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Kapitalanlagenrecht | 11.05.2021

Alternativen Anlage­möglichkeiten

Geldanlage: Rentiert sich der Kauf von Feld, Wald und Wiese?

Was dabei zu beachten ist

Auf der Suche nach alternativen Anlage­möglichkeiten entdecken Investoren die heimische Scholle. Feld, Wald und Wiese erfreuen sich steigender Nachfrage.

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Kartoffeln vom eigenen Acker, Eier von glücklichen Hühnern und viel frische Luft: Den Traum vom Landleben oder gar als Landwirt träumen viele. Der Einstieg als Anleger in diese Spezial­immobilien­klasse erfordert jedoch Kapital und Geduld sowie einen Plan zur Bewirtschaftung der Flächen.

Land- und forst­wirtschaftliche Flächen in Deutschland sind teuer - auch als Investment. „Die Preise haben sich seit der Finanzkrise 2008 verdoppelt, und regional mehr als verdreifacht“, sagt der Fach­bereichs­leiter Recht, Steuer und Soziales des Deutschen Bauern­verbands (DBV), Wolfgang Krüger.

Flächen sind knapp

Das hängt mit der Flächen­knappheit und der Suche nach sicheren Geldanlagen zusammen. Nach DBV-Angaben wird pro Jahr im Schnitt höchstens ein Prozent des Acker- und Grünlands gehandelt. Das macht es kostbar für Landwirte wie für Kapital­anleger. Beide Gruppen konkurrieren miteinander. Die einen wollen ihre Betriebe absichern oder vergrößern, die anderen Geld unterbringen.

„Es ist ein umkämpfter Markt. Die Nachfrage ist ähnlich stark wie bei städtischen Immobilien. Die Interessenten überbieten sich, obwohl aus der landwirtschaftlichen Produktion die Preise nicht mehr refinanziert werden können“, beschreibt Krüger die Situation. Sie bereitet ihm Sorgen, weil Bauern häufig das Nachsehen haben. Selbst die Ausübung des Vorkaufs­rechts werde für sie zu teuer.

Investoren erwarten stabile Rendite

Auf der Investment­seite beackern vorwiegend Vermögens­verwalter das Feld. Sie arbeiten im Auftrag solventer Kunden. Sie erwarten keinen hohen, aber einen stabilen Profit. Der auf Land- und Forst­immobilien spezialisierte Makler Christoph Freiherr Schenck zu Schweins­berg aus Hamburg nennt als Hausnummer „ein bis zwei Prozent jährlich“.

Der Gewinn fließt in der Regel aus Verpachtung und Bewirtschaftung der Flächen. Darüber hinaus hofft die Klientel, dass ihr Investment vor Inflation und steuerlichen Belastungen schützt. „Getreide und Holz sind elementar für die Versorgung und wurden in der Vergangenheit von der Politik verschont“, beschreibt von Schenck Über­legungen aus denen heraus Investoren diese Assetklasse als „sehr konservativ und sehr sicher“ schätzen.

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Grünland ist billiger

Vergleichbar mit Häusern zählt beim Kaufpreis land- und forst­wirtschaftlicher Grund­stücke vor allem deren Lage sowie die Boden­qualität: Je besser, desto höher der landwirtschaftliche Ertrag, desto teurer der Hektar. Für gute Felder ist das meiste Geld hinzublättern. Grünland dagegen ist am billigsten, weil Wiesen den niedrigsten Ertrag bringen. Wald liegt preislich in der Mitte. Nach Angaben des DBV beträgt der Bundes­durchschnitts­preis pro Hektar bei fast 27.000 Euro.

Die Spann­breiten sind jedoch riesig. In einigen Regionen Ost­deutschlands kostet ein Hektar 5000 Euro. Für ein Fleckchen Erde gleicher Größe müssen Interessenten im Speck­gürtel von Städten wie München und Frankfurt dagegen um die 120.000 Euro hinblättern. Dennoch kann sich ein solches Investment rentieren.

Das hängt auch mit Boden­spekulation zusammen. Manche Investoren rechnen mit einem kräftigen Wertzuwachs, sobald im Umfeld von Metropolen Boden in Bauland umgewandelt wird. Andere sehen sie im Flächen­verbrauch zur Stromer­zeugung aus Wind und Sonne Wertsteigerungs­potenzial.

Startkapital muss vorhanden sein

Ein großf­lächiges Investment setzt eine Menge „Heu“ voraus. „Die Geldanlage ist eher für große Vermögen geeignet“, sagt Maximilian Graf von Maldeghem. Seine in Weinheim ansässige Firma Latifundium berät zu Kauf und Bewirtschaftung von Land- und Forst­flächen. Die Kundschaft bringt in der Regel etliche Millionen Euro finanzieller Ressourcen mit. „Unsere Tätigkeit beginnt bei etwa fünf bis zehn Millionen Euro, Sinn zu machen“, so von Maldeghem. Makler von Schenck vermittelt ab etwa eine Million Euro oder 50 Hektar. Nach oben gibt es kaum Grenzen.

Suchen und finden passender Flächen oder ganzer Betriebe - auch international - dauert abhängig von Markt und Kunden­wunsch mitunter zwei Jahre. Projekte packen Dienst­leister wie Latifundium und von Schenck nur mit Konzept an: „Die Frage der Bewirtschaftung folgt dem Investment auf dem Fuß“. Oder: ohne Ahnung von Land­wirtschaft keine Rendite. Eine professionelle Bewirtschaftung sei ab 100 Hektar an notwendig, alles darunter halten die Experten für Liebhaberei.

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Kleinanleger müssen Umwege gehen

Klein­anleger haben andere Optionen, von der Scholle zu partizipieren. Eine sei, Anteile an in den USA gelisteten Unternehmen zu erwerben, die in Wald investieren oder sich an holz­verarbeitenden Betrieben zu beteiligen, meint von Maldeghem. Schwierig sei jedoch, von Deutschland aus die Qualität internationaler Investments zu bewerten.

Der Weg zur Direkt­investition kann über das Internet führen. „Bei Ebay werden manchmal kleine Flächen angeboten“, weiß von Schenck. Ein Hektar reicht immerhin für Ackerbau und Viehzucht zur Selbst­versorgung. Wer sich in dieser Größenor­dnung engagiert, bleibt innerhalb der für landwirtschaftliche Flächen geltenden gesetzlichen Genehmigungs­freigrenzen. „Diese liegen je nach Bundesland zwischen 0,25 und 2 Hektar“, erläutert Wolfgang Krüger.

Fonds­beteiligungen mit hohen Rendite­versprechen, wie sie häufig online zu finden sind, beäugen die Fachleute äußerst skeptisch. Zum einen, weil die angepriesenen Wert­steigerungen rein spekulativ seien. Zum anderen aufgrund hoher Vertriebs- und Werbungs­kosten, die den Gewinn schmälern. „Anleger holen sich ein hohes Risiko rein, das sie nicht haben wollen“, sagt Maximilian von Maldeghem. Der Gedanke widerstrebt auf Solidität bedachten Schollen-Anlegern.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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