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Arbeitsrecht | 16.11.2020

Video­krank­schreibung

Kinder-Krank­schreibung geht auch online per Video

Online Krank­schreibung nicht immer machbar und sinnvoll

Statt sich mit einem kränkelnden Kind lange in ein Wartezimmer zu setzen, stellt man es einfach über einen Videochat dem Arzt vor? Ja, das geht. Eine entsprechende Regel greift auch für den Nachwuchs.

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Eltern können eine für den Arbeitgeber auszustellende Kinder-Krank­schreibung auch per Video­sprech­stunde einholen. Voraussetzung ist aber, dass der Kinderarzt das anbietet.

Sprechstunden per Video in vielen Praxen möglich

In vielen Praxen in Deutschland ist dies bereits möglich. Rund 1500 bieten allein über die App „Kinder- & Jugendarzt“ Sprech­stunden per Video an, teilt deren Betreiber auf Nachfrage mit. Für Patienten ist deren Nutzung gratis, Ärzte zahlen Gebühren.

Zur Einordnung: Im Berufs­verband der Kinder- und Jugend­ärzte (BVKJ) sind rund 4000 Praxen organisiert. Nach Angaben des Verbandes sind um die 90 Prozent der bundesweit niedergelassenen Kinder­ärzte Mitglied.

Kinderarzt entscheidet

Es liegt am Ende aber immer im Ermessen des Mediziners, ob er das Kind per Video krank­schreibt oder ob es doch für eine Untersuchung in die Praxis kommen muss, erklärt der Kinderarzt Ronny Jung aus dem Vorstand des BVKJ: „Der Eindruck per Video ist nicht der gleiche wie in der Praxis - aber in manchen Situationen kann es machbar und sinnvoll sein.“

Videosprechstunden ermöglicht schnell und unkompliziert Beratung

In Jungs Praxis in Roth (Bayern) wird das digitale Angebot gut angenommen: „Wir machen das zweimal am Tag für je eine Stunde.“

Video­sprech­stunden sieht Jung als eine „außer­ordentliche Bereicherung“, weil man Eltern und Jugendliche schnell und unkompliziert beraten könne. Vor allem einfache Fragen, etwa zum Trink­verhalten des Kindes oder zur richtigen Medikamenten­einnahme, ließen sich meist schnell ohne eine persönliche Vorstellung klären. Für Diagnosen sei der direkte Kontakt aber oft weiter unerlässlich.

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Bis zu sieben Tagen Krankschreibung möglich

Die Voraussetzung für eine Video­krank­schreibung für Kinder ist ein ent­sprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundes­ausschusses (G-BA) von Ärzten, Kranken­kassen und Kliniken, wonach Arbeit­nehmer sich zunächst bis zu sieben Kalender­tage per Video krank­schreiben lassen können. Dieser Beschluss ist am 7. Oktober in Kraft getreten.

Offene Abrechnungsfragen geklärt

Bei der Krank­schreibung für Kinder gab es zunächst aber noch Klärungsb­edarf zwischen Kassen­ärzten und -kassen zu Abrechnungs­fragen. Diese sind nach Angaben der Kassen­ärztlichen Bundes­vereinigung inzwischen geklärt. Die ärztliche Bescheinigung zur Krankheit des Kindes für den Arbeitgeber kommt nach der Video­sprech­stunde dann analog mit der Briefpost zu den Eltern.

Videokrankschreibung gilt unabhängig von Corona-Pandemie

Der Beschluss zur Video­krank­schreibung ist unabhängig von der Corona-Pandemie erfolgt und gilt ohne zeitliche Befristung. Anders ist das bei der telefonischen Krank­schreibung, die vorüberg­ehend zunächst bis Jahresende möglich ist - übrigens auch für Kinder.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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