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Lebensmittelrecht | 29.06.2017

Streit um Biergehalt

Streit um Biergehalt in „Bayerischem Bierlikör“ durch Vergleich beendet

Händler muss 41.000 Euro an Schnaps­produzenten zahlen

Das Oberlandes­gericht München hat einen lang­jährigen Bierlikör-Streit zwischen einem Schnaps­produzenten aus Österreich und einem Händler aus Bayern beendet. Der Vertreiber von Kloster­produkten hatte sich geweigert, Rechnungen in Höhe von rund 46.000 Euro zu bezahlen, weil er vier Produkte hinsichtlich Qualität, Inhalt und Alkohol­gehalt für mangelhaft hält. Laut einem Gutachten waren etwa im „Original bayerischen Bierlikör“ weder Doppelbock noch Bockbier, im Kloster­trunk „Naturkraft“ nicht Löwenzahn und Honig enthalten.

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Meinungsverschiedenheiten um Ingredienzen

Es sei wichtig, „dass diese Inhalts­stoffe als Natur­produkte vorhanden sind“, betonte der Anwalt des Händlers, Peter Dürr. Es sei „ein enormer Schaden“ entstanden. „Wir sind ja schon fast beim Betrug.“ Der Anwalt der Schnaps­brennerei, Werner Jost, sagte hingegen, die Getränke seien alle verkehrs­fähig gewesen. „Es gab lediglich Meinungs­verschiedenheiten hinsichtlich der Ingredienzen.“

„Recht haben und Recht kriegen sind zweierlei“

Doch die Kostbarkeiten der Natur und der Alkohol­gehalt spielten am Ende rechtlich keine Rolle. Denn die Alkoholika wurden problemlos verkauft - allerdings wussten die Abnehmer freilich nichts von den Mängeln. Dennoch strich der Händler die Erträge ein. Und damit sei er zahlungs­pflichtig, befand das Oberlandesgericht München. Man könne höchstens an „eine gewisse Minderung“ denken. Die Streit­hähne einigten sich schließlich auf einen Vergleich über 41.000 Euro, die der Händler überweisen muss. Der war sauer: „Recht haben und Recht kriegen sind zweierlei.“

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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