine Berichtigung drängen. Wer keinen Hausarzt hat, kann bei seiner Kranken­kasse gratis eine Versicherten­auskunft anfordern - und so überprüfen, für welche Diagnosen die Kasse aufgekommen ist.

„Darüber hinaus empfiehlt es sich, selbst kleinste Erkrankungen anzugeben“, sagt Boss. Das gilt auch etwa für Kopf­schmerzen, die einmal die Woche auftreten oder beispiels­weise Plattfüße. „Solche Befindlich­keiten werden von Betroffenen häufig unterschätzt, können aber gegebenenfalls für Versicherer bei der Risiko­prüfung relevant sein“, so Boss.

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Makler kann Risikovoranfrage stellen

Was Verbraucher mit Vorerkrankungen tun können: „Es gibt die Möglichkeit, über einen Versicherungs­makler eine anonymisierte Risikovoran­frage bei Anbietern zu stellen“, sagt Bianca Boss. Dafür spricht: Wenn ein Versicherer einen potenziellen Versicherungs­nehmer wegen Vorerkrankungen ablehnt, ist es denkbar, dass anschließend auch andere Anbieter dem Interessenten eine Absage schicken.

Der Grund: Viele Gesellschaften speichern Antworten eines abgelehnten Kandidaten auf Gesundheits­fragen in einer gemeinsamen Datenbank. Mit einer anonymisierten Risikovoran­frage können Verbraucher ausloten, welcher Anbieter bereit ist, sie zu versichern. In der Datenbank tauchen dann die Angaben nicht auf.

Bei Vorerkrankungen ist es wahrscheinlich, dass der Versicherer zusätzlich zur Prämie einen Risiko­zuschlag erhebt. Üblicherweise ist ein solcher Zuschlag bis zum Ende der Laufzeit zu zahlen.

Zuschlag kann befristet werden

Der Versicherer kann mit dem Kunden aber auch vertraglich vereinbaren, die Risiko­zuschläge nur für einen befristeten Zeitraum zu erheben. Ebenso können beide Seiten vereinbaren, nach einer gewissen Zeit erneut die Gesundheit zu überprüfen. Je nach Ergebnis bleiben die Risiko­zuschläge erhalten oder entfallen dann.

„Wichtig Ist aber, dass solche Sonder­regelungen zwar möglich sind, aber vertraglich vereinbart sein müssen.“ Einen Automatismus, dass bei verbessertem Gesundheits­zustand die Risiko­zuschläge entfallen, gibt es nicht. „Das ist gerecht, wenn man sich vor Augen führt, dass der Versicherer im Gegenzug auch nicht nachträglich Risiko­zuschläge erhebt, wenn sich der Gesundheits­zustand verschlechtert“, so Asmussen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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