wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Erbrecht | 26.01.2022

Testament

Zentrales Testaments­register: Den letzten Willen hinterlegen

Zentrale Testaments­register ist die offizielle Registrierungs­stelle in Deutschland für letztwillige Verfügungen

Es soll gefunden und im Nachhinein nicht von anderen gefälscht oder gar vernichtet werden - das Testament. Wie und wo in Deutschland letztwillige Verfügungen sicher aufbewahrt werden.

Werbung

Endlich, das Testament ist geschrieben. Aber im Todesfall sollen es die Hinter­bliebenen auch finden, und zwar im Original. Wo also den letzten Willen aufbewahren?

Die Antwort ist einfach

Wer auf Nummer sicher gehen will, dass die Hinter­bliebenen das Testament finden, hinterlegt es beim Amtsgericht als Nachlass­gericht vor Ort. Das Gericht sorgt dafür, dass der letzte Wille im Zentralen Testaments­register (ZTR) registriert wird.

Seit zehn Jahren existiert das ZTR inzwischen, das die Bundes­notar­kammer im Auftrag des Gesetz­gebers führt. Hierbei handelt es sich um die offizielle Registrierungs­stelle in Deutschland für Testamente, Erb­verträge und andere erbfolge­relevanten Urkunden.

„Testamente oder andere erbfolge­relevante Urkunden werden im Regelfall beim örtlich zuständigen Amtsgericht verwahrt“, stellt der Bonner Fachanwalt für Erbrecht, Eberhard Rott, klar. Das gilt auch für notariell beurkundete Testamente, diese gibt ein Notar oder eine Notarin automatisch in die Verwahrung beim Amtsgericht.

Auch Notare können Urkunden verwahren

Erb­verträge können auch der be­urkundende Notar oder die be­urkundende Notarin selbst verwahren. An das ZTR geht lediglich ein Hinweis, dass es ein Testament oder etwa einen Erbvertrag gibt. Das ZTR speichert die Angaben. „Das sind in erster Linie Daten zur verfügenden Person wie Name und Geburts­datum, das Datum der Urkunde oder etwa Angaben zur Verwahr­stelle“, erläutert Martin Thelen von der Bundes­notar­kammer.

Es gibt gute Gründe, ein Testament amtlich registrieren zu lassen. „Zum Beispiel ist die Verlust­gefahr hoch, wenn man den letzten Willen irgendwo zu Hause aufbewahrt“, sagt Rott. Ein Brand, ein Wasserrohr­schaden, eine Flut­katastrophe können dafür sorgen, dass wichtige Dokumente verloren gehen.

Auch Missbrauch ist bei einer privaten Aufbewahrung möglich. Angenommen, ein Kind entdeckt das Testament vom Vater und stellt fest, dass die Stiefmutter Alleinerbin sein soll. „Man braucht nicht viel Phantasie, um zu erahnen, dass in solchen Fällen schon mal Testamente verschwunden sind oder verfälscht wurden“, betont Thelen. Wer das vermeiden will, lässt das Testament amtlich registrieren.

Werbung

Privates Testament selbst verfassen

Der Weg dahin ist einfach: Zunächst gilt es, das Testament abzufassen. Seinen letzten Willen kann man entweder beurkunden lassen oder privat­schriftlich verfassen. „Ein privat­schriftliches Testament muss eigen­händig geschrieben und unter­schrieben sein - ein am Computer auf­gesetztes Testament ist nicht rechts­gültig“, sagt Thelen. Er empfiehlt, auch Ort und Datum hinzuzufügen.

Im Testament sind die Namen der Erben zu nennen sowie deren Geburts­datum und Anschrift. Wichtig ist, dass das Testament rechts­gültig ist. Damit es dabei nicht zu Pannen kommt, bietet es sich an, ein Testament von einem Notar beurkunden oder das privat­schriftlich abgefasste Testament von einem Fachanwalt für Erbrecht überprüfen zu lassen.

Das Nachlass­gericht, wo der letzte Wille hinterlegt werden soll, prüft dies nicht. „Ein notarielles Testament hat den Vorteil, dass man sich später den Erbschein sparen kann“, erklärt Thelen. „In der Beurkundungs­gebühr ist die Beratung durch die Notarin oder den Notar inbegriffen.“

Testament muss hinterlegt werden

Steht fest, dass das Testament rechts­gültig ist, geht es darum, das Dokument zu registrieren. „Testamente, die beurkundet werden, registriert immer der Notar, hier müssen Verbraucher nichts weiter veranlassen“, sagt Thelen.

Diejenigen, die ihr Testament privat­schriftlich abgefasst haben, können es freiwillig beim Nachlass­gericht hinterlegen. Dann übernimmt das Verwahr­gericht die Registrierung. Ohne Hinterlegung selbst registrieren lassen können Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Testament beim ZTR nicht.

Wer sich selbst ans Amtsgericht wendet, muss dort einen Antrag auf Hinterlegung stellen. Entsprechende Formulare sind oft auf der Website der Gerichte zu finden. Das weitere Procedere ist von Gericht zu Gericht unterschiedlich, daher gilt: Sich beim zuständigen Gericht zu informieren. „Oft muss man das Testament persönlich abgeben und sich ausweisen“, sagt Thelen. Mitzubringen ist neben dem Personal­ausweis auch die Geburts­urkunde.

Werbung

Kosten sind überschaubar

Für die besondere amtliche Verwahrung erhebt das Gericht eine einmalige Gebühr in Höhe von 75 Euro. „Hinzu kommt eine einmalige Gebühr für die Registrierung im ZTR, im Regelfall in Höhe von 12,50 Euro bei einem be­urkundeten Testament und 15,50 Euro bei einem privat­schriftlichen Testament“, so Thelen.

Kommt es zum Todesfall, benach­richtigt das zuständige Sterbe­standesamt elektronisch das ZTR. Dort wird überprüft, ob die verstorbene Person mit einem Testament registriert ist. Ist dies der Fall, informiert das ZTR im Regelfall das zuständige Amtsgericht oder unter Umständen den Notar oder die Notarin. Die Verwahr­stelle übersendet dann die Urkunde an das Nachlass­gericht.

Das Gericht prüft nun, ob die Urkunde zu der verstorbenen Person gehört. Bei einem Ja öffnet ein Mitarbeiter des Gerichts die Urkunde - ohne die Rechts­gültigkeit zu prüfen - und schickt eine beglaubigte Kopie nebst Eröffnungs­protokoll an die Beteiligten. „Durch dieses Verfahren ist sicher­gestellt, dass der letzte Wille der verstorbenen Person berücksichtigt wird“, betont Thelen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  4 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#9046

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d9046
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!