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Insolvenzrecht und Verbraucherrecht | 14.07.2017

Verbraucher­insolvenz­verfahren

Wie Verbraucher mit dem Verbraucher­insolvenz­verfahren ihre Schulden tilgen können

Der Weg aus der persönlichen Pleite in fünf Schritten

Mit einem Verbraucher­insolvenz­verfahren - umgangs­sprachlich auch Privat­insolvenz genannt - können Verbraucher ihre Schulden loswerden. Doch wie funktioniert das? Ein Überblick.

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Wer mit seinen Einnahmen seine Ausgaben nicht mehr decken kann, kommt für ein Privat­insolvenz­verfahren infrage. Fünf Schritte, wie Schuldner vorgehen und was sie beachten müssen:

Einigung versuchen

Zunächst muss der Verschuldete versuchen, sich außer­gerichtlich mit seinen Gläubigern zu einigen. An diesem Versuch muss eine geeignete Insolvenz­beratungs­stelle oder eine geeignete Person, zum Beispiel ein Rechtsanwalt, mitwirken, erklärt die Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen. Klappt das nicht, braucht der Schuldner eine schrift­liche Bestätigung darüber, dass der Einigungs­versuch gescheitert ist.

Antrag stellen

Mit der Bescheinigung kann der Betroffene beim zuständigen Insolvenz­gericht einen Antrag auf Eröffnung des Verbraucher­insolvenz­verfahrens stellen. Dazu muss er ein Verzeichnis des vorhandenen Vermögens und des Einkommens sowie einen Schulden­bereinigungs­plan vorlegen. Darin muss stehen, wie der Schuldner sich eine Einigung mit den Gläubigern vorstellt; er gilt als weiterer Einigungs­versuch mit den Gläubigern mit Unterstützung des Gerichts. Wichtig ist der Antrag auf Restschuld­befreiung: Er bedeutet den schulden­freien Neustart nach Ablauf des Verfahrens.

Pläne ändern

Gläubiger können dem Schulden­bereinigungs­plan innerhalb einer Frist widersprechen. Das gibt dem Gericht die Möglichkeit, den Plan zu ändern oder zu ergänzen. Wird der Plan von den Gläubigern angenommen, gilt der Antrag auf Eröffnung des Insolvenz­verfahrens als zurück­genommen. Die Schulden werden dann stattdessen nach dem ausgehandelten Plan getilgt.

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Verfahren eröffnen

Scheitert der Schulden­bereinigungs­plan, wird das Verfahren bezüglich der Eröffnung eines Insolvenz­verfahrens wieder aufgenommen. Wird der Antrag des Schuldners nun angenommen, werden eventuell noch vorhandene pfändbare Vermögensw­erte verwertet und der Erlös an die Gläubiger verteilt.

Wohlverhaltensphase

Nach der Eröffnung beginnt die sogenannte Wohl­verhalten­sphase, die bis zur endgültigen Erteilung der Restschuld­befreiung andauert. Während dieser Zeit muss der Schuldner pfändbares Einkommen an die Gläubiger abgeben. Reicht das nicht, um die gesamten Schulden zu tilgen, werden dem Schuldner nach Ablauf dieser Phase die restlichen Schulden erlassen. Das Verfahren dauert in der Regel sechs Jahre.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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