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Strafrecht | 10.01.2017

Gefährdete Tierarten

Monate­langes juristisches Hin und Her: Schild­kröten-Eierdieb mit einem halben Jahr Verspätung verhaftet

Die Streitfrage war, ob Eier als „Produkte von Wildtieren“ ebenfalls gesetzlich geschützt seien

Wegen des Diebstahls von 116 Eiern einer seltenen Schild­krötenart aus einem National­park in Vietnam hat die Polizei einen 29-jährigen Mann verhaftet. Er wurde nach Angaben der Behörden allerdings erst nach monatelangem juristischen Hin und Her ins Gefängnis gebracht. In dem südost­asiatischen Staat sind gefährdete Tierarten wie die sogenannte Bastard-Schild­kröte zwar gesetzlich geschützt. Streit gab es jedoch darüber, ob auch deren Eier unter Schutz stehen.

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Bezirks-Staatsanwalt: Diebstahl der Eier nicht illegal

Wildhüter hatten den Mann bereits im Juni vergangenen Jahres im süd­vietnamesischen National­park Con Dao auf frischer Tat ertappt. Der Bezirks-Staats­anwalt setzte ihn dann jedoch auf freien Fuß, weil er der Meinung war, dass das Entwenden der Eier nicht illegal gewesen sei. Die oberen Instanzen kamen nun zu der Meinung, dass die Eier als „Produkte von Wildtieren“ ebenfalls gesetzlich geschützt seien. Daraufhin wurde der 29-Jährige schließlich doch verhaftet.

Schwarzhandel mit seltenen Wildtiere blüht trotz hoher Strafen

Nach vietnamesischem Recht drohen jedem, der seltene Wildtiere jagt, tötet oder transportiert beziehungs­weise damit handelt, hohe Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft. Trotzdem blüht der Schwarz­markt. Die olivfarbene Bastard-Schild­kröte gehört mit etwa 70 Zentimetern Länge und einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm zu den kleineren Arten der Meeres­schild­kröten. Sie lebt vor allem im Indischen Ozean und im Pazifik.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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