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Steuerrecht | 21.09.2021

Riester-Vertrag

Wohn-Riester: Wann sich der Steuer-Rabatt auszahlt

Früher oder später lohnt sich der Rabatt für jeden

Wohn-Riester soll beim Kauf einer Immobilie helfen. Wer die Förderung in Anspruch nimmt, muss wissen: Die Förderung muss später versteuert werden. Dabei gibt es unter Umständen einen Rabatt. Lohnt sich das?

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Mit den Riester-Verträgen verbinden die meisten Menschen Renten­verträge. Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit, die staatliche Förderung zur Finanzierung einer Immobilie einzusetzen. Bekannt ist diese Form auch als Wohn-Riester.

Wie bei allen Riester-Verträgen gilt auch beim Wohn-Riester das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Das heißt: In der Sparphase sparen Verbraucher Steuern, müssen die erhaltenen Förderungen im Rentenalter aber versteuern.

Wohnförderkonto dokumentiert Förderung

Dazu werden die geförderten Beträge auf einem Wohnförderk­onto dokumentiert. Dort werden die jährlichen Beträge bis maximal 2100 Euro eingestellt und jeweils am Jahresende mit zwei Prozent verzinst, erklärt die Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen.

Falls 30 Jahre lang der Höchstb­etrag von 2100 Euro verbucht wird, ergibt sich mit der Verzinsung ein Kontostand von knapp 86 600 Euro.

Spätestens zum 68. Lebensjahr muss das Konto aufgelöst werden. Die Besteuerung erfolgt anhand fiktiver Hinzu­rechnungs­beträge, die auf den Zeitraum vom 67. bis zum 85. Lebensjahr des Verbrauchers verteilt werden.

Wahlrecht kehrt jedes Jahr wieder

Eigentümer besitzen im Rentenalter ein Wahlrecht: Sie versteuern das geförderte Immobilien­vermögen jährlich oder alles auf einmal. Lösen sie ihr Wohnförderk­onto auf und zahlen die Steuern auf einmal, bekommen sie einen Abschlag von 30 Prozent. Dieses Wahlrecht kehrt jedes Jahr wieder.

Doch ab wann lohnt es sich, das Wohnförderk­onto aufzulösen? Dieser Frage ist eine aktuelle Studie der Universität Würzburg nachgegangen.

Ein Ergebnis: Je niedriger der Wohn­förder­kontostand zu Beginn der Auszahlungs­phase ist und je höher die Renten­einkünfte sind, desto eher lohnt es sich, den Rabatt in Anspruch zu nehmen.

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Progression spielt wichtige Rolle

In der Regel dauert es den Berechnungen zufolge bis zum 80. Lebensjahr eines Wohn-Riester-Sparers, bis sich der Rabatt von 30 Prozent bezahlt macht. „Vorher lohnt sich bei Beziehern einer durch­schnittlichen Rente die jährliche Ver­steuerung mehr“, sagt Studien­autor Uwe Schätzlein. Bei Einkünften ab 65 000 Euro pro Jahr kann sich die Auflösung des Wohnförderk­ontos hingegen schon zu Beginn lohnen.

Eine wichtige Rolle spielt die steuerliche Progression. Danach erhöht sich der Einkommen­steuersatz mit steigendem Einkommen. Oder anders gesagt: Hohe Einkommen haben einen höheren Steuersatz als niedrige Einkommen. „Es ist nicht uneingeschränkt empfehlens­wert, die Auflösung des Wohnförderk­ontos gleich zu Beginn der Rentenphase zu beantragen“, sagt Uwe Schätzlein. Klar ist aber auch: „Früher oder später lohnt sich der Rabatt für jeden.“

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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