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Immobilienrecht und Mietrecht | 30.05.2016

Mieter­streit

Kuriose Miet­streitigkeiten: Geräuschvolles Liebesspiel, Pinkeln im Garten, lautes Schnarchen, wilde Schweine im Haus uvm.

Gründe zum Mieter­streit gibt es viele

Manchmal sind es banale alltägliche Dinge - wie z.B. lautes Schnarchen, lauter Sex oder Zigarettenqualm - die zum Streit zwischen Mieter und Vermieter führen. Aber natürlich ist der Frieden auch gestört, wenn in den Garten gepinkelt wird oder der Mieter Mini-Schweine in der Wohnung hält. Hier eine Liste von kuriosen Mietrechtsprozessen.

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Dicke Luft

Das Landgericht Frankfurt/Main verbietet einem Wohnungs­besitzer das Rauchen auf einem Balkon, der unter dem Schlaf­zimmer des Klägers liegt. Der hatte argumentiert, der Qualm beeinträchtige seinen Schlaf (Landgericht Frankfurt am Main, Hinweisbeschluss vom 28.01.2014, Az. 2-09 S 71/13).

Gestank:

Ein 83-Jähriger musste nach 54 Jahren ausziehen, weil seine Vermieterin die von ihm verursachten Gerüche nicht mehr ertragen konnte - etwa durch den Gebrauch von „Pferdesalbe“. Das Bonner Amtsgericht gab der Klage statt (Amtsgericht Bonn, Urteil vom 03.10.2014, Az. 201C 334/13).

Geräuschvoller Sex

Nächtliche Liebes­spiele auf einer quietschenden Schaukel recht­fertigen eine Wohnungs­kündigung. Die Geräusche entsprächen „nicht mehr dem normalen Miet­gebrauch“, urteilte das Amtsgericht München (Amtsgericht München, Urteil vom 27.01.2014, Az. 417 C 17705/13).

Lautes Schnarchen

Wer als Vermieter so laut schnarcht, dass er aus dem ehelichen Schlaf­zimmer vertrieben wird, darf Eigenbedarf auf seine vermietete Wohnung anmelden. So entschied das Amtsgericht Sinzig (Amtsgericht Sinzig, Urteil vom 06.05.1998, Az. 4 C 1096/97).

Pinkeln im Garten

Pinkeln im Garten stört den Hausfrieden. Ein Mieter, der sein Geschäft immer wieder auf dem mit vermieteten Rasen vor einem Mehr­parteien-Haus erledigte, musste seine Wohnung räumen. Ein Kölner Amtsrichter gab der Klage eines Nachbarn statt (Amtsgericht Köln, Urteil vom 21.10.2010, Az. 210 C 398/09).

Jungfrau Maria im Flur

Kann eine Marien­statue im Hausflur einen Protestanten so sehr schockieren, dass er die Miete mindern darf? Nein, urteilte das Amtsgericht Münster (Amtsgericht Münster, Urteil vom 22.07.2003, Az. 3 C 2122/03). Die Begründung: „Auch nach evangelischem Glauben ist Jesus durch Maria geboren worden.“

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Wilde Schweine

Mini-Schweine dürfen nach einem Urteil des Amts­gerichts München nur dann in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Ein wild gewordenes Borstenvieh war auf Menschen losgegangen und hatte zwei verletzt. Die juristische Quittung: Das Schwein musste ausziehen (Amtsgericht München, Urteil vom 06.07.2004, Az. 413 C 12648/04).

Katzenknast

Das Bayerische Oberste Landes­gericht in München verhängte Stuben­arrest gegen eine Katze. Die Richter gaben den Eigentümern einer Wohnanlage Recht, die in der Hausordnung den Auslauf für Haustiere auf ihrem Grundstück verbieten. Die Gefahr einer Verschmutzung der Anlage „liege nicht fern“, so die Richter (Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluss vom 02.06.2004, Az. 2Z BR 99/04).

Quelle: dpa/DAWR/ab
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