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Schadensersatzrecht | 29.09.2017

Schadens­ersatz

Esel gegen Sportwagen: Fahrzeug­besitzer erhält knapp 6.000 Euro Schadens­ersatz für Lackschaden

Eselhalter müssen Reparatur­kosten für Sportwagen zahlen

In einem ungewöhnlichen Rechts­streit hieß es: Esel gegen Auto. Das Tier soll zugebissen und einen Lackschaden verursacht haben. Kann das wirklich sein? Für das Landgericht Gießen war die Sache klar.

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Was Esel „Vitus“ geritten hat, in einen orange­farbenen Sportwagen zu beißen, ist unklar. Hatte er vielleicht eine riesige Möhre im Sinn? Sicher ist nur, dass der Vierbeiner vor einem Jahr im hessischen Schlitz zulangte und an dem teuren Flitzer einen Lackschaden von 5.800 Euro anrichtete - davon war jedenfalls das Landgericht Gießen überzeugt. Das Gericht entschied, dass die Halter des Esels die Reparatur­kosten zahlen müssen. Damit hatte die Klage des Auto­besitzers Erfolg - das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Der 50-Jährige kam mit seinem schicken Sportwagen zum Gericht, er parkt in einer Seiten­straße. „Vitus“ dagegen tauchte nicht auf, auch seine früheren Halter waren nicht da. Der Vierbeiner lebt Medien­berichten zufolge mittlerweile bei einem neuen Besitzer.

Esel schon einmal in ein Auto gebissen haben

„Wussten Sie, dass ein gefährlicher Esel in der Gegend sein Unwesen trieb?“, fragt der Vorsitzende Richter den Kläger in der Verhandlung. Nicht ohne Augen­zwinkern natürlich, denn bei einem so kuriosen Fall darf es auch in einem Gerichts­saal zwischendurch etwas lockerer zugehen. Mit seiner Frage bezieht sich der Richter darauf, dass der Esel schon einmal in ein Auto gebissen haben soll. Die wichtigere Frage für das Gericht ist aber: Hat wirklich „Vitus“ in den Sportwagen gebissen - oder waren schon vorher Kratzer dran? Der Eigentümer beteuert, dass sein Auto keinen Lackschaden gehabt habe. Der Unternehmer legte sich nach eigenen Angaben seinen knall­orangenen Schlitten vor drei Jahren zu.

Zeuge bestätigt Angaben des Fahrzeugbesitzers

Im September 2016 wollte der 50-Jährige nur kurz etwas beim Arzt abgeben, wie er dem Gericht erzählt. In der Nähe einer Weide habe er wenden wollen und sei rückwärts gefahren. Den Esel habe er erst bemerkt, als dieser plötzlich aufgetaucht sei und zweimal ins Heck gebissen habe. Das Tier habe dafür den Zaun weit nach vorne gedrückt. Ein Zeuge - Mitarbeiter des Klägers - bestätigt die Angaben.

Sportwagen mit überdimensionaler Möhre verwechselt?

Der Vorfall hatte bereits kurz nach der Beißa­ttacke für Aufsehen und diverse Medien­berichte gesorgt. Wohl auch, weil die Polizei in einer Mitteilung schmunzelnd mutmaßte, der Esel könnte den Sportwagen wegen der orange­farbenen Lackierung für eine über­dimensionale Möhre gehalten haben.

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Versicherung hatte Zweifel an Unfallhergang

In einem Fernseh­bericht zeigte der Kläger damals Verständnis für „Vitus“. Der sei schließlich ein Tier und könne nichts dafür. Er war auch zuversichtlich, dass die Versicherung der Halter den Schaden begleichen werde. Doch die zweifelte laut Gericht den Unfall­hergang an und wollte nur die Hälfte des Schadens zahlen. Also kam der Fall zur Verhandlung.

„Mehr als ein 'Iah' war aus dem Esel nicht herauszu­bekommen“/h>

Auch heute noch nehme er die Beißa­ttacke schmunzelnd hin, sagt der Kläger nach der Verhandlung. „Aber es wäre mir lieber gewesen, der Esel hätte nicht zugebissen.“ Was den Vierbeiner trieb, das konnten schon die humorvollen Polizei­beamten im September 2016 nicht sagen. In ihrer Presse­mitteilung schrieben sie: „Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar, mehr als ein “Iah„ war aus ihm nicht herauszu­bekommen.“

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Quelle: dpa/DAWR/kg
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