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EU-Recht, Reiserecht und Verbraucherrecht | 08.06.2020

Wildcampen

Wild Campen, erlaubt oder nicht? - Die Rechtslage

Wildes Campen ist in Deutschland nicht grund­sätzlich verboten

Skandinavien ist ein Paradies für Draußen-Urlaub: Dort kann man fast überall in der Natur sein Zelt aufschlagen. In Deutschland dagegen ist Wildcampen meist verboten. Doch es gibt Alternativen.

Große Sprünge werden in diesem Reisesommer noch nicht möglich sein - gleich­zeitig lädt gerade in diesen Zeiten die heimische Natur zu Ausflügen ein. Da liegt es nahe, an einem schönen Fleckchen einfach mal sein Zelt aufzuschlagen.

Wobei: Ist Wildcampen in Deutschland nicht verboten? „Die Antwort lautet Jein“, sagt Swen Walentowski vom Rechts­portal anwalt­auskunft.de. „Es ist nicht grund­sätzlich verboten, sondern von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.“

Beispiel: In Baden-Württemberg darf man überhaupt nicht in der freien Natur zelten. In Schleswig-Holstein ist eine einzige Nacht erlaubt - aber auch nicht mitten im Wald.

Im Zweifel bei der Behörde informieren

In Skandinavien gilt Jedermanns­recht - dort kann jeder in der Natur sein Zelt aufschlagen, sofern es nicht ausdrücklich verboten ist. In Deutschland gelte zwar nicht mehr überall das exakte Gegenteil, so der Rechtsanwalt aus Berlin. Aber: „Wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist, dann muss ich davon ausgehen, dass es wahrscheinlich eher verboten ist.“

Wer es genau wissen will, fragt am besten beim Umweltamt, beim Naturschutz­amt oder beim örtlichen Forstamt nach. grund­sätzlich verboten ist das Wildcampen in National­parks und Natur­schutz­gebieten.

Bußgeld kann empfindlich sein

Outdoor-Fans drohen Bußgelder, wenn sie unrecht­mäßig auf öffentlichen Flächen campieren. In Nordrhein-Westfalen sind es Walentowski zufolge bis zu 150 Euro bei nicht geschützten Flächen und bis zu 300 Euro bei geschützten. In Bayern sind es entsprechend maximal 200 und bis zu 500 Euro. „Wer auf privatem Grund sein Lager aufschlägt, muss mit einer Anzeige wegen Haus­friedens­bruch rechnen“, ergänzt der Anwalt.

Manchmal gibt es in geschützten Gebieten auch speziell eingerichtete Naturlager- oder Trekking­plätze mit ein wenig Infra­struktur wie Feuerstelle und Biotoilette - eine gute Alternative zum Wildcampen.

Ein Trick für Outdoor-Profis?

Und dann ist da noch eine rechtliche Grauzone: Biwakieren, also das Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt. „Das Gesetz kennt biwakieren nicht, alle Regeln beziehen sich auf Campieren mit Zelt oder Wohnwagen“, erklärt Walentowski. Biwakieren könnte also durchaus geduldet sein. Allerdings rät der Experte, sich im Zweifel noch einmal bei der jeweiligen Landes­behörde zu informieren.

Generell wichtig: Kein offenes Feuer in der Natur

Die Erlaubnis zu zelten heißt nicht, auch Feuer machen zu dürfen“, so der Jurist. „Wenn man da erwischt wird oder es sogar zu einem Waldbrand kommt, dann muss man die Folgekosten tragen.“ Das kann schnell ein kleines Vermögen sein. Außerdem gilt: keinen Müll hinter­lassen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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