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Strafvollzugsrecht | 16.03.2017

Neuseeland

Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit: Verurteilter Mörder erstreitet sich Recht auf Toupet

Beschlag­nahmung des künstlichen Haupthaars verstößt gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit

In Neuseeland hat sich ein zu lebens­langer Haft verurteilter Mörder das Recht erstritten, im Gefängnis ein Toupet tragen zu dürfen. Ein Gericht entschied, dass die Justiz­vollzugs­anstalt in Auckland ihm sein Haarteil zurück­geben muss. Die Forderung nach 5000 neusee­ländischen Dollar (etwa 3270 Euro) Schaden­ersatz wies die Justiz jedoch zurück.

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Gefängnis­direktion beschlagnahmte künstliches Haupthaar

Der ziemlich kahl­köpfige Mann, der wegen eines Mordes 1996 im Gefängnis sitzt, hatte sich 2014 während eines Freigangs mit einem gefälschten Pass - und dem Toupet auf dem Kopf - ins Ausland abgesetzt. Als er geschnappt wurde und zurück ins Gefängnis kam, ließ die Direktion das künstliche Haupthaar beschlag­nahmen. Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass damit gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit verstoßen werde.

Wegen Missbrauchs und Mord verurteilt

Der Mann hatte mit 17 Jahren einen 13-jährigen Jungen missbraucht und später dann dessen Vater erstochen. Deshalb muss er eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Wegen der Flucht wurde er zu weiteren 33 Monaten Gefängnis verurteilt. Vor Gericht hatte er unter anderem darüber geklagt, dass er durch das Wegnehmen des Toupets lächerlich gemacht worden sei. Außerdem sei das Haarteil ein „Kunstwerk“ und damit durch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt.

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Quelle: dpa/DAWR/ab

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